Unterschriftenaktion ins Leben gerufen
Mayschoßer wollen ihren Campingplatz behalten
Mayschoß. Es ist schon ein kleines Idyll: Umrahmt von Wald und Weinbergen am Fuße des Berges Etzhardt liegt der Mayschoßer „Campingplatz zur Burgwiese“. Der Platz für Wohnmobil und Co. bietet gerade für Besucher aus dem benachbarten Nordrhein-Westfalen eine gute Möglichkeit, am Wochenende einfach mal abzuschalten. In der Campingplatz „Dutchman´s Pub“ serviert der Wirt Willie Haminga kaltes Bier und kleine Speisen und es gibt es sogar einen kleinen Swimmingpool. Eigentlich alles perfekt im Camping-Kosmos. Doch seit einiger Zeit ist die Stimmung nicht mehr ganz so gut. Denn es machen Gerüchte die Runde, dass der Besitzer des Platzes, der Fürst von Arenberg, die Örtlichkeit in Bauland umwandeln will. Für Helga Dettmann, der Pächterin und dem Campingplatz-Angestellten Guido Kurzbach war die drohende Räumung gleich Anlass, die Initiative zu ergeifen. Dettmann und Kurzbach riefen eine Petition und Unterschriftenaktion ins Leben, um den drohenden Aus des Platzes zuvor zu kommen. „Seit 2005 haben wir viel Zeit und Geld in den Platz investiert“, so Kurzbach. „Das möchten wir uns nicht einfach so weg nehmen lassen“, sagt er. Immerhin haben die Mayschoßer ein Herz für die Camper: Insgesamt wurde bisher 2267 Unterschriften gesammelt; 634 Unterzeichner hat die Petition gefunden. Und das ist angesichts der Gesamteinwohnerzahl von Mayschoß von knapp 900 eine durchaus respektable Summe.
In den letzten Jahren haben Dettmann und Kurzbach den Platz auf einen neuen und modernen Stand gebracht. „Wir haben Solarpanele verlegen lassen, einen neuen Duschcontainer errichtet und ein freies WLAN-Netz installiert“, erklärt Kurzbach die Umbaumaßnahmen. „Es wäre doch schade, wenn das alles umsonst gewesen wäre“. Von diesen Maßnahmen profitieren in erster Linie die Camper. Aber allein die Gerüchte zur drohenden Räumung schrecken mittlerweile manchen Stammgast ab: Viele der kleinen Parzellen stehen frei.
Noch ist nichts entschieden
Auch Bürgermeister Hubertus Kunz versteht die Sorgen. Dennoch hält er das Engagement von Dettmann und Kurzbach für etwas übereilt. Denn der Antrag der Von Arenbergschen-Verwaltung wurde dem Mayschoßer Gemeinderat zwar gestellt.
Abgestimmt wurde jedoch darüber noch nicht. „Auch bei der konstituierenden Sitzung am 19. August wird das Thema nicht auf der Tagesordnung stehen“, erläutert Kunz. Dass das Thema polarisiert, ist auch dem Gemeindechef sehr bewusst. „Hier ist mächtig Druck auf dem Kessel“, so Kunz. Trotzdem solle man sich nicht wilden Spekulation hingeben, appelliert er. Denn die Gerüchteküche brodelt gewaltig im Ort. So hieß es vor, dass sogar ein Wärmekraftwerk dort entstehen soll, wo heute noch die Camper residieren.
Es mangelt an Bauland
Dass die Gemeinde oder der Rat gegen den Campingplatz seien, weist Kunz jedoch zurück. „Über das Thema wird und wurde kontrovers diskutiert“, weiß der Bürgermeister. Ob es letztendlich zum Bebauungsplan kommt oder nicht, wird schließlich der Rat entscheiden. Hubertus Kunz wird sich sowohl einen „Ja“ als auch einem „Nein“ fügen, wie er sagt. Fakt sei jedoch, dass es auch in Mayschoß an Wohnhäusern für junge Familien mangele. Und falls der Campingplatz dicht gemacht werden sollte, soll ebenda Wohnbauland entstehen.
Die initiative von Kurzbach und Dettmann geschieht dabei nicht nur aus reinem Selbstschutz wie die beiden betonen. „Am Campingplatz hängen auch Arbeitsplätze“, sagt Kurzbach. Außerdem sei die Kaufkraft der Camper ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor für den Ort. Und da es mittlerweile an Übernachtungsmöglichkeiten mangele, kommt dem Camping-Platz eine immer wichtigere Bedeutung bei. Auch in der Camping-Gastronomie träfen sich nicht nur Urlauber sondern auch Vereine aus Mayschoß und den umliegenden Orten. „Hier kommen sowohl ältere Mayschoßer als auch Jugendliche hin“, weiß Kurzbach. Denn das „Dutchman´s Pub“ sei ein wichtiger Treffpunkt, nachdem viele Kneipen an der Mittelahr geschlossen haben.
Unterschriften sollen übergeben werden
Mit ihrer Petition und Unterschriftliste treten Kurzbach und Dettmann nun an den Gemeinderat. „Bei der Sitzung am 19. August werden wir die Listen an den Bürgermeister und den Rat übergeben“, erklären die beiden. Und auch wenn der Campingplatz bei der nächsten Sitzung nicht auf der Agenda steht, wird das Thema sicher nicht unerwähnt bleiben. „Wenn die Petition übergeben wird, werde ich dazu natürlich auch etwas sagen“, lässt Bürgermeister Hubertus Kunz durchblicken. ROB
Eingerahmt von Weinbergen ist der Platz ein kleines Naturidyll.
Auch Campingplatz -Wirt Willie Haminka sorgt sich um die Zukunft.
