Allgemeine Berichte | 22.03.2022

Mauerbienen begrüßen den Frühling

Drei frischgeschlüpfte Männchen der gehörnten Mauerbiene, erkennbar an der weißen Schnauze. Fotos: privat

Bendorf. Seit Mitte März kann man an den Wildbienenhotels die ersten Wildbienen sehen. Es sind die Mauerbienen - honigbienengroße Tiere - die in großer Zahl schlüpfen. In einer Jahreszeit, in der es den Honigbienen oft noch zu kalt ist, beginnen die Mauerbienen schon mit dem Besuch der Blüten der Frühblüher in den Gärten und in der freien Natur.

Die gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) liebt Gärten und Parkanlagen und nutzt für ihre Brut alle verfügbaren Hohlräume in ihrer Umgebung: Mauerritzen, Löcher im Verputz aber auch gerne künstliche Nisthilfen.

In der „Bienenhotelanlage“ gibt es verschiedene Nisthilfen für die Wildbienen. Am beliebtesten sind bei den Mauerbienen Bambusröhren, die einen Durchmesser von 6 - 10 Millimeter haben. In den Holzblöcken bevorzugen sie auch die vorgebohrten Löcher mit einem Durchmesser von 6, 7 und 8 Millimetern.

Bienenhotels sollten einen regengeschützten, sonnigen Platz haben. Hier zeigen die Brutröhren nach Osten und stehen an der Hauswand unter einem großen Dachüberstand. Wichtig bei den Brutröhren ist, dass sie an der Öffnung und innen glatt sein müssen, das Holz trocken sein sollte und dass alte Brutröhren im Herbst gesäubert werden.

Nach 7 Monaten in der Brutröhre schlüpfen als erstes die Männchen der Mauerbienen, einige Tage später drängen auch die Weibchen in die Freiheit. Die Weibchen beginnen sofort mit dem Blütenbesuch, um Nektar und Pollen in die leeren Brutröhren einzutragen. Hier schaffen sie mehrere Kammern, die sie mit einem Gemisch aus Honig und Pollen versehen und in die sie jeweils ein Ei ablegen. Nach 3-4 Tagen schlüpft eine kleine Larve, die in ein paar Wochen den Futtervorrat aufbraucht, heranwächst und sich dann verpuppt. Im Sommer schlüpfen dann die fertigen Insekten aus der Puppenhülle und verbringen die restliche Zeit bis zum nächsten Frühjahr in ihrer Brutröhre.

Mauerbienenweibchen beginnen sofort nach dem Schlüpfen mit dem Blütenbesuch. Sie sind nicht auf bestimmte Pflanzen spezialisiert, sondern besuchen fast alles, was blüht. Zu den Favoriten zählen der Blaustern, der Hohle Lerchensporn, die Weide, der Ahorn, die Kirsche, die Pflaume, der Apfel und die Birne, daneben werden auch blühende Pflanzen aus der Gärtnerei angenommen wie zum Beispiel Saxifraga rosacea, der Rosen-Steinbrech.

Hat man ein neues Bienenhotel installiert, wird man natürlich nicht direkt die Tiere in Massen anlocken, es braucht etwas Geduld. Bei einer Flugzeit der ausgewachsenen Bienen von sechs bis acht Wochen dauert es natürlich einige Jahre, bis die „Hotels“ voll sind. Dietmar Müller verschenkt manchmal voll besetzte Bienenhotels, damit die Wartezeit nicht zu lang wird - hier ist natürlich die Platzauswahl im neuen Garten sehr wichtig.

Für Dietmar Müller bedeutet die Zeit der Mauerbienen - jetzt beginnt der Frühling. Wie man an den Fotos sieht, kann man ganz nahe an die Tiere herangehen, sie sind harmlos.

Bienen sind in Mitteleuropa die wichtigsten Pflanzenbestäuber und tragen so zur Vielfalt des Lebens, bei. Für die Artenvielfalt der Pflanzen sind die bestäubenden Tiere unerlässlich, da sie zur Fortpflanzung nicht nur beitragen, sondern diese vielfach erst ermöglichen.

Dietmar Müller

„Hotelanlage“ für Wildbienen im Stillen Winkel in Bendorf.

„Hotelanlage“ für Wildbienen im Stillen Winkel in Bendorf.

Frisch geschlüpfte Mauerbienen.

Frisch geschlüpfte Mauerbienen.

Weibliche Mauerbiene auf Rosen-Steinbrech.

Weibliche Mauerbiene auf Rosen-Steinbrech.

Drei frischgeschlüpfte Männchen der gehörnten Mauerbiene, erkennbar an der weißen Schnauze. Fotos: privat

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