Prinzengarde präsentierte den 17. Mendiger Mundartabend „Rond üm Mennesch eröm“
Mendiger Mundart wird weiter gepflegt
Mendig. Die Prinzengarde Mendig 1970 ist nicht nur in Sachen Karneval und Humor kompetent, sondern pflegt auch das Brauchtum. Das dokumentiert der 17. Mendiger Mundartabend, den die Prinzengarde in der Laacher-See-Halle dank der Unterstützung vieler befreundeter Akteure präsentieren konnte. Der schon von vielen Mundartabenden bekannte Lothar Spitzley wußte aus dem Unruheleben eines Rentners zu berichten, „Kannste mir Verein“ das und das für uns erledigen. Aus früheren Tagen erzählte er anschauliche Geschichten von Oma´s Kittelschürz, die immer Geborgenheit gewährt hat. Viele Gäste konnten seine Erinnerungen sehr gut nachvollziehen. Ihr Debüt auf der Bühne der Prinzengarde feierte Eva Reutelsterz, die in Gitarrenbegleitung von Achim Grün mit bekannten Evergreens auf Mennijer Platt über Ihre Hämaat Mendig das Publikum begeisterte.
Der Thürer Krimiautor Markus Theisen, wohnhaft in Mendig, wußte über allerlei Anekdoten aus seiner ursprünglichen Heimat zu berichten, die natürlich auch mit dem Thürer Sumpf und dem interessanten und teilweise kurzem Leben der Frösche im Sumpf zu tun haben. Dass Saarländer und Mennijer viel gemeinsam haben, bewiesen bei ihren Zusammentreffen auf dem Traumpfad Julia Müller und Mark Deckarm als Touristen aus Saarbrücken und Dirk Reutelsterz und Stefan Schneider als Mennijer Waldarbeiter. Bei einer gemeinsamen Brotzeit wurde gegenseitig heimisches Bier verkostet und es stellte sich heraus, dass Dippelappes das gleiche ist wie unser Döppekochen. Auch der Bergbau im Saarland und in Mendig zeigt viele Gemeinsamkeiten.
Ihr erfolgreiches Bühnendebüt auf dem Mendiger Mundartabend hatten die bekannten Kolpingsänger unter Leitung von Christoph Kranz. Mit „Schratteln sain kään Krompiereklüüß un Mösche sein kään Finken“ klärten Sie das Publikum unterhaltsam über die kleinen, aber feinen Unterschiede auf.
Über die Beller Mundart und die Herkunft des Lepper Talp, die Geheimsprache der Backofenbauer, brachte der „Lehrer“ German Heuft anschaulich dem Publikum bei. Bei der Herleitung einzelner Begriffen wie Truff ‚Wirt‘, Talas ‚Salat‘, Schallef Ripp ‚Flasche Bier‘, Ragizätt ‚Zigarette blieb hier kein Auge trocken. Der Ur-Mendiger Hans-Peter Kranz, der in seinem neuen Leben als Rentner nun als Facility-Manager in einem bekannten familiären Kuchenhaus arbeitet. Mit seinen Liedern Et es herrlich ze läven - ein Lied zum wunderbaren Leben trotz aller Widrigkeiten im Alter, Menn´jer Mädchen - ein Lied über das Beste was wir in Mendig haben und Hej Mennig wusste er sein Publikum zu begeistern. In einem weiteren Gesangsvortrag konnte Christoph Kranz, der extra für den Mundartabend nach Mendig angereist war, den gesamten Saal mit seinem Lied „wenn esch en määner Badewann des Samstags an, zo baden fang…“ zum mitsingen begeistern. Als Erinnerung an seinen verstorbenen Vater, Herbert Kranz, sang er das Lied „Wenn der Herrgott nett well, nützt dat joornix, Hal de Maul, sei nett faul, sach, ett woar nix, Su woaret ümmer, so blaift ett, bäes äen Ieweschkäät,Äämool owen, äämool unnen, äämool Jelöck, äämool Lääd“
Wie ging es damals in der Grundschule her? Dies stellten das Mendiger Dreigestirn Nico Junglas, Marvin Rawert und Lukas Furch zusammen mit ihrer Lehrerin Kathrin Zellner dar. Schon damals war es nicht einfach, die Schüler im Zaum zu halten. Das man Garten als Joarte als Obermendiger an die Tafel schreibt und der Niedermendiger Schüler noch das „n“ ergänzt oder das Kottenheim das Land südlich von Mendig sei – damals wie heute hatten es die Fräulein Lehrerin nicht einfach.
Auch in diesem Jahr hatte sich der Krimiautor Hans Astor wieder was besonderes für die Prinzengardisten ausgedacht. Der Obermendiger Kreisel mit der Beller Jääß (Mark Deckarm), dem Thürer Somporsch (Stefan Schneider), dem Lööcher Pater (Andreas Groß), dem Overmennijer Deckkopp (Dirk Reutelsterz) und dem Dreivierdelshäär (Alexander Müller) wußte allerlei aus der Heimat und der Geschichte zu erzählen. Was ein richtiger Knottersack ist, der immer Recht hat, konnte das Publikum von Hans Astor erfahren.
Zum Abschluss sang der ganze Saal zusammen mit der Prinzengarde das Gardelied.
Am Ende der kurzweiligen Veranstaltung waren alle Zuschauer begeistert und hoffen, dass es in zwei Jahren wieder einen Mundartabend in Mendig geben wird. Denn die Tradition des Platt darf nicht aussterben.
Die Moderatoren des Abends, Tim Herrmann und Dominik Färber, bedankten sich bei den Fidelen Möhnen für den sehr guten Service in der Halle und bei allen Mitwirkenden mit einem Präsent von der Vulkan Brauerei. Ohne das hohe Engagement aller Mitwirkenden um ihre Heimat könnte die Prinzengarde diesen Abend nicht durchführen.
Mennijer und Saarländer.
Die Kolpingsänger.
Lothar Spitzley.
Christoph Kranz.
Fräulein Lehrer und die Pänz.
Eva Reutelsterz und Achim Grün.
Hans-Peter Kranz.
Jörg Lempertz.
Hans Astor.
Markus Theisen.
