Allgemeine Berichte | 03.12.2019

Einsegnung der restaurierten Mariengrotte in Unkel

Mariengrotte am „Fückenbörnchen“ erstrahlt in neuem Glanz

Jagdgenossenschaften finanzierten die Restaurierung des schwer beschädigten Bildstocks

Zum Gruppenfoto holte Gerhard Hausen die treibenden Kräfte der Sanierung, den Restaurator und den Geistlichen am Bildstock. Foto: DL

Unkel. „Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes“, begrüßte Elisabeth ihre schwangere Verwandte laut dem Evangelisten Lukas. Diese Erzählung von der Begegnung der beiden Schwangeren, der späteren Mutter von Johannes dem Täufer und der jungen Gottesmutter Maria, hatte Pfarrvikar Andreas Arend für die Einsegnung der restaurierten Mariengrotte ausgesucht, die auf halber Höhe des Rheinsteig-Aufstiegs steht, der von der L 252 steil an der Südflanke des Elsbergs Richtung Bruchhausen führt. Dorthin zu der ehemaligen Quelle am Fückenbörnchen, heute Fuchsenbrunnen oder auch „Am Lestert“, hatte Stadtbürgermeister Gerhard Hausen eingeladen. Begrüßen konnte er dort zusammen mit seinem Beigeordneten Markus Winkelbach neben dem Geistlichen zahlreiche Ratsmitglieder, Stadtarchivar Wilfried Meitzner sowie den Vorsitzenden des Geschichtsvereins, Piet Bovy, und nicht zuletzt die Initiatoren der Restaurierung, Adalbert Fuchs und Egon Roos als Vertreter der Angliederungsgenossenschaft des Eigenjagdbezirks und der Jagdgenossenschaft Unkel, samt Restaurator Andreas Hartmann.

„Das, was wir heute hier sehen, ist eine Gemeinschaftsleistung der Stadt und der Jagdgenossenschaften, von denen Sie, Herr Roos und Herr Fuchs dankenswerterweise federführend die Organisation übernommen haben“, so der Stadtchef, der nicht vergaß, darauf hinzuweisen, dass Juliane und Werner Schumacher über Jahrzehnte hinweg die Pflege des Heiligenhäuschens übernommen hatten. Vermeiden, dass dieses in einen äußerst desolaten Zustand gekommen war, konnten sie jedoch nicht.

„In der Grotte stand früher eine kölnische Marienstatue um 1300, die in ihrem rechten Arm das Jesuskind hält, das die Weltkugel mit Kreuz trägt. Zu sehen ist diese Madonna nur noch auf dem Schild rechts neben der Grotte, da die gotische Skulptur in den 30er Jahren gestohlen worden ist“, erinnerte Wilfried Meitzner.

Die in den Hang gebaute Grotte war im Vorjahr zu Beginn der Arbeiten in einem sehr bedenklichen Zustand. „Zwar war der Außen-Verputz noch weitgehende intakt, allerdings hatte sich das Bruchsteinmauerwerk vor allem in dem Bildstock durch Hangbewegungen stark verformt“, berichtete Andreas Hartmann. Dadurch hätten sich nicht nur Risse gebildet, Steine seien vielmehr locker geworden und sogar teilweise herausgefallen. Für weitere Schäden könnte man das Wurzelwerk der umliegenden Pflanzen verantwortlich machen sowie vor allem auch Frostsprengungen. „Auch die Ersatz-Marienfigur aus Gips war stark verschmutzt und durch über längere Zeit von der Grottendecke herabtropfende Feuchtigkeit beschädigt“, ergänzte der Restaurator.

„Die Sanierung des Bildstocks ist nach Instandhaltungsarbeiten rund um den Wasserfall das zweite Projekt der Genossenschaften, dem nun auch noch Insektenhotels rund um den Stux-Weinberg folgen“, berichtete Adalbert Fuchs. Aufgekommen war die Idee, die Grotte inklusive des Zuweges zu sanieren, bereits 2015, wobei man damals von Kosten in Höhe von rund 1.500 Euro ausgegangen war. Eine Schätzung, die sich als erheblich zu optimistisch erweisen sollte. „Allein der Wegebau hat knapp 10.000 Euro verschlungen, die Instandsetzung der Grotte schlug dann nochmals mit etwa 6.500 zu Buche“, rechnete Egon Roos vor, der ein Foto mitgebracht hatte, auf dem er als Junge zusammen mit seinen Großeltern nach der Arbeit im Wingert an der Grotte zu sehen ist.

„In einem ersten Schritt haben wir zusammen mit dem Bauhof den höheren Bewuchs auf der Grotte entfernt, wobei zwei mächtige Sträucher auf Anraten von Förster a.D. Hartmut Hennig nur massiv zurückgeschnitten worden sind, da ihre Wurzeln das Erdreich stabilisieren“, so Andreas Hartmann. In einem zweiten Schritt habe er alle Oberflächen der Grotte mit Heißdampf gereinigt. Lose Steine habe er ausgelöst und neu eingesetzt. Dabei habe er, um Ausblühungen zu vermeiden, statt Zementputz einen Kalkputz gewählt, der keine bauschädlichen Salze enthält. Im Halbrund der Wände seien Bruchsteine zum Einsatz gekommen, für die Wölbung der Konche habe er leichtere Steine aus Tuff verwendet. Mit diesem Putz auf Kalkbasis wurde auch die schadhafte Konchen-Verdachung saniert, in die eine neues Kreuz aus Zementguss gesetzt wurde, bevor die Oberflächen der Grotte innen wie außen einen neuen Anstrich erhielten. Abschließend wurden die Angeln und das Metallgitter, das mit drei Schlössern die Statue sichert, mit Tannin behandelt, um eine Korrosion zu verhindern, und abschließend mit Schmiedelack gestrichen.

„Die Grotte wird auch in Zukunft immer Bewegungen im Erdreich ausgesetzt sein. Entsprechen sollte ihr Zustand auf Verformungen hin aufmerksam beobachtet werden“, riet Andreas Hartmann. Außerdem regte er an, das Umfeld rund um den Bildstock, neben dem eine Sitzbank steht, durch gezielte Bepflanzung oder eine gärtnerische Gestaltung über die bereits angelegte Sichtachse zu dem unter ihm liegenden Wasserfall in der „Unkeler Schweiz“ hinaus weiter aufzuwerten. „Mit der Konservierung und Restaurierung der Mariengrotte ist dieses Kleinod wieder in einen stabilen und vor allem präsentablen Zustand versetzt worden“, freute sich Gerhard Hausen, während sich der Bildstock für Andreas Arend etwa Rheinsteigwanderern als idealer Ort der Ruhe und Entspannungen anbiete sowie als ein idyllischer Ort der Begegnung mit Gott. DL

Zum Gruppenfoto holte Gerhard Hausen die treibenden Kräfte der Sanierung, den Restaurator und den Geistlichen am Bildstock. Foto: DL

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