Allgemeine Berichte | 03.02.2020

Rheinische Karnevals-Korporationen e.V.: Drittes RKK-Möhnentreffen in Mülheim-Kärlich

Männer wurden nur mit Ausnahmegenehmigung geduldet

Sie hatten beim diesjährigen RKK-Möhnentreffen ein Heimspiel: Das Mülheim-Kärlicher Möhnenpaar Susanne Mattlener und Tanja Erbar samt Hofstaat. Fotos: KH

Mülheim-Kärlich. Im Rheinland gibt es seltsame Bezeichnungen: Bei der erstmaligen Durchführung spricht man von „Premiere“, beim zweiten Mal heißt es bereits „Tradition“ und beim dritten Mal spricht man von „Brauchtum“. Das Möhnentreffen der Rheinischen Karnevals-Korporationen e.V. (RKK) bereits als eine Brauchtums-Veranstaltung zu bezeichnen, ist vielleicht eine Übertreibung. Doch die diesjährige Auflage machte eines deutlich: Die RKK hat völlig zu Recht vor drei Jahren die Veranstaltung ins Leben gerufen. Die Möhnen verstehen es, Karneval zu feiern. Und die RKK ist stolz darauf, so engagierte Vereine in seinen Reihen zu haben. Getreu dem Motto „Aller guten Dinge sind drei“ war das Treffen in Mülheim-Kärlich ein herausragender Abend, dessen Besuch keiner der Teilnehmer bereut hat. Obwohl die Veranstaltung wochentags stattfand, war die Stimmung grandios. Ob es daran lag, dass für die Männer das Motto „Wir müssen leider draußen bleiben“ galt? Im Karneval lässt man nicht nur die 5, sondern vor allem die 11 auch mal gerade sein und sieht nicht alles so streng. Deshalb gestatteten die Damen zumindest auf der Bühne und bei den Ehrengästen die Anwesenheit von einigen Vertretern des angeblich so starken Geschlechts.

Mülheimer Möhnenpaar eröffnet närrisches Treiben

Eine der besagten Ausnahmen war auch Moderator Thomas Than, der gemeinsam mit der Mülheimer Möhnen-Präsidentin Martina Niepagen bestens gelaunt und vor allem sehr kurzweilig durch den Abend führte. Eröffnet wurde das närrische Treiben durch das Mülheimer Möhnenpaar, das nicht nur seinen großen Hofstaat, sondern auch sein schwungvolles Sessions-Lied präsentierte. Mit im Gepäck hatten sie auch das Mariechen des Möhnenclubs Sophie Georg und die Sängerin „Piccola Belleza“ (Maike Punstein). Letztere durfte nicht ohne die Zugabe „Ich will keine Schokolade“ die Bühne verlassen. Zwischen den einzelnen Programmpunkten stellten RKK-Vize-Präsidentin Gabriele Arnold-Kreck und ihre Vorstandskollegin Monika Wingen-Fuhrmann die anwesenden Möhnenvereine vor. Ein Heimspiel hatte die Showtanzgruppe „Black Pearls“ der Ki und Ka Kärlich. Der Traditionsverein feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum.

Gelungene Choreografien und akrobatische Höchstleistungen

Eine noch längere Tradition hat die KG Rheinfreunde 1845 e.V. als älteste Karnevalsgesellschaft von Koblenz. Deren Männerballett hat zwar keine Gründungsmitglieder mehr in seinen Reihen, doch die im Stadtteil Neuendorf beheimateten „Rheinkometen“ waren dennoch leuchtende Sterne im Rampenlicht.

Akrobatische Höchstleistungen zeigte Julia Steinigans vom Mülheimer Möhnen-Club. Das junge Tanzmariechen hat überörtlich bereits zahlreiche Preise gewonnen.

Der Möhnenverein „Fidele Mädche“ aus Koblenz Wallersheim schickte mit den „Funny Girls und Boys“ eine tolle Showtanzgruppe auf die Bühne. Mit den Gruppen „Jeckediz“ und „Schäl Pänz“ traten am Abend zwei Live-Bands auf, die nicht nur Cover-Songs, sondern auch eigene Lieder präsentierten und durchweg ihr Publikum begeisterten. Mit roten Westen tanzte sich das Männerballett aus Anschau sehr schnell in die Herzen der Zuschauerinnen. Und auch den jungen Damen der großen Möhnengarde des Möhnen-Club Mülheim fiel es nicht schwer, auch zu fortgeschrittener Uhrzeit noch ein tänzerisches Feuerwerk abzubrennen.

Für den krönenden Abschluss des Möhnen-Treffens sorgte die Prinzengarde Mayen. Deren Motto lautete „In 111 Tagen um die Welt“. Wie die Gruppe erklärte, umfasst in dieser Karnevals-Session der Zeitraum vom 11. November bis zum Aschermittwoch passenderweise exakt 111 Tage. Obwohl die männlichen Vorstandsmitglieder des RKK eigentlich sich beim Möhnen-Treffen komplett zurückhalten wollten, schritten RKK-Präsident Hans Meyer und der Vize-Präsident Hermann Wagner zum Abschluss des rundum gelungenen Abends dennoch zum Mikrofon. Mit herzlichen Worten bedankten sie sich nicht nur bei allen Anwesenden sowie beim Moderatoren-Duo für den fantastischen Abend. Insbesondere Monika Wingen-Fuhrmann und Gabriele Arnold-Kreck wurden zu Recht mit lobenden Worten bedacht.

Als Hans Meyer die Frage „Wollt ihr, dass wir diese Veranstaltung im nächsten Jahr wiederholen?“ an die Möhnen richtete, wurde es richtig laut in der bunt geschmückten Narrhalla. Ein schöneres Kompliment für einen gelungenen Abend kann es nicht geben. Geht es nach dem Willen der dem RKK angeschlossenen Vereine, wird das jährliche Möhnentreffen offenbar tatsächlich eine Brauchtums-Veranstaltung.

Der Möhnenverein „Fidele Mädcher“ aus Koblenz Wallersheim schickte mit den „Funny Girls und Boys“ eine tolle Showtanzgruppe auf die Bühne.

Der Möhnenverein „Fidele Mädcher“ aus Koblenz Wallersheim schickte mit den „Funny Girls und Boys“ eine tolle Showtanzgruppe auf die Bühne.

Die Showtanzgruppe der Ki und Ka Kärlich Black Pearls“ zeigte eine tänzerische Reise in die USA.

Die Showtanzgruppe der Ki und Ka Kärlich Black Pearls“ zeigte eine tänzerische Reise in die USA.

RKK-Präsident Hans Meyer und der Vize-Präsident Hermann Wagner freuten sich, dass auch der Möhnenverein aus Kempenich in farbenfrohen Kostümen erschienen waren.

RKK-Präsident Hans Meyer und der Vize-Präsident Hermann Wagner freuten sich, dass auch der Möhnenverein aus Kempenich in farbenfrohen Kostümen erschienen waren.

Sie hatten beim diesjährigen RKK-Möhnentreffen ein Heimspiel: Das Mülheim-Kärlicher Möhnenpaar Susanne Mattlener und Tanja Erbar samt Hofstaat. Fotos: KH

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