Meckenheimer Rathaussturm im Sonnenschein
Meckenheim. Petrus zeigte am Sonntag, 16.2.25, ein Herz für die Jecken: frisch, aber blauer Himmel und Sonnenschein, so präsentierte sich das Wetter, als gegen 11 Uhr, Verteidiger und Angreifer ihre Truppen vor und im Rathaus sammelten. Dass das Wetter ideal sei, darin waren sich angreifenden Vertreter der Karnevalsgesellschaften und Bürgermeister Holger Jung einig. Wer allerdings den besseren Draht „nach Oben“ hatte, darin gingen die Meinungen auseinander: der Bürgermeister reklamierte den morgendlichen Schnee für sich, weil dadurch die Angreifer behindert worden seien. Der Sprecher der Karnevalsgesellschaften verwies darauf, dass die strahlende Sonne den Verteidigern des Rathauses die Sicht nehme.
Der Bauhof hatte die Hofburg des Bürgermeisters mit Schildern wie „Stopp“, „Innenstadt gesperrt“ oder „Sackgasse“ gesichert. Über dem Eingang prangte ein Banner mit der Aufschrift: „Dat jitt nix, he kutt ehr nit eren!“.
Jecken reklamieren echteBürgerbeteiligung für sich
Pünktlich formierten sich die Angreifer und in mehreren Wellen begann der Sturm auf das Rathaus. Zunächst bezogen die Standartenträger der beteiligten Karnevalsgesellschaften und -vereine unter Sang und Klang Position vor dem Rathaus am Siebengebirgsring. In der nächsten Welle verstärkte Kinderprinzessin Jana I. zusammen mit ihrem Gefolge die Truppen vor dem Rathaus. Der Bürgermeister, seine Stellvertreterin und die Mitarbeiter der Stadtverwaltung versuchten, sich durch das Werfen von Kamelle zu verteidigen.
Im folgenden Wortgefecht reklamierten die Jecken, dass sie mit ihren Brauchtumsveranstaltungen echte Bürgerbeteiligung schaffen würden, nicht zu vergleichen mit den eher erbärmlichen Versuchen der Politik. Auch die traditionelle Erbsensuppe im Karneval, die man mit einem Siedewürstchen noch toppen könne, sei für die Bürger bekömmlicher als die meist versalzene Suppe aus der Verwaltung, in der man zudem immer auch ein Haar finden könne. Nicht zu vergessen seien die leckeren Berliner, nach deren süßer Marmelade man sich alle zehn Finger lecken würde, wohingegen die „Berliner“ der Politik mit heißer Luft gefüllt seien. Und immer viel Arbeit machen würden, kam lachend Zustimmung aus dem Rathaus.
Zukunft des Bürgermeisters ausgewürfelt
Die Kinderprinzessin hatte sich Gedanken um die Zukunft von Bürgermeister Holger Jung gemacht, dessen Amtszeit in diesem Jahr endet. Es müsse etwas mit „Meister“ am Ende sein, dessen war sie sich sicher. Deshalb hatte sie einen Würfel mit verschiedenen Optionen vorbereitet. Jung konnte die erwürfelten „Meister“ an die Mitarbeiter der Verwaltung weitergeben. Davon machte er regen Gebrauch, sodass nach Brandmeister, Hausmeister, Jägermeister, Bademeister und Gärtnermeister noch Straßenmeister für ihn übrigblieb. Jana I. kommentierte jeden Vorschlag mit einer Anspielung, z.B. könne er als Gärtnermeister dafür sorgen, dass die Pflanzenkübel am neuen Markt künftig nicht so trostlos aussähen. Für den Straßenmeister erhielt er neben einem Reisekoffer, auch den Spruch, dass er in dieser Position für sauberere Straßen sorgen könne. Dadurch, dass die Autos nicht mehr so häufig in die Waschanlage müssten, könne dann Wasser gespart werden.
Den folgenden Angriffswellen durch die Tanzgarden und die „Rammböcke“ des Männerballetts „Dicke Fööös“ hatte die Verwaltung außer Kamelle nicht viel entgegenzusetzen. Schließlich eroberten zwei Beherzte aus den Truppen der Kinderprinzessin das Rathaus und kurze Zeit später musste der Bürgermeister den symbolischen Schlüssel zum Rathaus an Jana I. übergeben.
Jung forderte alle Anwesenden auf, an den noch folgenden Karnevalsveranstaltungen teilzunehmen, bevor Karnevalsorden an je zwei verdiente Mitglieder aus den beteiligten Vereinen übergeben wurden.
Termine findet man unter: www.festausschuss-meckenheim.de. KS
Die Standartenträger der beteiligten Vereine bildeten die erste Angriffswelle auf das Meckenheimer Rathaus.
