Der Urbacher Jahrmarkt ist ein Gemeinschaftswerk von Gemeinde, Kirmesgesellschaft, VVV und Sportverein
Markt der Gemeinschaft am Einheitstag
Urbach. Die erste Oktoberwoche bietet für die Menschen in Urbach und der Umgebung besonders gute Möglichkeiten zum Treffen, Feiern und Shoppen: Seit der Wiedervereinigung Deutschlands findet am Tag der Deutschen Einheit der Urbacher Jahrmarkt statt. Und ebenso regelmäßig folgt am Wochenende darauf die mehrtägige Kirmes, veranstaltet von der Urbacher Kirmesgesellschaft. Der Jahrmarkt erfreute auch diesmal wieder durch ein großes Angebot an Dingen des täglichen Gebrauchs sowie Kunsthandwerk, Schmuck, Holz- und Lederwaren und auch Lebensmittel.
Das Kirmeszelt war schon aufgebaut. Hier konnte man nach - oder vor - erfolgreichem Einkauf bei leckeren Getränken und stimmungsvoller Musik von Alleinunterhalter Werner Eul vergnügliche Stunden verbringen. „Die Ortsgemeinde Urbach freut sich gemeinsam mit den Vereinen auf Ihren Besuch“, hatte Ortsbürgermeisterin Brigitte Hasenbring in der Ankündigung versprochen. Das Fest ist eine Gemeinschaftsleistung von vielen Beteiligten in Urbach.
Ursprünglich war immer der erste Dienstag im Oktober der Markttag in Urbach. Gefolgt von der Kirmes am Wochenende darauf. Das wurde mit der Einführung des Tags der Deutschen Einheit geändert. Seitdem ist immer der 3. Oktober der Markttag. Als Einheit versteht man sich auch in Urbach: Die Kirmesgesellschaft besorgt das Zelt, die Gemeinde beteiligt sich an den Kosten, und die Vereine helfen beim Aufbau und der Bewirtung der Gäste. „Alle arbeiten zusammen und die Einnahmen fließen in einen Topf“, beschreibt die Ortsbürgermeisterin das Gemeinschaftsprojekt. Neben der Kirmesgesellschaft sind beteiligt der Verkehrs- und Verschönerungsverein, der Sportverein
Der VVV bereicherte den Markt mit einem Weinstand, wo leckere Rebsorten vom Rhein angeboten wurden. Der Sportverein bringt sich mit einem Thekendienst ein, und der Gemeinderat, verrät Brigitte Hasenbring, übernimmt traditionell den letzten Thekendienst für die ganz Standhaften. Die Ortsbürgermeisterin selbst zapft dann allerdings kein Bier, sondern kontrolliert die Einnahmen an der Bonkasse.
Trotz angekündigter und tatsächlich niedergehender gelegentlicher Regenschauer hatten sich diesmal sogar mehr Händler als in den Vorjahren für den Markt angemeldet, allerdings mit zum Teil kleineren Ständen. Nur ein angemeldeter Anbieter war überraschend nicht gekommen. Neu hinzugekommen bei den Mitwirkenden war in diesem Jahr die evangelische Gemeinschaft aus Urbach. Hier wurden Waffeln gebacken und Spiele für die Kinder in der Turnhalle angeboten. Unter den Händlern fand man diesmal auch wieder einen Anbieter feiner und exotischer Gewürze.
Eine Innovation des Marktgeschehens war die von Matthias Ahlhäuser angebotene Radtour mit Mountainbikes durchs Urbacher Gelände zur Eröffnung des Markttags. Die war noch ein Bestandteil des 50-jährigen Jubiläums der fusionierten Gemeinde Urbach in diesem Jahr, die bis 1969 aus den eigenständigen Orten Kirchdorf und Überdorf bestanden hatte.
Der Urbacher Jahrmarkt hat seinen Ursprung in seiner historischen Funktion als Gerichtsort der Grafen zu Wied im Mittelalter. „Hochgericht ober der Alteck“ war die Bezeichnung hierfür. „Mangels Fernsehen und Internet war so ein Gerichtstag für die Menschen damals natürlich noch eine Attraktion“, erklärt schmunzelnd die Ortsbürgermeisterin. Und weil viel Volk unterwegs war, nutzten logischer Weise die Händler die Gelegenheit, ihre Waren an den Mann und die Frau zu bringen. Damit verbunden war die Verleihung der Marktrechte an den Ort Urbach. Noch heute ist der Markt auch ein Anlass für viele Menschen, sich in Urbach zu treffen, auch für viele ehemalige Urbacher, die der alten Heimat noch mal einen Besuch abstatten. Der eigentliche Handel dagegen hat in Zeiten von Internet und Pakethandel etwas an Bedeutung verloren. „Früher war das anderes“, erinnert sich Brigitte Hasenbring, „da versorgten sich noch viele Menschen auf dem Markt mit den wichtigen Dingen an Kleidung, Haushaltswaren und Gebrauchsgegenständen, die übers Jahr benötigt wurden.“
Die beiden Mädchen hatten Interesse an den vielen Schmuckartikeln.
Nicht nur das Kaufen, auch das Flanieren und Bekannte treffen sind Gründe, den Urbacher Jahrmarkt zu besuchen.
Am Stand des Verkehrs- und Verschönerungsvereins gab es Köstlichkeiten von erlesenen Mittelrhein-Weinsorten.
Die Evangelische Gemeinschaft war zum ersten Mal dabei und erfreute die Besucher mit frischen Waffeln und Spielen für die Kinder.
