Allgemeine Berichte | 15.04.2016

Kreisseniorenbeirat Mayen-Koblenz für Kooperation

Mehr Lebensqualität am Lebendsende

Palliativpflege und Hospizarbeit sollen würdevolles Sterben ermöglichen

Kreis Mayen-Koblenz. „Wer versorgt uns am Lebensende? Können wir dort sterben, wo wir es wollen?“ Diesen Fragen widmet sich der Kreisseniorenbeirat des Landkreises Mayen-Koblenz in diesem Jahr. Jetzt besuchte er die Ökumenische Sozialstation Bendorf-Vallendar und lernte deren Dienst der „Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung“ (SAPV) kennen.

Zum Einstieg gab der Erste Kreisbeigeordnete Burkhard Nauroth einen Überblick über die verschiedenen Pflege- und Betreuungsmöglichkeiten in der Phase vor dem Tod. Seit Herbst 2015 fordert der Bundesgesetzgeber einen flächendeckenden Ausbau von Hospizarbeit und Palliativversorgung. Dies betrifft die letzten Lebenstage zuhause, in Pflegeheimen und in Krankenhäusern. Nauroth erläuterte die Entwicklung bis heute aus eigener Berufserfahrung und betonte, dass es darauf ankommt, was die Menschen in einer Region aus dem gesetzlichen Rahmen machen.

Ausbau der Angebote nötig

Er skizzierte die beiden Säulen: „Hospizarbeit hat die psycho-soziale Begleitung der Sterbenden und ihrer Angehörigen im Fokus und wird in MYK von mehr als 100 ausgebildeten Ehrenamtlichen gestützt.“ Palliativversorgung ist eine aktive, ganzheitliche Behandlung und Therapie, um das Leiden am Lebensende zu mindern und so viel Lebensqualität wie möglich zu erhalten. „Betrachten wir unsere Pflegestrukturplanung, dann ist uns wichtig, dass diese Angebote ausgebaut werden. Auch wenn wir sie als Landkreis nicht selbst gestalten können - wir legen Wert auf eine gute Kooperation aller Beteiligten im Sinne der Betroffenen und ihrer Wünsche“, unterstrich Nauroth.

Wünsche Kranker respektieren

Hajo Stuhlträger, Vorsitzender des Beirats, erklärte: „Die Wünsche der sterbenskranken wie der älteren pflegebedürftigen Menschen lauten meist: Im vertrauten Zuhause bleiben, bis zuletzt in Würde, mit so viel Lebensqualität wie möglich.“ Deshalb will sich der Kreisseniorenbeirat weiter mit dem Thema befassen und wirbt für gute Zusammenarbeit. Wichtig sei auch, dass jeder Mensch seine Wünsche äußert.

Fred Eikmeier, Geschäftsführer der Ökumenischen Sozialstation Bendorf-Vallendar und Anja Mohr, Krankenschwester mit Zusatzausbildung als Palliativ-Care-Pflegekraft, berichteten, wie sie es in ihrem Bezirk organisieren: „Die Sozialstation hat drei Kräfte mit der Zusatzausbildung. Zwei weitere sind in der Fortbildung.“ Ihr Angebot der „Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung“ (SAPV) muss den Betroffenen vom Haus- oder Facharzt verschrieben werden. Dies setzt eine nicht heilbare, weit fortgeschrittene Krankheit mit begrenzter Lebenserwartung voraus, bei der Schmerzen, Luftnot, Erbrechen oder Ängste ohne SAPV zu häufigen Einweisungen ins Krankenhaus führen.

Diese Symptome soweit zu begrenzen, dass die Sterbenden dort bleiben können, wo sie wollen, ist das Ziel der SAPV. Pflegekräfte müssen neben ihrer Fachausbildung eine ständige Zusammenarbeit mit einem ebenfalls fachlich weitergebildeten Arzt, dem Hausarzt und den ambulanten Pflegediensten anbieten. Wichtig: Sie haben eine 24-Stunden-Rufbereitschaft. „Unsere Klienten und ihre Familien können sich darauf verlassen, dass wir auch nachts kurzfristig kommen. Wir können uns die notwendige Zeit nehmen und mit dem Arzt abstimmen, was wir tun. Das gibt Sicherheit und Ruhe“, erzählte Anja Mohr. Im letzten Quartal 2015 seien fünf Patienten, 2016 bisher zwei zuhause begleitet worden.

Plattform zu Austausch bieten

Geschäftsführer Fred Eikmeier erklärte, dass die Sozialstation Jahre gebraucht habe, um ein solches Angebot aufzubauen. Es könne ohne intensive Zusammenarbeit nicht existieren und ihr Dienst sei auf den Bezirk der Sozialstation Bendorf-Vallendar begrenzt. Sein Anliegen an Kreisseniorenbeirat und Kreisverwaltung lautet, allen ambulanten und stationären Palliativdiensten, Palliativärzten und ehrenamtlichen Betreuungskräften eine Plattform zum Austausch zu bieten. „Hier geht es nicht um Konkurrenz auf dem Pflegemarkt. Wir möchten mit allen zusammenarbeiten, denn keiner kann den Betroffenen alleine helfen. Gerne tauschen wir gute und schlechte Erfahrungen mit anderen aus, die in der Palliativpflege und Hospizarbeit aktiv sind oder damit beginnen.“

In der nächsten Sitzung im September betrachtet der Kreisseniorenbeirat die Hospizarbeit im Landkreis am örtlichen Beispiel beim Hospizverein für die Region Mayen.

Informationen: Geschäftsstelle des Kreisseniorenbeirats in der Kreisverwaltung MYK unter Tel. (02 61) 108-154. Internet www.mayen-koblenz.de.

Pressemitteilung der

Kreisverwaltung Mayen-Koblenz

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Daniela Jacobs: Auch Fußgänger ????? sollten beachtet werden!Wenn jeder nur ein bisschen, wäre vieles einfacher!
  • K. Schmidt: Die nächste Demo, gerade wenn sie sich an Familien richtet, sollte dann mal unter dem Motto stehen: "Fahrradhelme für alle!"

Kruft: Zwischen Dauerkritik und Tatendrang

  • Rolf Stern : Der Text wirkt weniger wie eine Einordnung, sondern eher wie der Versuch, berechtigte Kritik abzuwürgen. Gerade bei öffentlichen Geldern ist Nachfragen keine Dauerschleife, sondern demokratische Pflicht.
  • Andreas Lung: Liebe Frau Schumacher, Sie haben offensichtlich überhaupt nicht verstanden, worum es geht.
  • Thomas Sebastian Napp: Ich kann der Gemeinde zu dieser Aktion nur gratulieren. Vor allem den Bauhofmitarbeitern muss ich hier ein Lob aussprecheb. Gleichzeitig kann ich es nicht verstehen, dass eine große Naturfläche auf dem...
Kreishandwerkerschaft
Kleinanzeigen
Koblenz blüht
Stellenanzeige mehrere Stellen
Koblenz blüht // Frohe Ostern 2026
Anzeige KW 14
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Empfohlene Artikel
Pfarrer Dr. Arno-Lutz Henkel.  Foto:privat
17

Vom 01.-09. April wird die jüdische Pessach Woche begangen, die nahezu zeitgleich zusammenfällt mit der von den Christen begangene Kar- und Osterwoche. Durch Jesus bedingt hängen beide Festtraditionen, auch inhaltlich, miteinander zusammen.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
462

Ich bin fast 75 Jahre alt. Seit meinem 17. Lebensjahr habe ich Hunde. Zwei dieser Hunde wurden von unangeleinten Hunden angefallen, und so schwer verletzt, dass sie nur durch hohe tierärztliche Kunst gerettet werden konnten. Beide hatten ihr Leben lang mit den Folgen zu kämpfen.

Weiterlesen

Andreas Bohn hat das Ehrenamt im Blut.  Foto: privat
247

Reifferscheid. In jeder Gemeinde gibt es Menschen, die im Hintergrund wirken, anpacken, zuhören und einfach da sind, wenn man sie braucht. In der Gemeinde Reifferscheid ist so ein Mensch Andreas Bohn. Seit vielen Jahren engagiert sich Andreas mit Herzblut für seine Heimat. Als stellvertretender Ortsbürgermeister und langjähriges Mitglied im Gemeinderat hat er Verantwortung übernommen und die Entwicklung des Dorfes aktiv mitgestaltet.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Ein LNG-Tank am LKW musste gekühlt werden.
170

Aufgrund eines beschädigten Gas-Kraftstofftanks mussten die Bergungsarbeiten unterbrochen werden

07.04.: LKW brennt vollständig aus - A3 über 9 Stunden vollständig gesperrt

Neustadt (Wied). Am 7. April 2026, gegen 15:30 Uhr, brach auf der Autobahn A3 bei Kilometer 54 in Fahrtrichtung Frankfurt am Main ein Feuer an einem Sattelauflieger aus. Zunächst fing die rumänische Zugmaschine Feuer, welches sich anschließend auf den belgischen Auflieger, der mit Stückgut beladen war, ausbreitete. Beide Fahrzeugteile brannten vollständig aus. Der Fahrer konnte das Fahrzeug rechtzeitig verlassen und blieb unverletzt.

Weiterlesen

Symbolbild.
1260

Aufgrund von Wartungsarbeiten muss´die Stromversorgung zeitweise eingestellt werden

Kein Strom in Sinzig-Westum und Löhndorf

Sinzig. Am Dienstag, 14. April, führt die Rhein-Ahr-AöR Arbeiten an der Wasserversorgung in Sinzig-Westum durch. Zur Sicherheit der Arbeiter muss dazu ein Mittelspannungskabel der Energienetze Mittelrhein (enm) zeitweise abgeschaltet werden.

Weiterlesen

Rund ums Haus
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag Imageanzeige
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Anzeige "Rund ums Haus"
Innovatives rund um Andernach
Oster-Anzeige
Schulze Klima -Image
Ostergruß
Hasenhoppeln & Heimatshoppen
fit für`s Alter?
Kreishandwerkerschaft
Container Anzeige
Osteraktion
Anzeige Lange Samstage
Mitarbeiter IT-Administrator
Stellenanzeige Personalreferent/in
Stellenanzeige