Allgemeine Berichte | 05.09.2017

Eine Dorf-Kirmes mit Tradition

Martin Luther zu Gast in Kemmenau

Die bunt geschmückten Rädchen der Kemmenauer Kinder. MFU

Kemmenau. Eigentlich ist Kemmenau für seinen „Blauen Himmel“ bekannt. Sagt man doch: „In Kemmenau ist der Himmel blau, da tanzt der Ziegenbock mit seiner Frau“. In diesem Jahr war es aber zur traditionsreichen Dorfkirmes alles andere als spätsommerlich sonnig und warm. Wolkenverhangen und kalt war es in dem staatlich anerkannten Erholungsort, der im Naturpark Nassau liegt, nördlich des Lahntals im Naturraum Niederwesterwald unmittelbar östlich des Obergermanisch-Raetischen Limes, der auf dem Gemeindegebiet noch deutlich erkennbar ist.

So wurde von der Interessengemeinschaft kurzerhand das Programm umgestellt. Der Ortsbürgermeister Norbert Jachtenfuchs begrüßte die kleinen und großen Gäste zur Dorfkirmes. Aufgrund des Regens musste die Andacht von Pfarrerin Nadine Hofmann- Driesch in das Gemeindehaus verlegt werden. Pfarrerin Nadine Hofmann-Driesch begrüßte die Gemeinde und sie war nicht allein gekommen. Auf dem Weg war ihr jemand an der Bushaltestelle begegnet, der gar nicht in Kemmenau wohnt. Erst auf den zweiten Blick habe sie erkannt, dass es Herr „Luther“ war und da hat sie ihn mitgebracht. „Guten Tag, liebe Kemmenauer, schön, dass ich bei Euch zu Gast sein darf. Ihr könnt auch Martin zu mir sagen. Hallo Kinder!“ So der Einstieg in einen sehr lebendigen Gottesdienst. Erzählte die Geschichte doch im Zwiegespräch mit der Handpuppe Martin Luther, der ja eigentlich in Wittenberg zu Hause war und in diesem Kirchenjahr „Reformationsjubiläum“ feiert, „Es geht nicht darum, wie groß etwas gefeiert wird oder wie schmuck man sich herausgeputzt. Es sagt nichts über die Wertigkeit aus, ob ein Fest tausende Besucher begrüßen kann, oder man sich auf einer eher kleinen, friedvollen Dorfkirmes, wie in Kemmenau wiederfindet. Wie gut, dass Gott genauso denkt. Hier bei euch kann man sehen, dass jeder Einzelne wichtig ist, auf jeden kommt es an“, so Pfarrerin und Luther unisono. Nach dem Gottesdienst ging es nach draußen, um den Kirmesbaum zu schmücken. Mittlerweile hatte es sogar aufgehört zu regnen. Eine große Birke wurde von den Kindern und der mithilfe der Elternschaft mit bunten Bänder und Ballons geschmückt. Im Anschluss wurde er von starken Männern aufgestellt. Die Kinder hatten bereits am Freitag ihre Fahrrädchen, Roller, Dreiräder mit bunten Bändern und Luftballons geschmückt. Da die Sonne sich sogar noch sehen ließ, entschlossen sich die Kinder mit den Eltern und der Pfarrerin doch noch eine kleine Runde durch den Ort zu gehen. Auch der Reitverein Kemmenau war wieder mit zwei schönen Pferden vor Ort und die Kinder durften auf ihnen reiten. Dank des guten Miteinanders in Kemmenau wird diese kleine, aber feine, Kirmes jedes Jahr gefeiert. Jeder in diesem Ort ist wichtig, ob das Orga-Team, die Freiwillige Feuerwehr Kemmenau, Oma, Opa, Mama, Papa und wer sonst noch alles mit anpackt. Die Grillmeister genauso wie das Team am Getränkestand. Später wurde noch die Hüpfburg aufgeblasen, und Entenangeln fand auch noch statt.

Die Grillmeister sogten für saftige Steaks, Würstchen und Pommes.

Die Grillmeister sogten für saftige Steaks, Würstchen und Pommes.

Der Reitverein Kemmenau war wieder mit zwei schönen Pferden vor Ort.

Der Reitverein Kemmenau war wieder mit zwei schönen Pferden vor Ort.

Pfarrerin Nadine Hofmann-Driesch mit Martin Luther.

Pfarrerin Nadine Hofmann-Driesch mit Martin Luther.

Die bunt geschmückten Rädchen der Kemmenauer Kinder. Fotos: MFU

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