Allgemeine Berichte | 10.03.2016, 10:43 Uhr

30 Jahre Gleichstellung im Rhein-Sieg-Kreis

„Man muss alles in Bewegung bringen!“

Veranstaltung zum runden Geburtstag der Gleichstellungsarbeit in der Kreisverwaltung

Die Gleichstellungsbeauftragte (v.r.) Brigitta Lindemann, Landrat Sebastian Schuster, und dann die ehemaligen Gleichstellungsbeauftragten Kreisdirektorin a.D. Monika Lohr, Kreisdirektorin Annerose Heinze, Irmgard Schillo und Judith Schiementz.privat
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Rhein-Sieg-Kreis. 30 Jahre Gleichstellung im Rhein-Sieg-Kreis – ist das eigentlich wirklich ein Grund zum Feiern? Mit dieser ketzerischen Frage eröffnete die Gleichstellungsbeauftragte des Rhein-Sieg-Kreises ihre Veranstaltung zum runden Geburtstag der Gleichstellungsarbeit in der Kreisverwaltung. Rund 70 Teilnehmerinnen aus Verwaltung und Politik waren der Einladung gefolgt. Als erste Kreisgleichstellungsbeauftragte landesweit nahm Monika Lohr im Jahr 1986 ihre Arbeit auf; ihr folgten Annerose Heinze, Ulla Schrödl, Judith Schiementz, Irmgard Schillo und nun Brigitta Lindemann –Frauen, die sich mit viel Engagement, Einsatz und einem hohen Maß an Beharrlichkeit für die Frauenförderung sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stark machten. „Ich habe durch meine jahrelange politische Arbeit alle Gleichstellungsbeauftragten der Kreisverwaltung erlebt – ich verspreche und garantiere Ihnen, dass ich beim Thema „Gleichstellung“ weiter am Ball bleiben werde“, versicherte Landrat Sebastian Schuster bei seiner Begrüßung. Und passiert ist dann doch auch Einiges in den letzten Jahren. So gibt es eine Vielzahl von Arbeitszeitmodellen in der Kreisverwaltung, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern, eine gendergerechte Sprache wird beachtet, es gibt Aktionswochen für Frauen zu unterschiedlichen Themen, ein zweites Frauenhaus wurde eingerichtet, das Engagement gegen häusliche und sexuelle Gewalt besteht nach wie vor, Netzwerke wurden aufgebaut. Weitere Handlungsfelder ließen sich problemlos ergänzen. Aber, wie sieht es denn nun heute aus mit den Frauen im Arbeitsleben? Ganz so rosig nicht, wie Julia Kaup in ihrem Vortrag „Die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen – Eine Ursachenanalyse“ beschreibt; denn auch in der heutigen Zeit seien Frauen im Öffentlichen Dienst und in der freien Wirtschaft in Führungspositionen nicht so vertreten wie Männer. Dies liege an politischen, ökonomischen und betrieblichen sowie sozio-kulturellen Faktoren. Und nicht zuletzt an einem immer noch vorherrschenden Rollenbild: Männer sind aktiv, entscheidungsfreudig, rational – Frauen sind emotional, sanft, schwach! Dass diese Eigenschaften nicht gerade für die geborene Führungskraft sprächen, liege auf der Hand, so Julia Kaup. Erstaunlich sei es aber schon, dass sich diese tradierten Bilder in unserer hoch entwickelten und aufgeschlossenen Gesellschaft noch so „halten“ – hätten doch wissenschaftliche Studien schon längst bewiesen, dass aus psychologischer Sicht kein Unterschied zwischen Frauen und Männern besteht. „Auf einem Gebiet ist die Überlegenheit von Männern allerdings bewiesen: sie können besser werfen“, erläutert Julia Kaup.

Pressemitteilung

Kreisverwaltung Rhein-Sieg-Kreis

Die Gleichstellungsbeauftragte (v.r.) Brigitta Lindemann, Landrat Sebastian Schuster, und dann die ehemaligen Gleichstellungsbeauftragten Kreisdirektorin a.D. Monika Lohr, Kreisdirektorin Annerose Heinze, Irmgard Schillo und Judith Schiementz.Foto: privat

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