Allgemeine Berichte | 11.11.2016

Veterinäramt und Katastrophenschutzeinheiten übten Tierseuchenbekämpfung im Kreis Neuwied

Maul- und Klauenseuche wurde in einer Übung überregional bekämpft

In einer überregional angelegten Übung probten Einsatzkräfte, Katastrophenschutzeinheiten und Behörden aus den Landkreisen Neuwied, Altenkirchen, Rhein-Lahn und Westerwald die Bekämpfung einer angenommenen Maul- und Klauenseuche (MKS) im Westerwald. Der Erste Kreisbeigeordnete und Dezernent für das Gesundheitswesen und Verbraucherschutz, Achim Hallerbach, begrüßte die Teilnehmer der Übung.Technische Einsatzleitung Landkreis Neuwied

Kreis Neuwied. In einer überregional angelegten Übung probten Einsatzkräfte, Katastrophenschutzeinheiten und Behörden aus den Landkreisen Neuwied, Altenkirchen, Rhein-Lahn und Westerwald die Bekämpfung einer angenommenen Maul- und Klauenseuche (MKS) im Westerwald. Das Szenario beinhaltete den Ausbruch sowie die notwendigen eingeleiteten Maßnahmen an verschiedenen Standorten im Kreis Neuwied. Nach den zunächst an lediglich zwei Standorten festgestellten MKS-Fällen breitete sich die Erkrankung dann jedoch unter anderem auf den Zoo Neuwied aus. Tierärztin Ilonka Degenhardt als fachliche Leiterin der Übung erläuterte die wesentlichen Komponenten einer solchen Übung: „Nach der Meldung eines ersten Verdachtes erfolgen Untersuchungen durch die Experten des Veterinäramtes, zum Beispiel durch Blutentnahme oder klinische Befunde. Für die Dauer der Untersuchung wird der betroffene Betrieb bereits gesperrt. Nach Bestätigung werden die erforderlichen Schritte eingeleitet. Hierzu zählen Maßnahmen zur Vermeidung einer weiteren Ausbreitung. Ist die Tötung der Tiere erforderlich, müssen umfangreiche Vorbereitungen getroffen werden.“

In den betroffenen Betrieben werden darüber hinaus umfangreiche Ermittlungen durchgeführt, um mögliche Kontakte und Verbreitungswege festzustellen. Dafür müssen sämtliche Personen- und Tierkontakte über einen vordefinierten Zeitraum ermittelt werden.

Praktischer Teil in Rüscheid

Ein praktischer Teil der Übung fand auf dem Rehhof in Rüscheid statt. Dort wurden Proben genommen, Tiere untersucht und von Feuerwehr und THW Personen- und Fahrzeugdekontaminationsanlagen errichtet. Fahrzeuge, die den Hof verließen, mussten desinfiziert werden. Die Einsatzkräfte an der Fahrzeugdekontamination mussten nach ihrer Tätigkeit ebenfalls dekontaminiert werden. - und dies wurde praktisch geübt.

Viele Helfer im Einsatz

Insgesamt waren nach Angaben der Kreisverwaltung Neuwied in der Stabsübung rund 50 Personen aus den Veterinärämtern der Verwaltung, Feuerwehr, THW, Bundeswehr, Polizei im Einsatz. Hinzu kommen über 80 Einsatzkräfte vor Ort in Rüscheid. Im Realfall wäre diese Zahl jedoch deutlich höher anzusetzen. Holger Kurz von der Einsatzleitung schätzt den Bedarf auf mehr als 600 Personen.

Landesweite Übungen in regelmäßigen Abständen

Das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten führt in regelmäßigen Abständen landesweite Übungen zur Bekämpfung von Tierseuchen durch. In diesem Jahr wird die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche (MKS) geübt. An sechs verschiedenen Stellen im Land wird ein Ausbruch der MKS simuliert. Eine dieser sechs angenommenen Stellen im Land lag im Kreis Neuwied. Die Amtstierärzte und das Verwaltungspersonal der Kreisverwaltungen Neuwied, Altenkirchen, Westerwaldkreis und Rhein-Lahn-Kreis probten zwei Tage lang gemeinsam mit den Katastrophenschutzeinheiten den Ernstfall eines Ausbruchs der MKS. Das Lagezentrum, von dem aus der Stab die Maßnahmen koordinierte, war im Veterinäramt der Kreisverwaltung Neuwied eingerichtet. Die verschiedenen Szenarien des Tierseucheneinsatzes wurden von der Übungsleitung realitätsnah eingespielt und von den Experten abgearbeitet.

MKS – eine gefährliche, hochansteckende Tierseuche

Die MKS ist eine hoch ansteckende, akut verlaufende, fieberhafte Viruserkrankung der Klauentiere wie Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine. Die wichtigste Ansteckungsquelle sind erkrankte Tiere. Die Übertragung erfolgt sowohl direkt von Tier zu Tier als auch indirekt über viruskontaminierte Personen, Fahrzeugen und den Wind. Die Maul- und Klauenseuche ist eine der wirtschaftlich folgenreichsten Tierseuchen. Sie ist gekennzeichnet durch einen raschen Verlauf im Viehbestand und die schnelle Verbreitung über größere Gebiete. Bei den bösartigen Verlaufsformen können 50 bis 70 Prozent der Jungrinder und Ferkel sterben.

MKS ist für den Menschen ungefährlich. Im Handel angebotenes Fleisch, Milch und Milchprodukte können bedenkenlos verzehrt werden.

Ein praktischer Teil der Übung fand auf dem Rehhof in Rüscheid statt. Dort wurden Proben genommen, Tiere untersucht und von Feuerwehr und THW Personen- und Fahrzeugdekontaminationsanlagen errichtet.

Ein praktischer Teil der Übung fand auf dem Rehhof in Rüscheid statt. Dort wurden Proben genommen, Tiere untersucht und von Feuerwehr und THW Personen- und Fahrzeugdekontaminationsanlagen errichtet.

Maul- und Klauenseuche wurde in einer Übung überregional bekämpft

Fahrzeuge, die den Hof verlassen, müssen desinfiziert werden. Feuerwehr und THW errichteten Personen- und Fahrzeugdekontaminationsanlagen.

Fahrzeuge, die den Hof verlassen, müssen desinfiziert werden. Feuerwehr und THW errichteten Personen- und Fahrzeugdekontaminationsanlagen.

In einer überregional angelegten Übung probten Einsatzkräfte, Katastrophenschutzeinheiten und Behörden aus den Landkreisen Neuwied, Altenkirchen, Rhein-Lahn und Westerwald die Bekämpfung einer angenommenen Maul- und Klauenseuche (MKS) im Westerwald. Der Erste Kreisbeigeordnete und Dezernent für das Gesundheitswesen und Verbraucherschutz, Achim Hallerbach, begrüßte die Teilnehmer der Übung. Fotos: Technische Einsatzleitung Landkreis Neuwied

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