Das nächste Frauenfrühstück der evangelischen Gemeinde
Maria Sibylla Merian
Am Mittwoch, 27. März ab 9 Uhr
Montabaur. Wer kennt sie nicht, die Merian Hefte? Es werden Städte, Landschaften und Länder vorgestellt, die Wünsche oder Fernweh bewirken. Der Name geht auf den Kupferstecher Matthäus Merian zurück. Er lebte im 17. Jahrhundert und ist der Vater von Maria Sibylla, geboren am 2. April 1647 am Ende des Dreißigjährigen Krieges. Über ihr außergewöhnliches Leben berichtet Eva Knöllinger-Acker im Frauenfrühstück der evangelischen Gemeinde am Mittwoch, 27. März von 9 bis 11 Uhr im Gemeindehaus der Pauluskirche in Montabaur. Ihre künstlerische Begabung wurde schon sehr früh deutlich, aber nicht unterstützt. Erst ihr Stiefvater förderte ihr Talent und so übertraf sie mit elf Jahren bald ihren Lehrer. Ihr besonderes Interesse galt den Insekten. In ihrem Skizzenbuch kommt auch ihr persönlicher Malstil zum Ausdruck. Mit 18 heiratet sie, bekommt zwei Töchter. 1670 siedelt die Familie nach Nürnberg über; sie musste zum Lebensunterhalt durch vielfältige Tätigkeiten mit beitragen. Außerdem unterrichtete sie junge Frauen in der Blumenmalerei und -stickerei. In dieser Zeit ließ sie auch das Buch über „Der Raupen wunderbare Verwandlung und sonderbare Blumennahrung“ verlegen. Mit 38 Jahren entschloss sie sich mit ihrer Mutter und ihren zwei Töchtern nach Schloss Walta-State / Niederland zu gehen. 1692 wurde sie geschieden. Nach dem Tod ihrer Mutter zog sie nach Amsterdam. Als anerkannte Naturforscherin bekam sie zu vielen Gewächshäusern, Orangerien und dem Botanischen Garten Zutritt, die ihren Studien nützlich waren. Um eine Reise nach Surinam zu finanzieren, nutzte sie ihre Kontakte, verkaufte ihre Sammlungen und Bilder. 1699 ging sie mit ihrer jüngeren Tochter an Bord eines Kauffahrtseglers, obwohl Freunde und Bekannte ihr dringend abrieten. Ungewöhnlich war, dass sie dort ihre Studien fortsetzte. Reisen nach Südamerika waren nur üblich, um durch Ausbeutung von Sklaven schnell reich zu werden oder um als Abenteurer nach Schätzen zu suchen. Nach zwei Jahren war Maria Sibylla den Anstrengungen nicht mehr gewachsen, erkrankte heftig an Malaria. Die 54-Jährige traf im September 1701 mit ihrer Tochter wieder in Amsterdam ein. Danach erschien auch ihr Hauptwerk „Metamorphosis insectorum Surinamensium“. Zwei Jahre vor ihrem Tod erlitt sie einen Schlaganfall und konnte sich nur noch im Rollstuhl fortbewegen. 1717 starb sie 69-jährig. Die Anmeldung zum Frauenfrühstück ist unter Tel. (0 26 02)13 49 88 0 möglich.
