Exkursion der Jahrgangsstufe 12 des Kurfürst-Balduin Gymnasiums Münstermaifeld nach Verdun
„Mama, ich bin 20 Jahre alt und ich will nicht sterben!“
Münstermaifeld. Vor 110 Jahren, 1914, brach der Erste Weltkrieg aus. Ein signifikanter Schauplatz dessen war ab 1916 für 300 Tage die französische Stadt Verdun. Um der Tragödie näher zu kommen und mehr über die „Hölle von Verdun“ zu lernen, stand auch in diesem Jahr eine Exkursion der Jahrgangsstufe 12 des Kurfürst-Balduin Gymnasium Münstermaifeld in die französische Stadt an.
Erster Halt war das Mémorial De Verdun Champ De Bataille, ein dreistöckiges Museum zum Gedenken an die schrecklichen Zeiten von 1916. Aufgestellte Uniformen neben Handwaffen, Feldpostbriefen und Medaillen, Granatsplitter und Kriegsmaschinerie erinnerten an die Erfahrungen der französischen und deutschen Soldaten. In 300 Tagen starben hier an einer 35 Kilometer langen Front circa 300.000 Soldaten beider Seiten.
„Fleury-devant-Douaumont“, einst ein kleines Bauerndorf, wurde während der Schlacht völlig zerstört. Das einzig wiederaufgebaute Gebäude: die Kapelle, welche im Gedenken an die Schlacht einen zentralen Punkt darstellt.
Beeindruckend war das „Fort De Douaumont“, das größte Fort der Festung Verdun und heftig umkämpft. Unterhalb von drei Meter hohen Beton-Sand-Decken lebten während des Ersten Weltkrieges zuerst französische, nach der Einnahme auch deutsche Soldaten. Statt für die vorgesehen 750 Menschen diente der Stützpunkt nun circa 3.000 Menschen als Kaserne. Da sich die Frontlinie durch die Einnahme nun drehte, mussten auch die letzten Luft- und Lichtlöcher durch metertiefe Sandsackbarrikaden verschlossen werden. Neben Artillerie und Krankheiten waren auch Führungsunfälle eine der vielen Todesursachen der Soldaten.
Nächster Stopp war das Beinhaus von Douaumont. Die Architektur erinnert an ein in den Boden gestecktes Schwert zur Besiegelung des Kriegsendes. 130.000 nicht identifizierbare Soldaten liegen unterhalb des Gebäudes. Inmitten des Gebäudes steht ein 46 Meter hoher Turm, von welchem die Schüler die 16.142 Gräber auf dem Vorplatz des Beinhauses beobachten konnten.
Anschließend begaben sich alle auf den Soldatenfriedhof. „MORT POUR LA FRANCE 1914-1918“, übersetzt „Gestorben für Frankreich“, so lautet die Inschrift eines jeden Kreuzes. Einige der 16.142 Gräber beinhalteten nicht nur einen Soldaten, sondern drei oder vier. Der grundlegende Gedanke hinter diesem Friedhof war es, den Soldaten eine gemeinsame Ruhestätte zu schenken. Jene, die in der Schlacht brüderlich zusammen kämpften, sollten hier zusammen begraben werden. Es war einer der erkenntnisreichsten Momente. Jeder verstand spätestens bei dem Anblick der Totenköpfe oder den 16.142 Gräbern, wie grauenhaft die Jahre 1914 bis 1918 gewesen sein müssen. Der letzte Stopp der Exkursion war der deutsche Soldatenfriedhof Hautecourt. Hier liegen mehr als 7.000 Soldaten. Damit endete der lehrreiche Besuch der Stadt Verdun. Den Schülern wurde auf dieser Reise erneut bewusst, wie grauenhaft Krieg ist.
Der Soldatenfriedhof. „MORT POUR LA FRANCE 1914-1918.
