Im Zentralen Berufsbildungsbereich der Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn fand vor zehn Jahren der erste Kurs statt
Menschen mit Behinderung berufliche Perspektiven bieten
Westerwaldkreis/Rhein-Lahn-Kreis. Menschen mit Behinderung die Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen, ist das primäre Ziel der Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn. Dies gilt für Menschen mit geistiger Behinderung ebenso, wie für Menschen mit körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen. Derzeit arbeiten rund 630 Menschen mit Behinderung in den acht verschiedenen Betrieben in Montabaur, Lahnstein, Nauort, Niederelbert, Rotenhain und St. Goarshausen sowie im CAP-Lebensmittelmarkt in Hundsangen. Dort sind sie in verschiedenen Berufsfeldern tätig; je nach Betrieb findet man Arbeitsplätze in den Bereichen Gärtnerei/Garten- und Landschaftsbau, Montage/Verpackung, Holz- und Metallbearbeitung, Küche/Hauswirtschaft, Heißmangel/Wäscherei, Lebensmitteleinzelhandel sowie Lager/Logistik.
Der Weg in die einzelnen Arbeitsbereiche erfolgt in der Regel über den Berufsbildungsbereich. Während einer zweijährigen Maßnahme besuchen die Teilnehmer aller Standorte Schulungen im Zentralen Berufsbildungsbereich (ZBBB) der Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn, der in diesem Jahr einen „runden Geburtstag“ feiern kann. „Vor genau zehn Jahren fand in Montabaur der erste Kurs des ZBBB statt“, sagt Tanja Sprünker-Eraerds, Leiterin des Kompetenzzentrums Berufliche Qualifizierung und Integration, unter dessen Dach neben dem Zentralen Berufsbildungsbereich auch die Viweca (Abteilung für Arbeitsmarktintegration) sowie die sogenannten Bildungsbegleiter zu finden sind.
Der ZBBB der Caritas-Werkstätten hat seinen Sitz in der Montabaurer Moselstraße 4 und dient dazu, die beruflichen Kompetenzen von Menschen mit Behinderung festzustellen und diese zu fördern. „Dies erfolgt mit speziellen Testverfahren wie beispielsweise hamet, bei dem unter anderem die beruflichen Basiskompetenzen und die handwerklichen Fähigkeiten der Teilnehmer erhoben werden“, erklärt Friederike Corrigan, Leiterin des ZBBB. Die Zeit im Berufsbildungsbereich der Caritas-Werkstätten kann mit der Ausbildung eines Lehrlings auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt verglichen werden. Die Qualifizierung dauert in der Regel zwei Jahre.
Die Teilnehmer werden auf der Grundlage ihrer individuellen Eignungen und Wünsche fachpraktisch an verschiedenen Arbeitsplätzen in den jeweiligen Werkstattbetrieben qualifiziert und nehmen zusätzlich an regelmäßigen Schulungen im ZBBB teil. „Auch Praktika in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes stehen auf der Tagesordnung der angehenden Werkstattbeschäftigten, die während ihrer Qualifizierung von sogenannten Bildungsbegleitern unterstützt werden“, erklärt Corrigan.
Zum Abschluss des Berufsbildungsbereiches erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat; und es wird gemeinsam geprüft, wo sie ihre beruflichen Fähigkeiten dauerhaft verwirklichen können. Die Caritas-Werkstätten zählen jährlich rund 35 Absolventen. „Aktuell befinden sich 80 Teilnehmer in der Phase der beruflichen Bildung“, betont Armin Gutwald, Geschäftsführer der Caritas-Werkstätten.
Verena Metz und Kevin Knoblich haben die Qualifizierung durchlaufen
Zwei, die die berufliche Qualifizierung im ZBBB bereits durchlaufen haben und nun ihren festen Arbeitsbereich in den Werkstätten beziehen, sind Verena Metz und Kevin Knoblich. Während die 21-jährige Lahnsteinerin ihre Qualifizierung bereits zum 1. Dezember vergangenen Jahres beendet hat, folgt ihr der 22-jährige, ebenfalls aus Lahnstein stammende Knoblich zum 1. Februar. Beide werden künftig in den Werkstätten in Lahnstein tätig sein. Rückblickend haben ihnen die 27 Monate im Berufsbildungsbereich sehr gut gefallen: „Einige Aufgaben waren schon schwer, andere sind mir sehr leicht gefallen“, erinnert sich Verena Metz an den Beginn ihrer Qualifizierung zurück. Die meiste Zeit waren die zwei im Betrieb in Lahnstein tätig und erhielten dort Einblicke in das Arbeitsfeld Montage/Verpackung, wo sie auch künftig arbeiten werden. „Unter anderem haben wir den Hubwagen-Führerschein gemacht, im Lager geholfen und verschiedene Montagearbeiten durchgeführt“, berichtet Kevin Knoblich und betont, dass er während seiner Zeit im Berufsbildungsbereich „etliche neue Dinge gelernt hat - und vor allem auch viel selbstständiger geworden ist“.
In den zurückliegenden Monaten haben sowohl Metz als auch Knoblich einige Praktika auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt absolviert. Die 21-Jährige sammelte Erfahrungen in einem Getränkemarkt und erprobte sich im Berufsfeld „Hauswirtschaft“ in einem Seniorenzentrum sowie in einer Klinik. Kevin Knoblich arbeitete ebenfalls zunächst in einem Getränkemarkt. Die meiste Freude allerdings bereitete ihm das zweite Praktikum in einer Schreinerei: „Das hat richtig Spaß gemacht“, schwärmt der 22-Jährige, der schon in der Schule immer gerne mit Holz zu tun hatte. Daher könnte er sich durchaus vorstellen, später auch mal in einer Schreinerei zu arbeiten. Eventuell will er daher auch nach seiner Zeit im Berufsbildungsbereich noch mal das eine oder andere Praktikum absolvieren. Bis dahin fühlt sich der junge Mann – ebenso wie Verena Metz – in den Caritas-Werkstätten in Lahnstein wohl: „Wir haben hier ein tolles Team und verstehen uns mit allen gut“, unterstreicht Knoblich und betont: „Wir freuen uns jeden Morgen auf die Arbeit.“ Eine Aussage, die nicht nur die Verantwortlichen um Tanja Sprünker-Eraerds freut, sondern die vor allem zeigt, dass der Zentrale Berufsbildungsbereich der Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn auch zehn Jahre nach dem ersten Kurs sein primäres Ziel erreicht: Nämlich Menschen mit Behinderung berufliche Perspektiven zu bieten.
Weitere Infos gibt es bei Tanja Sprünker-Eraerds, Leiterin Kompetenzzentrum Berufliche Qualifizierung und Integration, unter Telefon (0 26 02) 13 07 19 oder per E-Mail an tspruenker@caritaswerkstaetten-wwrl.de.
Pressemitteilung
Caritasverband
Westerwald-Rhein-Lahn e. V.
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