Schwarze Schafe unter Motorradfahrern bereiten allenthalben Probleme
Manipulationen und verbotene Fahrweise schädigen Ruf
Deutscher Bundestag und EU-Parlament wegen Gesetzesänderungen eingeschaltet
Kreis Ahrweiler. Auf Initiative der Kommunen und Kreise der Region Nationalpark Eifel trafen sich jetzt rund 50 Vertreter aus ganz Deutschland im Dürener Kreishaus, um eine gemeinsame Kampagne gegen Motorradlärm zu starten (Blick Aktuell berichtete bereits exklusiv). Nachdem in den vergangenen Jahren viele Regionen jeweils für sich alleine Aktionen durchgeführt haben, soll dem Lärm nun bundesweit der Kampf angesagt werden. Neben Vertretern der Polizei und des Bundesverbandes der Motorradfahrer (BDVM) waren beispielsweise auch die Regionen Bergisches Land, Rhön, Odenwald, Sauerland, Südhessen und der Südschwarzwald vertreten. Die Bürgermeister der Nationalparkregion legen zunächst besonderen Wert auf die Feststellung, dass man mit dem Forderungskatalog und der Werbekampagne gezielt die „schwarzen Schafe“ anspricht. „Die Eifel und alle anderen betroffenen Regionen begrüßen ausdrücklich alle, die mit ihren Motorrädern einen Ausflug in unsere Regionen machen“, so Bürgermeister Hermanns. „Gemeinsam mit dem Bundesverband der Motorradfahrer treten wir dafür ein, dass diejenigen stärker sanktioniert werden, die durch Manipulationen und verbotene Fahrweise für unnötige Lärmbelästigungen verantwortlich sind und damit den Ruf aller Motorradfahrer beschädigen!“
Aktionsbündnis
Nach der Begrüßung durch Landrat Wolfgang Spelthahn stellte der Simmerather Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns bei der Konferenz als Sprecher des Eifeler Aktionsbündnisses einen Forderungskatalog mit zehn Punkten vor „Uns geht es im Wesentlichen um rechtliche Rahmenbedingungen, die die zulässigen Lärmgrenzwerte heruntersetzen sowie das technische Manipulieren von Maschinen drastischer unter Strafe stellen und somit abschrecken sollen“, so Hermanns. „Weiterhin soll eine Halterhaftung eingeführt oder eine zusätzliche Kennzeichnung am Helm oder an der Vorderseite der Motorräder angebracht werden, um der Polizei die Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten zu erleichtern.“ Der Forderungskatalog, der so einstimmig verabschiedet wurde, soll zeitnah an die Mitglieder des Deutschen Bundestages oder des Europaparlamentes weitergeleitet werden, um die erforderlichen Gesetzesänderungen auf den Weg zu bringen. Unterstützt werden sollen diese Forderungen durch eine begleitende Werbekampagne in allen betroffenen Regionen. Hierzu hat die „welcome Veranstaltungsgesellschaft“ ein umfangreiches Kampagnenkonzept vorgestellt. Unter dem Titel „Silent Rider - Die Kampagne gegen Motorradlärm“ soll die breite Bevölkerung auf die Lärmproblematik aufmerksam gemacht und rasende Motorradfahrer zu ordnungsgemäßem Fahren animiert werden. Frauke Landsberg von der Werbeagentur: „Die Kampagne wird einen bundesweiten Wiedererkennungswert haben, kann aber lokal an die Gegebenheiten der betroffenen Regionen angepasst werden.“ Um eine ausreichende Vorbereitungszeit zu haben, soll die Kampagne mit einer großen zentralen Auftaktveranstaltung im Frühjahr 2020 starten. „In den nächsten Wochen werden nun die betroffenen Regionen abgefragt, wer sich beteiligen möchte“, so die Initiative in ihrer Pressemitteilung abschließend.
