kfd St. Petrus und Paulus Odendorf/Essig/Ludendorf/ und St. Martinus Ollheim:
Mehrtägige Reise mit vielen Highlights
Swisttal. Mit 42 TeilnehmerInnen startete die kfd-Gruppe zum „Neuen Palais“ nach Potsdam. So schön es innen auch frisch renoviert ist und im alten Glanz erstrahlt, so haben die Außenfassade und die Gärten eine Generalüberholung nötig und sehen heute eher verwahrlost aus.
Die Erkundung des Spreewaldes war das Hauptprogramm. Hier wurde besonders auf die Fauna, Flora und die Geschichte der Sorben/Wenden wert gelegt. Die Bräuche und Gewohnheiten dieses Völkchens brachte den Besuchern das 10 km von Cottbus entfernte, am Gurkenradweg gelegene, Storchen- und Museumsdorf Dissen in seinem Heimatmuseum nahe. Wer den slawischen Teil Brandenburgs kennenlernen möchte, ist hier bestens aufgehoben.
Schon in der Kirche war die Naturverbundenheit der Slawen, die gerade in dieser Region ihre Sprache und Traditionen mit viel Aufwand und Stolz weiter pflegen, zu spüren.
Eine nette Überraschung war der kleine Imbiss, den die Museumsleiterin Babette Zenker und ihre Mitarbeiterinnen servierten. Sie luden die Gruppe zur individuellen Butterherstellung ein. In kleinen Marmeladengläsern bekam jeder etwas Sahne und sollte sie so lange schütteln, bis sich die Butter absetzte. Die Schnellste hatte schon nach zwei Minuten Erfolg. Mit Brot, Quark, dem spreewaldtypischen Leinöl, Salz, Marmelade und Honig stärkte sich die Gruppe nach guter alter sorbischer Tradition für die Besichtigung des angrenzenden Freilichtgeländes mit den Nachbauten der ersten Siedler, die an Iglus erinnerten. In „Stary Lud - Begegnung mit dem alten Volk“ begab sich der Hausarchäologe Torben Schmeiduch mit den Besuchern auf eine Zeitreise. Passend zur Zeit vor 1000 Jahren angezogen erzählte er vom Leben der ersten Einwanderer. Eine anschließende Storchenführung rundete den Besuch ab.
Das 40 Kilometer entfernte Lübbenau gilt als Geburtsstadt der berühmten Spreewaldgurke. Ein Höhepunkt war hier die Kahnfahrt, die durch die Ortsteile Lehde und Leipe ging, die zum Biosphärenreservat Spreewald gehören und UNESCO Weltkulturerbe sind. Es ging vorbei an idyllischen Landschaften, Gärten und Häusern, die teilweise nur mit dem Boot erreichbar sind.
Natürlich durfte auch ein kleiner Imbiss an Senf-, Dill-, Salz- und sauren Gurken mit Schmalzbrot nicht fehlen. Sauer macht bekanntlich lustig und das waren die Teilnehmenden auch, als sie zu einem „Sorbischen Abend“ in einem Gasthof anlandeten. Nach den folkloristischen sorbischen Weisen und Einlagen wandelte sich der Abend dann, mit Unterstützung des Musikers, zu einem „Rheinischen Abend“. Mit Tanz, Polonaise und Gesang waren alle bester Stimmung und der Abend hätte nicht besser ausklingen können.
Hermann Fürst von Pückler-Muskau stand in Cottbus auf dem Programm. Er wird in der Literatur als Reisender, Frauenschwarm und Gartenkünstler bezeichnet. Der Branitzer Park, einer der schönsten Landschaftsgärten Deutschlands, ist zwar zehnmal kleiner als der Muskauer Park, beeindruckt aber nicht weniger. Die sanften Hügel, geschwungenen Wege, Wiesen, Wälder, Bachläufe und Seen fügen sich unter den weißen dicken Cumuluswolken, die hier viel zu finden sind, harmonisch ineinander.
Danach ging es vorbei am Lausitzer Seenland, das nach dem Kohleabbau aus den stillgelegten Gruben entstanden ist, zu einem weiteren Höhepunkt der Reise. Wer kennt ihn nicht, den Roman von Ottfried Preußler, „Krabat“? Das im Roman beschriebene Dorf Schwarzkollm, gibt es wirklich und die Mühle am Kosselbruch wurde wieder aufgebaut. Hier haben die Dorfbewohner etwas „Zauberhaftes“ auf die Beine gestellt. Im Freigelände lassen sie den guten „sorbischen Zauberer Krabat“ wieder auferstehen. Über 200 Statisten, Tiere und Schauspieler sind an diesem Spektakel beteiligt. Baumkuchen ist die Spezialität der Stadt Cottbus. Unter Leitung der „Baumkuchenfrau“ ging es durch die Innenstadt, die im Zweiten Weltkrieg zu 60 Prozent zerstört wurde.
Eine Spreewaldrundfahrt von Cottbus über Vetschau, Straupiz, Schlepzig und Lübben umschloss den gesamten Ober- und Unterspreewald und war Abschluss der Reise. Vier Kirchen lagen auf der Etappe, die unterschiedlicher nicht sein konnten.
Nach einem Spreewaldbuffet in einem Ressort, das wie der Spreewald im Kleinen aussah, wurde am nächsten Tag die Heimreise angetreten. Dabei wurde Station in Wetzlar gemacht, um die hochmodernen Ausstellungs- und Fertigungshallen im Leitz Park zu besichtigen. Pressemitteilung kfd
