Allgemeine Berichte | 08.03.2017, 11:20 Uhr

Evangelische Gemeinde Niederbachem

Luther, der Übersetzer

Ein gewinnbringender Abend mit der Luther-Bibel

Wolfgang Thielmann (Mitte) mit Pfarrer Schmitz-Valadier.Privat
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Niederbachem. Die neue Überarbeitung der Lutherbibel, die zum 500. Jubiläum der Reformation erschienen ist, war Anlass für einen Vortragsabend im Evangelischen Gemeindehaus in Niederbachem. Eingeladen war der Journalist und rheinische Pastor Wolfgang Thielmann. In seinem lebendigen Referat und im Gespräch mit Pfarrer Günter Schmitz-Valadier und der versammelten Zuhörerschaft stellte er die neue Revision vor.

Luthers Übersetzung des neuen Testaments hat bleibende Redewendungen geschaffen, wie z. B. „sein Licht nicht unter einen Scheffel stellen“, „sein Scherflein beitragen“. Von diesen Beispielen ausgehend gab Wolfgang Thielmann einen Überblick über die Übersetzerarbeit Martin Luthers. In einem Zeitraum von nur zehn Wochen hatte dieser 1521 das gesamte Neue Testament aus dem Altgriechischen ins Deutsche übertragen. Dabei handelte es sich nicht um die erste Übersetzung, allerdings benutzte Luther nicht die bis dahin übliche Gelehrtensprache, sondern wollte „dem Volk aufs Maul schauen.“ Die Qualität, insbesondere der Übersetzung des Alten Testamentes, wurde durch Hinzunahme ganzer Übersetzerteams gewährleistet, wobei Luther stets das letzte Wort behielt. Diese „Luther-Bibel“ wurde im Laufe der Jahrhunderte regelmäßig sprachlich überarbeitet. Zu den umfangreichen Änderungen der aktuellen Revision, erklärte Wolfgang Thielmann, dass sie sich in manchem eher wieder sprachlich am Luthertext von 1546 orientieren. Dies sei sicherlich ein Tribut an die Hör- und Lesegewohnheit der Gläubigen, die von einer Bibelübersetzung auch Würde und Prägnanz erwarteten. Der große Verkaufserfolg der Neubearbeitung gebe dem Vorhaben Recht. Abschließend wurde die neue Revision in den größeren Zusammenhang weiterer aktueller Bibelübersetzungen gestellt.

Während des Vortrags schaute Dr. Martin Luther, in Form einer übergroßen Büste, wohlwollend auf den Referenten, dem mit großem Beifall gedankt wurde.

Wolfgang Thielmann (Mitte) mit Pfarrer Schmitz-Valadier.Foto: Privat

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