Feierliche Ernennung von Ehrenbürgern und Ehrenringträgern
Mendig feierte Goldene Hochzeit
50 Jahre Zusammenschluss von Nieder- und Obermendig
Mendig. Ein halbes Jahrhundert ist es her, dass die bis dato eigenständigen Gemeinden Nieder- und Obermendig sich zur Stadt Mendig zusammengeschlossen hatten.
Anlässlich des 50-jährigen Bestehens Jubiläums hatte Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel zu einem bunten Jubiläumsfest zunächst in die Laacher See-Halle eingeladen. Zahlreiche Vertreter aus der Kommunalpolitik, der Kirche, Vereine und Gesellschaft waren trotz der extrem hochsommerlichen Temperaturen erschienen. Den musikalischen Rahmen der festlichen Veranstaltung gestaltete die Schützenkapelle Mendig.
„Natürlich bin ich stolz und froh, an dem heutigen Tage so viele Menschen hier zu sehen, die alle einen Beitrag zu der Entstehung unserer Stadt geleistet haben“, so Stadtbürgermeister Ammel in seiner Begrüßungsrede. Wörtlich sagte er weiter: „Eine Geschichte, die nach den üblichen Gepflogenheiten im Jahre der ersten urkundlichen Erwähnung, also im Jahre 1041und somit vor 978 Jahren begonnen hat. Das Datum 1041 erschien erstmals in einer Grundstücksurkunde einer Witwe Gerberich und etwa 100 Jahre später, im Jahr 1147 gab es die erste Urkunde mit der Ortsbezeichnung Niedermendig. Abgesehen davon, dass wir in 22 Jahren die Gelegenheit haben, unser 1000-jähriges Bestehen zu feiern, was wir dann zuerst einmal den Obermendigern zu danken hätten, können diese sich freuen, seit 50 Jahren Städter zu sein, was diese wiederum den Niedermendigern danken können. War Niedermendig doch zum Zeitpunkt der Zusammenlegung der beiden Kommunen bereits seit 19 Jahren mit den Stadtrechten versehen, die damit natürlich auf die neu gebildete Stadt Mendig übergegangen sind.
„Hier wächst zusammen, was zusammen gehört“
Hätte Willi Brandt das alles im Jahre 1978 bei seinem Besuch in Mendig gewusst, hätte er sicherlich nicht weitere 11 Jahre gebraucht, um seinen Satz: „Hier wächst zusammen, was zusammen gehört“ für die Nachwelt zu prägen. Mendig verfügte immer über Ausstrahlung und Bedeutung, sei es seit Urzeiten als Ort der Layer, Steinhauer und Steinbrecher, als Hauptort der Pellenzgemeinden im Mittelalter, als zeitweiser Fixpunkt des deutschen Brauwesens, als Bundeswehrstandort der Heeresflieger und heute als Stadt von rund 9.200 Einwohnern (Zweitwohnsitzinhaber mitgerechnet) mit viel Dynamik.“
Ehrenring der Stadt Mendig
Sodann zeichnete der Stadtbürgermeister die Herren Lothar Tentler und Hermann Kleber mit dem Ehrenring der Stadt Mendig aus. „Beginnen möchte ich mit Lothar Tentler, der bereits viele Positionen und Ämter in der Stadt, u.a. 10 Jahre als 1. Beigeordneter ausgeübt hat. Er war in einer Vielzahl von Ausschüssen tätig. So zum Beispiel einige Jahre Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes, Vorstandsmitglied der Senioren-Union auf Kreisebene und der Gesellschafterversammlung der Flugplatz GmbH, stellvertretender Vorsitzender und Vizedirigent des MGV Mendig und vieles mehr“, so Hans Peter Ammel, welcher der Ehefrau von Lothar Tentler einen Blumenstrauß überreichte. Nachdem der neue Ehrenringträger sich bei all´ seinen politischen Wegbegleitern und bei seiner Familie, insbesondere seiner Ehefrau Irene mit herzlichen Worten bedankt hatte, wandte Stadtbürgermeister Ammel sich an Hermann Kleber, der u.a. 40 Jahre lang dem Mendiger Stadtrat angehörte. Während dieser Zeit amtierte er zwei Jahre als erster Beigeordneter und viele Jahre lang als Fraktionssprecher. Darüber hinaus amtierte er 19 Jahre lang als Fraktionssprecher der SPD im Verbandsgemeinderat. Außerdem war er mit einer Vielzahl weiterer Vorstands-Ämter, wie zum Beispiel in der Luftfahrt, befasst. „Hermann ist immer für uns dagewesen, wenn er gebraucht wurde und steht uns auch heute noch immer mit Rat und Tat zur Verfügung. Es gibt wohl kaum jemanden, der den Ehrenring der Stadt Mendig mehr verdient hätte, als Hermann Kleber.“ Nachdem Hans Peter Ammel die Urkunde verlesen- und auch Hermann Kleber seinen Dank über die hohe Auszeichnung zum Ausdruck gebracht hatte, überreichte Stadtbürgermeister Ammel auch Frau Elisabeth Kleber einen bunten Blumenstrauß.
Laudatio auf den neuen Ehrenbürger Herbert Kranz
Sodann hielt Pater Prof. Dr. Heribert Niederschlag eine ausgesprochen beeindruckende Laudatio auf den neuen Ehrenbürger Herbert Kranz, die er mit den Worten eröffnete: „Zuallererst reihe ich mich ein in die große Schar der Gratulanten zum „Goldenen Existenzjubiläum“ der Stadt Mendig. Nach außen eine stattliche Einheit, aber wer – wie der jetzt zu Lobende – aus Niedermendig stammt, der lässt seinen Gesprächspartner rasch wissen, dass er nach wie vor stolz ist, „Niedermendiger“ zu sein. Trotzdem: In den vergangenen fünf Jahrzehnten sind die Niedermendiger und die Obermendiger „ziemlich beste Freunde“ geworden.
Die Einheit der Stadt Mendig wird belebt und bereichert durch die Verschiedenheit. Jede Gemeinde hat ihre eigene Kontur. Die in den Kommunen liegenden Ressourcen zu entdecken und zu nutzen und zugleich Brücken zueinander zu bauen, - darin war und ist Herbert Kranz ein Meister. Er wirkte in den letzten Jahrzehnten weit über die Grenzen der Stadt und der Pellenz hinaus, aber seine Heimat war und blieb Mendig, genauer: Niedermendig, - natürlich mit starkem Brückenschlag nach Obermendig!“ Zum Abschluss seiner Laudatio zitierte Heribert Niederschlag Charles Dickens: „Der Humor nimmt die Welt hin, wie sie ist, und sucht sie nicht zu verbessern und zu belehren, sondern sie mit Weisheit zu ertragen“. Er fügte hinzu: „Herbert, mit dieser Devise hast Du auch unsere Sympathie und Wertschätzung gewonnen – und von heute an auch die Ehrenbürgerwürde von Mendig.“
Der bekanntlich wortgewandte neue Ehrenbürger Herbert Kranz stellte in seiner Dankesrede sogleich seinen zuvor gewürdigten Humor unter Beweis: „Bevor ich mit meiner Dankadresse beginne, möchte ich eine im Umfeld der Ehrungen oft gestellte Frage beantworten. Wenn der Mittler und der Kranz jetzt zu Ehrenbürgern ernannt werden, was kann danach noch an Ehrungen kommen? Angesichts der hochkarätigen Laudatoren, die auch hochrangige Repräsentanten der Katholischen Kirche sind, kann die künftige Reihenfolge der zu erwartenden Ehrungen nur lauten: 1. Seligsprechung, 2. Heiligsprechung. Meine Damen und Herren, stellen Sie sich auf weitere Events ein.“
Abt Benedikt Müntenich würdigte Gernot Mittler
Auch Abt Benedikt Müntenich verstand es hervorragend, die zahlreichen Verdienste des Staatsministers a.D. und neuen Ehrenbürgers Gernot Mittler ins rechte Licht zu rücken: „50 Jahre Zusammenschluss von Nieder- und Obermendig; und im Rahmen der Festveranstaltung wird Dir, lieber Gernot, die Ehrenbürgerwürde verliehen. Keiner der hier Anwesenden wird den Sinn und die Berechtigung dieser Auszeichnung in Frage stellen, im Gegenteil: Du bist ein Mendiger durch und durch, Du liebst Deine Heimatstadt und bist darüber hinaus in dieser Region tief verwurzelt. Sie hat Dich geprägt. Du kennst die Lokalgeschichte und bist vor allem mit den Menschen hier vertraut. Wenn es sich ergibt, erzählst Du gern Anekdoten, gewürzt mit Mendiger Dialekt, lässt verstorbene Mendiger Originale wiedererstehen, mit tiefgründigem Humor – zur Erheiterung der gespannt und amüsiert Zuhörenden. Und, vor allem, Du hast Dich um Deine/unsere Heimat wirklich verdient gemacht. Du hast viel bewegt zum Segen für Mendig und bist dafür schon verschiedentlich geehrt und ausgezeichnet worden. Als Kirchenmann sei mir erlaubt, beispielhaft für vieles, an die Gründung der Fördervereine St. Cyriakus Niedermendig und St. Genovefa Obermendig zu erinnern. Man hat mir eine Liste Deines vielfältigen Engagements und entsprechender Ehrungen zukommen lassen. Das alles hier anzuführen wäre freilich nicht in Deinem Sinne. Allerdings ist Deine langjährige Mitgliedschaft im Mendiger Stadtrat zu erwähnen, und – natürlich – Dein Ministeramt. Von 1993 bis 2006 warst Du Staatsminister, Finanzminister unseres Landes Rheinland-Pfalz. Mendig kann zu Recht stolz sein auf Söhne und Töchter, die es weit gebracht haben - doch Staatsminister ist hier eine Alleinstellung.“ Zum Schluss seiner wunderbaren Laudatio war es Abt Benedikt Müntenich ein Bedürfnis, einige Worte in eigener Sache zu sagen: „Seit Frühjahr 2004 ist Gernot Mittler der Vorsitzende des „Vereins der Freunde der Benediktinerabtei Maria Laach“, unseres Laacher Freundeskreises. Wir beide haben ihn initiiert und dann kamen schnell andere dazu, ein echtes Netzwerk wurde gebildet – wieder eine Brücke: zwischen dem Kloster und seiner Umgebung; eine Art Rettungswerk war es zunächst und dann ein Werk der Zukunftsgestaltung. Entstanden ist ein Freundschaftsbündnis. Sicher geht es um finanzielle Unterstützung, aber ebenso um tiefe emotionale Verbundenheit, eben im Sinne von Freundschaft; „unser Kloster“, dieses Wort von Menschen der Laacher Umgebung gesprochen, klingt in meinen Ohren wie wunderbare Musik. Lieber Gernot, in diesen 15 Jahren bist Du auch mir ein Freund geworden, in vieler Hinsicht hilfreich, absolut verlässlich und immer treu. Ich danke Dir von Herzen! Über Deine Mendiger Ehrenbürgerschaft freue ich mich und gratuliere Dir.“ In seiner Dankesrede machte Gernot Mittler noch einmal deutlich, dass es sich bei der Ehrenbürgerwürde um die höchste Ehrung handelt, die eine Gemeindeordnung vorsieht. „Bisher hat es nur einen einzigen Kommunalpolitiker gegeben, der mit dieser Würde ausgezeichnet wurde: Herbert Heuft. Und auch nur einmal wurde bisher der Ehrenring verliehen, nämlich an Albert Urmersbach!“ An seinen Laudator Abt Benedikt Müntenich gewandt sagte er: „In seinem Grußwort in dem Buch von Ottmar Schneider, das anlässlich der Vereinigung 1969 erschienen ist, hat Abt Urbanus Bomm die ‚nachbarliche Freundschaft in Krieg und Frieden‘ zwischen Kloster und Mendig beschrieben und zugleich die Hoffnung bekräftigt, ‚dass darin auch die lange, gemeinsame Geschichte sich für die Zukunft und für alle Menschen, die hier leben, beten und arbeiten, segensreich auswirken werde‘. Das mag so bleiben. Ich fühle mich geehrt – durch die Verleihung der Ehrenbürgerschaft ebenso wie durch die Laudatio.“
Weiter führte der neue Ehrenbürger Gernot Mittler aus: „1969, beim Zusammenschluss von Nieder- und Obermendig konnten wir die nun gemeinsame Stadt auf der von unseren Vorgängern geschaffenen Grundlage weiter entwickeln. Manches, denke ich, ist seither gelungen, anderes weniger. Doch Mendig kann sich sehen lassen. Die Fortentwicklung der Stadt ist nun in Euren Händen, die Ihr soeben in den Stadtrat gewählt worden seid. Ich wünsche euch Mut, Verantwortungsbewusstsein und Leidenschaft für die Mendiger Sache! Ratschläge will ich nicht geben, doch einen Wunsch äußern möchte ich schon: Dass immer und immer wieder Bürgerinnen und Bürger sich für die Stadt, für das Allgemeine Wohl, in die Pflicht nehmen lassen; die freiheitlich gesonnen und auf der Hut vor Gefahren sind in dem Sinne, den der Schweizer Schriftsteller Gottfried Keller, dessen 200. Geburtstag in diesen Tagen begangen wurde, es formuliert hat: ‚Keine Regierung und keine Bataillone vermögen Recht und Freiheit zu schützen, wo der Bürger nicht imstande ist, selber vor die Haustüre zu treten und nachzusehen, was es gibt‘. Ich wünsche unserer Stadt und allen Bürgerinnen und Bürgern eine gute Zeit.“
Nach dem offiziellen Festakt fand auf der Museumslay in der Brauerstraße ein Empfang zu Ehren der neuen Ehrenbürger und Ehrenringträger statt, bei dem die Gäste mit einem rustikalen Imbiss, leckerem Vulkanbräu und musikalischer Unterhaltung durch das Duo Gustav (Sousaphone) und Gerlinde (Melodica) aus Grünstadt in der Pfalz verwöhnt wurden.
Ein Geschenk zur Goldhochzeit für den Stadtbürgermeister
Bei dieser Gelegenheit überraschte VG-Bürgermeister Jörg Lempertz den Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel mit einem Geschenk zur „Goldhochzeit von Ober- und Niedermendig“.
Dabei handelte es sich um zwei Ruhebänke, die Hans Peter Ammel zunächst in einer naturgetreu nachgebauten Miniaturausführung entgegennahm. Jörg Lempertz wörtlich: „Es ist eine kommunale Gemeinschaft entstanden, in der man sich humorvoll auf die Schippe nehmen kann, aber in den wirklich existenziellen Dingen zusammen steht, wie eine Bank. Zwei Traumpfadebänke für die Bevölkerung beider Stadtteile, die den Blick auf den jeweiligen anderen Stadtteil ermöglichen und somit symbolisch den Blick auf den „Ehepartner“ niemals verlieren. Die Verbandsgemeinde gratuliert von Herzen!“
FRE
Ehrenringträger Lothar Tentler (v.re.) mit seiner Ehefrau Irene und Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel.
Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel (v.li.), Ehrenringträger Hermann Kleber mit Ehefrau Elisabeth.
Abt Benedikt Müntenich (v.li.), Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel, Ehrenbürger Gernot Mittler mit seiner Ehefrau Irmelin und Enkel Julian.
Gustav (Sousaphone) und Gerlinde (Melodica) erfreuten die Gäste des Empfangs auf der Museumslay mit bekannten Melodien.
Als Zeichen einer Freundschaft, die auf dem Zusammenschluss der Stärken beider Ortsteile basiert, überreichte VG-Bürgermeister Jörg Lempertz –rechts- dem Mendiger Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel zwei Modellbänke, deren Originale für einen Traumpfad bereit stehen.
Pater Prof. Dr. Heribert Niederschlag (v.li.), Ehrenbürger Herbert Kranz und Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel.
