Besuchshund ist mit seinem Frauchen erstmals im Evangelischen Stift St. Martin in Koblenz im Einsatz
Luna berührt Körper, Geist und Seele
Koblenz. Magdalena Hinke, eine 100-jährige Patientin auf der Akutgeriatrie des Ev. Stifts St. Martin in Koblenz, strahlt vor Glück. Der Grund für ihre Freude ist der Besuch von Luna, einem Besuchshund, der das erste Mal das Krankenhaus besucht.
Luna und ihr Frauchen, Susanne Fenchel, sorgen für Aufregung und Freude unter den Patienten. „Alle haben sich sehr gefreut, als wir ankamen“, berichtet Fenchel, eine pensionierte Polizistin, die sich ehrenamtlich engagiert. Sie verbringen rund eine Stunde auf der Station und jeder Patient bekommt zehn bis 15 Minuten der speziellen Aufmerksamkeit. „Es wird viel gekuschelt und gestreichelt. Luna liebt das und ich nutze die Zeit, um mit den Senioren zu sprechen“, erklärt Fenchel, deren Hauptaugenmerk auf dementen Patienten liegt. Luna hilft, alte Erinnerungen hervorzurufen und baut eine besondere Beziehung zu den Patienten auf, da sie sehr sensibel auf Kummer und Schmerz reagiert.
Für Magdalena Hinke ist Lunas Besuch das Highlight ihres Tages. Luna, ein ehemaliger italienischer Straßenhund, wurde von Fenchel im Tierheim entdeckt und adoptiert. Mit ihren strahlenden Augen und ihrem ausdrucksvollen Gesicht wirkt Luna, als würde sie ständig lächeln. Fenchel möchte mit ihren Besuchen den Patienten Freude bereiten. Sie hat dafür eine viermonatige Ausbildung mit Luna bei den Maltesern in Baden-Württemberg absolviert.
Dr. med. Horst-Peter Wagner, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin – Akutgeriatrie, begrüßt diesen Ansatz. Er erklärt: „Ein Tier vermag es oft mit Leichtigkeit, Körper, Geist und Seele auf tiefster Ebene zu berühren und zu bewegen.“ Deshalb werden Luna und ihr Frauchen nun jeden Mittwochnachmittag in das Haus kommen.BA
