Gelungenes Fest zum Jubiläum
Löschgruppe Villip feiert 90-jähriges Bestehen
Wachtberg-Villip. Zu feiern hatte die Feuerwehr in Wachtberg genug Gründe. Nicht nur der Gemeindefeuerwehrtag war ein Fest wert, sondern auch das 90-jährige Jubiläum der Löschgruppe Villip. Um halb zehn las Pfarrer Häuser für die Floriansjünger die Eröffnungsmesse. Nach der feierlichen Kranzniederlegung am Ehrenmal gab es den Festumzug von der Kirche zum Feuerwehrgerätehaus. Dort eröffnete Wehrleiter Markus Zettelmeyer offiziell den Gemeindefeuerwehrtag. Auch die Bürgermeisterin sprach einige Worte und lobte den Einsatz der Ehrenamtlichen, die besonders in den letzten Wochen den Bürgern mit ihren Einsätzen zur Seite gestanden hatten.
Das Unwetter vom 4. Juni hatte allen Löschgruppen Wachtbergs das Äußerste abverlangt. Ab 14:30 Uhr hatten die Freiwilligen Feuerwehrleute am Unwettertag alles stehen und liegen gelassen, um in Wachtberg anzupacken. Nachdem schnell klar war, dass das Problem nicht nur ein paar vollgelaufene Keller sein würden, wurden nacheinander die Leitstellen besetzt, um vor den Wassermassen zu warnen und – soweit möglich – Vorkehrungen zu treffen. Man hatte zwar die Katastrophe nicht verhindern können, aber den Betroffenen so schnell wie möglich helfen können.
Ehrung für viele Jahre Einsatz
Angesichts des Tagesprogramms am Festtag traten die Erinnerungen an diese Tage jedoch schnell in den Hintergrund. Hans-Jürgen Brämm wurde als verdientes Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr für seinen seit 25 Jahren unermüdlichen Einsatz in der Löschgruppe Villip mit dem silbernen Feuerwehrabzeichen geehrt. Ganze 35 Jahre aktive Mitgliedschaft in der Löschgruppe Niederbachem hatte Rainer Kirchner zu bieten. Er erhielt sogar das goldene Ehrenzeichen der Feuerwehr. Zum Brandinspektor befördert wurde Lothar Adams aus der Löschgruppe Pech. Dominik Zorn erhielt die Beförderung zum Oberbrandmeister, weitere vier Mitglieder erhielten das Sportabzeichen.
Danach wurden gleich zwei neue Fahrzeuge eingesegnet und übergeben. Das komplett ausgestattete Einsatzfahrzeug für Unwetter wird in der Zukunft in der Löschgruppe Berkum zum Einsatz bereitstehen. Ein neues Löschfahrzeug findet in der Löschgruppe Pech seinen ersten, festen Standort.
Ein neuer Pokal muss her
Nachdem die Fahrzeuge übergeben waren, zeigte die Jugendfeuerwehr beim Leistungsnachweis ab Viertel vor zwölf ihr Können. Jugendliche ab zehn Jahren und aus allen Löschgruppen Wachtbergs traten gegeneinander an und gaben ihr Bestes, um den Wanderpokal zu erhalten. Der Pokal, der in den letzten beiden Jahren an die Löschgruppe Villip ging, war in diesem Jahr besonders begehrt. Besagt doch die Regel, dass der Pokal in das Eigentum einer Löschgruppe übergeht, wenn diese die Trophäe in drei aufeinanderfolgenden Jahren erringt. So freute sich der Nachwuchs der Löschgruppe Villip besonders, die Trophäe auch dieses Mal in Empfang nehmen zu dürfen. In Zukunft wird er der Löschgruppe Villip als Erinnerung an den anhaltenden Erfolg erhalten bleiben. Die Stiftung eines neuen Wanderpokals hat die Bürgermeisterin prompt zugesagt.
Während der ganzen Zeit war natürlich auch für das Wohl von Leib und Seele gut gesorgt. Mit Musik, Sektbar und anderen Getränken sowie Imbissversorgung, einer Hüpfburg und Kinderschminken blieb die Laune trotz vereinzelter Wetterkapriolen ungebrochen gut. So genoss man tagsüber nicht nur die Feier, sondern auch das gemeinsame abendliche EM-Fußballgucken auf der großen, in der Feuerwehrhalle aufgehängten Leinwand.
90 Jahre Tag und Nacht bereit
In der Löschgruppe Villip, deren 90-jähriges Bestehen am Gemeindefeuerwehrtag begangen wurde, sind derzeit 35 Mitarbeiter im aktiven Dienst, darunter vier Frauen. Mit 22 Jugendlichen in der Jugendfeuerwehr ist es um den Nachwuchs ebenfalls gut bestellt. Die Löschgruppe hatte 1926 mit seinerzeit zeitgemäß magerer Ausrüstung ihre Tätigkeit begonnen und wurde in ihren Anfängen von der damals bereits vorhandenen Freiwilligen Feuerwehr aus Holzem unterstützt. In den Folgejahren verschmolzen die beiden Löschgruppen zu einer starken Truppe, die heute ihren Dienst am Nächsten gut ausgestattet und organisiert versieht.
Auch den nationalen Vergleich scheut man in der Feuerwehr in Wachtberg nicht. So tritt die Löschgruppe vom 28. bis 30. Juli zur erstmals ausgerichteten Deutschen Meisterschaft im Feuerwehrsport in Rostock an. Beim Hakenleitersteigen müssen die Aktiven ihre Geschwindigkeit an einem Kletterturm beweisen. Eine andere Disziplin, die 4 x 100-Meter-Feuerwehrstaffette hingegen verlangt einen Hindernislauf mit Schläuchen und Leitern, in dem sich die Kameraden messen. Eine der Kernkompetenzen der Feuerwehr bildete den Grundstein für die Disziplin „Löschangriff nass“, bei der Schläuche gelegt und Brände bekämpft werden müssen. Die Teilnehmer bereiten sich bereits seit Monaten auf diesen großen Wettkampf vor.
Der begehrte Wanderpokal bleibt nun bei der Löschgruppe in Villip.
Gespannt warteten die Jugendlichen auf die Auswertung ihres Wettkampfes.
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