Buchprojekt widmet sich der Eisenbahngeschichte in Linz und Umgebung
Manchmal beginnt die Reise in die Vergangenheit mit nur einem Spatenstich
Linz. Manchmal ist die Stadtgeschichte nur einen Spatenstich entfernt. So war es auch bei Markus Birkenbach, als er neulich auf seinem Grundstück Am Hammerbachweg in Linz gemeinsam mit Albert Lehmann den Spaten in den Boden stach und auf eine Eisenbahnschiene stieß. Eine Eisenbahnstrecke? Mitten durch Linz? Und ob!
Wer nur das heutige Linzer Stadtbild kennt, dem ist nicht bewusst, welche Vielfalt und Bedeutung die Eisenbahn in der Stadt und auch in ihrer gesamten Umgebung hatte. Neben der rechtsrheinischen Bahnstrecke entlang des Rheins gab es auch ein sehr dichtes Eisenbahnnetz der Basalt-AG. Dieses Gleisnetz verlief u.a. am Freibad vorbei einmal quer durch die Stadt und erstreckte sich in die gesamte Umgebung der heutigen Verbandsgemeinde über die Sternerhütte bis in die Steinbrüche wie z.B. Mehrberg, Asberg, Willscheiderberg, Hummelsberg, Stümperich und Dattenberg.
Hinzu kamen die Bahnanlagen in den Steinbrüchen selbst sowie die Transport- und Umschlaganlagen (Seilbahnen, Bremsberge, Kräne etc.) für den Abtransport von Basalt und Basaltprodukten. Gleichfalls angeschlossen waren Betriebe, die den Basalt gleich vor Ort weiterverarbeiteten, etwa das Basaltinwerk an der Sternerhütte sowie das Teermischwerk und das Schmelzbasaltwerk in Kalenborn.
Ambitioniertes Buchprojekt
Bisher gibt es zu alldem kaum Literatur. Das soll sich jetzt ändern. Albert Lehmann arbeitet als Linzer dem Industrie- und Kleinbahnautor Andreas Christopher und Ulrich Clees vom Museum der Rhein-Sieg Eisenbahn (Asbach) zu, die an einem Buch über die Basalt-AG-Eisenbahnen und Umschlaganlagen mit Schwerpunkt auf Stadt und Verbandsgemeinde Linz arbeiten. Darin werden auch die Geschichte der Steinbrüche, der Zentralwerkstatt und des Basaltinwerkes an der Sternerhütte nicht zu kurz kommen.
Es wurden schon unzählige Stunden in Archiven verbracht und viele Bilder und Zeichnungen gefunden. Auch alte Relikte aus der Zeit der Linzer Talbahn, die einmal von der Sternerhütte entlang des Hammerbachs über den Rosengarten zu den Umschlaganlagen am Rheinufer führte, tauchten plötzlich wieder auf – zum Beispiel die alte Schiene am Hammerbachweg, die dort seit der Stilllegung der Bahn jahrzehntelang unberührt unter der Grasnarbe überdauert hat.
Zeitzeugen und -zeugnisse gesucht
Wer kann also helfen? Wer hat bei der Basalt gearbeitet, wer hat die Bahn noch selbst erlebt oder kann vom Lokführer-Großvater erzählen? Wer hat noch alte Bilder von diesen Bahnen und Anlagen? Ganz besonders interessieren Bilder von der Bahn mitten durch den Ort Kasbach, von den Gleisen am Rheinufer und von der sogenannten Talbahn in Linz, die einmal von der Sternerhütte entlang des Hammerbachs über den Rosengarten zu den Umschlaganlagen am Rheinufer führte. Die Bahn verlief u.a. vor dem Schwimmbadeingang und unterquerte die Asbacher Straße in einem kurzen Tunnel an der evangelischen Kirche. Es sind auch Fotos von Interesse, auf denen nur die Gleise zu sehen sind!
Ebenso werden Bilder aus den Steinbrüchen, von den Seilbahnen, den Bremsbergen und Verladeeinrichtungen gesucht – und den Menschen, die dort arbeiteten. Wer hat noch Bilder von den Eltern, Großeltern oder Urgroßeltern, auf denen die o.g. Bahnen, Anlagen und Menschen zu sehen sind?
Oft schlummern solche interessanten Bilder in alten privaten Fotosammlungen. Die Bilder muss man den Autoren nicht ausleihen, sie können bei einem zu Haus mit einem mobilen Scanner dupliziert und elektronisch gesichert werden. Das geht schnell und beschädigt die Originale keinesfalls.
Interessant sind aber auch Erzählungen von Zeitzeugen zu den Bahnen und Betrieben der BAG.
Kontaktinformationen
Wer helfen kann, meldet sich in Linz bei Albert Lehmann (Telefon: 01 60-96 40 09 80 oder E-Mail: ALFoto@t-online.de) oder bei Ulrich Clees (Telefon: 02 28-2 42 33 65, E-Mail ulrich.clees@museum-asbach.de
