3. Linzer Sommerfestival auf dem Buttermarkt
Linzer rocken für Linzer
Zwei einheimische Bands versetzten das Publikum der Bunten Stadt in Party-Ekstase
Linz. In diesem Jahr hatte es Petrus wirklich gut mit den Linzern gemeint: die bei den Bewohnern der Bunten Stadt am Rhein äußerst beliebte Konzert-Reihe „Linzer Sommerfestival“ fand durchweg bei bestem Sommerwetter statt. Den Abschluss machten in diesem Jahr zwei Bands, die nicht nur in Linz spielten, sondern auch zu großen Teilen aus der Stadt stammten: die Folk-Rock-Band Ton-Band 20.11 und die Lokalmatadoren Roadhouse.
Mit legendären Rocksongs eröffnete Ton-Band 20.11 den musikalischen Reigen dieses Abends. Fantastisch interpretierte Nummern von Bruce Springsteen bis zu den Stones sorgten quasi sofort für Bombenstimmung. Jeder kannte die Songs, alle sangen mit – der letzte der drei Festival-Abende konnte sich wirklich nicht über einen zähen Start beklagen.
Doch es sollte noch besser kommen: mit der Rock-Cover-Band Roadhouse betraten Miriam Brackelsberg und Ralph Müllenschläder die Bühne, zwei Linzer Musikgrößen, die seit Jahren mit ihrem Band-Projekt „B.and M“ die ganze Rheinschiene unsicher machen. Und nicht nur das - Miriam Brackelsberg war von Anfang an mit Leib und Seele beim Sommerfestival dabei: Als bei Christa Baars, Wirtin und Inhaberin des Traditionslokals „Zum Köbes“ am Buttermarkt, zum ersten Mal der Gedanke aufkam, den kleinen Platz zum Festivalgelände zu erklären, war sie sofort Feuer und Flamme. Mit dem organisatorischen Geschick der Wirtin, der Musikliebe von Miriam und der Stadt Linz, die sich sofort ebenfalls begeistern ließ, war die dreiteilige Konzertreihe aus der Taufe gehoben.
Das Sommerfestival ist unter den vielen Festen in der Bunten Stadt am Rhein etwas Besonderes: Hier trifft man sich mit Freunden und Nachbarn, man ist unter sich, es entsteht die Atmosphäre einer privaten Party auf dem kleinen Areal rund um die „Butterfrau“. Das ist nicht nur das Empfinden der Menschen vor der Bühne, es ist auch die tatsächliche Seele dieser Veranstaltung. Geboren als Idee in Linzer Köpfen, realisiert mithilfe von Stadt und Tourist Information bis hin zur Gage der auftretenden Bands, die – und das ist wirklich eine Besonderheit unter den vielen „Umsonst-und-Draußen-Festivals“ dieser Region – von den Gewerbetreibenden, Gastronomen und Geschäftsinhabern als freiwillige Spende getragen wird. Es ist also wirklich ein Festival, das aus dem Herzen der Bunten Stadt kommt.
Und genau das übertrug sich auch am letzten Abend der diesjährigen Festival-Reihe. Kaum betraten die Musiker und Musikerinnen von Roadhouse die Bühne, war das Publikum nicht mehr zu halten. Mit ihrer bisher größten Besetzung und einem riesigen Repertoire begeisterten die musikalischen Rampensäue die Linzer Tanz- und Feierwütigen. Ob Rock, Punk, Heavy Metal oder kölsche Tön – alle Songs wurden perfekt und mit viel Herzblut interpretiert. Vom „Wannsee“ der Toten Hosen über „Highway to Hell“ von AC/DC bis hin zur Cranberries-Hymne „Zombie“, für die Zuschauer gab es eine Mitsing-Garantie. Die Energie zwischen Publikum und Bühne passte perfekt und es wurde ein langes Konzert bis weit nach Mitternacht.
Als die Mitglieder von Roadhouse dann irgendwann tief in der Nacht ausgepowert aber ganz offensichtlich ziemlich glücklich die Bühne verließen, wollten viele Zuschauer noch gar nicht recht nach Hause. Es wurde noch lang gefeiert in den Kneipen und Bars der Linzer Altstadt an diesem letzten Sommerfestival-Abend.
Die Linzer Gastronomen und Einzelhändler sorgten wie immer hervorragend für das leibliche Wohl der Besucher.
In ihrer bislang größten Besetzung rockten Roadhouse den Linzer Buttermarkt.
Ralph Müllenschläger zeigte sich als begnadeter Gitarrist.
Das Publikum tanzte, sang und feierte bis tief in die Nacht.
