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Der letzte Auftritt des Meckenheimer Sängerkreises hatte es noch einmal richtig in sich

Männergesangverein hört nach 98 Jahren auf

21.03.2018 - 11:54

Meckenheim. Der letzte Auftritt des MGV Meckenheimer Sängerkreis hatte es noch einmal richtig in sich. Knapp 300 Musikfreunde nutzen ein letztes Mal die Gelegenheit, dem traditionsreichen Männerchor ein letztes Mal zu lauschen, denn an der sängerischen Qualität des Ensembles lag es beileibe nicht, dass der MGV nach 98 Jahren das Handtuch werfen musste. Vielmehr hatte der Chor einen kräftigen Aderlass zu verzeichnen, in den vergangenen beiden Jahren haben sie ein Drittel der aktiven Sänger verloren. Mit nunmehr nur noch einem guten Dutzend Sänger sei eine sinnvolle Probenarbeit ebenso wenig möglich wie ein Konzertauftritt. Deshalb hatte sich der „Sängerkreis“ für sein Abschiedskonzert auch Unterstützung vom Gesangverein „Liederkranz“ Bonn-Lengsdorf geholt, mit denen man ohnehin jahrzehntelang eng zusammenarbeitete. Eigentlich hatte man schon überlegt, in zwei Jahren den 100. Geburtstag des MGV Meckenheimer Sängerkreis groß zu feiern. Doch dann kam alles ganz anders, denn in seiner letzten Mitgliederversammlung beschlossen die Mitglieder, den Chor zum 31. März endgültig aufzulösen. „Aus Krankheits- und Altersgründen war diese Entscheidung unausweichlich“, so Vorsitzender Heinrich Müller. Er merkte aber auch an, der Beschluss sei bei Leibe nicht leichtgefallen, doch es gebe einfach keine Alternative. Mit seinen 71 Jahren ist Müller derzeit das jüngste aktive Mitglied im Chor, der auf zuletzt gerade noch neun Sänger mit einem Durchschnittsalter von 79 Jahren geschrumpft sei wo Nachwuchs nicht in Aussicht war. So hatte es in den vergangenen Jahren lediglich einen Neuzugang gegeben, sodass man sich schweren Herzens zu diesem Schritt entschlossen habe.


Im Jahre 1920 fing alles an


Angefangen hatte alles am 13. Juli 1920, als sich elf Männer mit Lust auf Chorgesang auf Initiative von Lehrer Toni Langenfeld zusammenfanden und den Männer-Gesang-Vereins gründeten, der damals noch den Namen „Quartettverein Meckenheim“ trug. Schnell wuchs die Zahl der Sänger, sodass der Chor bereits ein Jahr später sein erstes Konzert geben konnte. 1922 nahm der Verein seinen heutigen Namen „Meckenheimer Sängerkreis“ an. Von Anfang an machte der Chor bei Gesangswettbewerben auf sich aufmerksam und bestritt viele Wertungssingen mit großem Erfolg. Doch dann kam der Zweite Weltkrieg, der auch das Chorwesen in Meckenheim recht bald zum Erliegen brachte, denn schließlich war ein großer Teil der aktiven Sänger zum Kriegsdienst eingezogen worden. Gleich nach dem Krieg, im April 1949, ging es aber wieder weiter mit der erste Mitgliederversammlung, und im Mai 1949 wurde die Probenarbeit wieder aufgenommen. Seitdem nahm der „Meckenheimer Sängerkreis“ regelmäßig am Kulturleben der Stadt teil, unter anderem mit dem alle zwei Jahre stattfindenden Chor- und Solistenkonzert. Mit dem Gesangverein „Liederkranz“ Bonn-Lengsdorf bestand über mehr als vier Jahrzehnte eine Chorgemeinschaft, die nur für eine kurze Zeit unterbrochen wurde.


Sänger denken mit Wehmut an die gemeinsame Zeit zurück


Seitdem im September 2011 Diplom-Dirigent Valery Kashlyaev die Leitung beider Männerchöre übernahm, sei die Zusammenarbeit wieder enger geworden, berichtete der Vorsitzende des Gesangvereins „Liederkranz“ Bonn-Lengsdorf, Dieter Joest, in seinem Grußwort. „Schon jetzt denken wir mit Wehmut an die gemeinsame Zeit zurück, aber der Trend der Zeit führt einfach dazu, dass es für Männerchöre heutzutage kaum noch Nachwuchs gibt.“ Seiko habe ähnliche Sorgen gehabt und sich deshalb entschlossen, sich zu einem Gemischten Chor umzuwandeln. Er versprach, dass die enge Verbindung auch nach der Trennung weiter bestehen werde. Unter den zahlreichen Gästen in der bis zum letzten Platz gefüllten Aula der Evangelischen Grundschule Meckenheim waren unter anderem auch Bürgermeister Bert Spilles, seine Stellvertreterin Heidemarie Wiens, der Vorsitzende des Heimatvereins Meinolf Schleyer, Ehrenbürgerin Erika Meyer zu Drewer und der Vorsitzende des Chorverbandes Bonn/Rhein-Sieg, Klaus Rech. Sie alle erlebten noch einmal die erstaunliche musikalische Bandbreite des Chores, der mit seinen musikalischen Beiträgen jahrzehntelang das kulturelle Leben der Stadt bereichert hatte.


Besucher kamen voll auf ihre Kosten


Und die Besucher kamen voll auf ihre Kosten. Diplom-Dirigent Valery Kashlyaev hatte ein Programm mit zusammengestellt, das einen Querschnitt aus den Darbietungen der vergangenen Jahre aufzeigte. Vom klassischen Liedgut wie „Der Jäger Abschied“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy über internationale Stücke wie „Nyne otputschaeschy“ (ganznächtliche Vigil) von Sergei Rachmaninow, „Conquest of Paradise“ von bis hin zu „Wenn mir Kölsche singe“ von den Bläck Föös war für jeden Geschmack etwas dabei. Ein besonderer musikalischer Genuss war der Auftritt von Dudelsackspieler Martin Fischer, der mit seinem mitreißenden Stücken ein wenig Fröhlichkeit in den traurigen Anlass brachte. Der Erlös des Konzerts fließt übrigens in das Projekt „Warme Mahlzeit“.

JOST

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Kommentare

Muss hier erst etwas Schlimmes passieren?

Martina Hessel:
Da passt kein Krankenwagen-Feuerwehr bzw.Müllabfuhr !!So sieht es aus in der Königsberger Straße! Durch die parkenden Autos kommt kaum ein Rettungsfahrzeug um die Kurve, selbst die Mieter der Garagen haben Schwierigkeiten aus diesen heraus zu fahren. Beim Ordnungsamt ist das Büro leider sehr selten oder gar nicht besetzt. Eine Um- Weiterschaltung auf's Diensthändy wäre hier bitter nötig!!!
Martina Hessel:
Herrlich Lieber Anwohner! Es Ist gut wenn ab und an da ein Bus; LKW; Großraum-Taxi; Anhänger steht. Dadurch ist die RENNSTRECKE Kurt-Schumacher-Straße Tabu und jeder muss vorausschauend fahren und sich ans Tempo halten. Achten Sie doch lieber mal darauf, wer die Autos zerkratzt; gegen die Zäune fährt, in der Kurve parkt- so das weder Krankenwagen; Feuerwehr noch die Müllabfuhr vorbei kommen!!!
Sascha Schäfer:
Komisch,da wird sich beschwert, Aber wenn meine Oma in ihrer GaragenAusfahrt zu geparkt wird und selbst das Ordnungsamt sich nicht rührt,da beschwert sich keiner, Jeder der fahren kann,kommt doch an dem Bus vorbei, So halten sich die "Fahrer"wenigstens an die ausgeschilderte Geschwindigkeit, Lächerlich,wegen einem Parkenden Bus so ein Fass aufzumachen,
juergen mueller:
Interessant - die Verlängerung der Buslinie bis zum "Gewerbegebiet A61". Hat die STADT hier schon vorgebaut in Bezug auf die Erweiterung des GVZ-A61?
juergen mueller:
Ich finde es bemerkenswert, WER alleine befindet, WANN Kunst im öffentlichen Raum duldbar ist und wann NICHT, auch unter dem Gesichtspunkt, nur weil man in einem Kulturausschuss seinen Platz hat, man darüber entscheiden kann, was Kunst ist und was nicht (was ich an der Qualifikation alleine anzweifle, denn dazu gehört weit mehr, als einen Sitz in einem Gremium zu haben, dass von Kunst im sprichwörtlichen Sinne keine Ahnung hat.
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