Allgemeine Berichte | 06.02.2019

Lesung anlässlich des Gedenktags an die Opfer des Nationalsozialismus

„Mein Leben nach Auschwitz“

Holger Banse las vor Schülern des Erich-Klausener-Gymnasiums aus seiner Biografie über Rachel Grünebaum „Mein Leben nach Auschwitz“

Knapp 100 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 nahmen an der Lesung teil.Foto: privat

Adenau. Am 27. Januar jährte sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee zum 74. Mal. Auschwitz ist das Synonym für den Massenmord der Nazis an den europäischen Juden. Der Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz wurde 1996 auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog offizieller deutscher Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus und die Vereinten Nationen erklärten den 27. Januar im Jahr 2005 zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts.

Roman Herzog richtete bei der Einrichtung des 27. Januar als Gedenktag vor allem einen Appell an die Schulen, sich ihrer erzieherischen Verantwortung bewusst zu sein und den Tag zu einem wirklichen Nachdenken zu nutzen. So hatte das Erich-Klausener-Gymnasium die Jahrgangsstufe 11 zu einer Lesung eingeladen.

Holger Banse, der die Lebensgeschichte von Rachel Grünebaum, einer Überlebenden von Auschwitz, in dem Buch „Mein Leben nach Auschwitz“ aufgeschrieben hat, las in der Bibliothek des Gymnasiums vor knapp 100 Schülerinnen und Schülern aus der Biografie der Rachel Grünebaum.

Diese beginnt nicht in Auschwitz und endet nicht in Bergen-Belsen. Die Trauer um die Vernichtung ihrer Familie und die eigenen Erlebnisse während des Holocaust prägten sie. Rachels fast trotziger Wille zum Leben aber lässt sie in Rumänien, dann in Israel und schließlich im Rheinland immer wieder neu beginnen. So beschreibt das Buch gerade auch in der Zeit nach 1945 ein jüdisches Leben im eben gegründeten Staat Israel und im Rheinland in der Zeit nach Krieg und Shoah.

Die Erzählung ist eingebettet in historische und geografische Fakten und wird ergänzt durch den Einblick in die religiöse Tradition einer jüdischorthodoxen Familie in Osteuropa.

Aufmerksam verfolgten die Besucher die einzelnen Stationen im Leben der Rachel Grünebaum: Die Jugend in Rumänien, Ghettoisierung, Gefangene in Auschwitz, Zwangsarbeiterin in Gelsenkirchen und Essen, Gefangene in Bergen-Belsen, Befreiung, Auswanderung nach Israel und viele Jahre in Köln und Umgebung.

Im Anschluss beantwortete Herr Banse Fragen nach der Person Rachel Grünebaums und der Entstehungsgeschichte des Buches.

Knapp 100 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 nahmen an der Lesung teil.Foto: privat

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