Kreisverwaltung Cochem-Zell - Arbeitskreis „Wohnen“
Menschen mit Behinderungen möchten selbstständig leben
Fragebogen führt Vermieter und Mieter zusammen
Cochem. „Dass Menschen mit einer Behinderung selbstbestimmt leben können, ist uns eine Herzensangelegenheit“, betont Sozialdezernentin Anja Toenneßen im Rahmen eines Pressetermins in der Kreisverwaltung. Auch im Landkreis Cochem-Zell gibt es immer mehr Menschen mit Behinderungen, die ambulant betreut in einer eigenen Wohnung leben möchten. Viele positive Beispiele zeigen, dass dies keine Utopie ist und nicht jeder behinderte Mensch in einem Wohnheim leben muss. Die Wohnung in der Gemeinde erhält die sozialen Kontakte, sichert die Unterstützungsmöglichkeit durch Freunde und Familie und bereichert zudem das Gemeindeleben. Unterstützung erhalten die ambulant betreuten Menschen durch Fachdienste z. B. bei der Haushaltsführung sowie bei allen anderen Dingen des täglichen Lebens. Die Vermieter haben so immer einen verlässlichen Ansprechpartner. „Wir möchten uns dafür einsetzen, dass jeder so wohnen kann, wie er möchte. Auch Menschen mit einer Behinderung sollen alle Möglichkeiten offen stehen“, macht die Sozialdezernentin deutlich. „Leider ist es immer schwieriger, geeigneten und bezahlbaren Wohnraum zu finden“. Um dem entgegenzuwirken, möchte der Steuerungskreis zur regionalen Teilhabeplanung, in dem sich alle regionalen Einrichtungen der Behindertenhilfe und die Kreisverwaltung Cochem-Zell zusammengeschlossen haben, mögliche Vermieter und zukünftige Mieter zusammenbringen. Karlheinz Saage, Direktor Heime des Landeskrankenhauses, führt aus: „Leider ist die Hemmschwelle bei vielen Vermietern noch sehr groß. Daher möchten wir potenziellen Vermietern aufzeigen, dass es durchaus attraktiv sein kann, eine Wohnung an einen behinderten Menschen zu vermieten.“ „Um den Erstkontakt zwischen Mieter und Vermieter herzustellen, hat der Arbeitskreis „Wohnen“ des Steuerungskreises nun einen Fragebogen entwickelt. Dieser kann sowohl von Menschen mit Behinderungen, die eine eigene Wohnung suchen, als auch von Vermietern, die bereit sind, ihre Wohnung an behinderte Menschen zu vermieten, genutzt werden“, erklärt Saage. Abgefragt werden persönliche Daten der Mieter und Angaben zum Objekt. Auch persönliche Wünsche und Bedürfnisse, z. B. ob Barrierefreiheit erforderlich ist, werden erfragt. Die Daten werden nicht veröffentlicht, sondern ausschließlich an wohnungssuchende Menschen mit Behinderungen, die betreuenden ambulanten Fachdienste und die Vermieter weitergegeben. Andrea Emschermann, Leiterin des Gemeindepsychiatrisches Zentrum der Bethesda St. Martin gGmbH in Cochem erläutert: „Wir erfinden das Rad ja nicht neu. Bereits seit mehr als 20 Jahren werden Menschen mit Behinderung ambulant betreut. Ebenso lange dauern einige Mietverhältnisse an, was für eine gute und enge Zusammenarbeit spricht. Wir möchten diese Möglichkeit in das Bewusstsein der potenziellen Vermieter rufen und dafür werben“.
Interessierte finden den Fragebogen auf der Homepage der Kreisverwaltung unter www.cochem-zell.de/teilhabeplanung unter der Rubrik „Wohnen“. Er kann aber auch telefonisch aufgenommen werden. Zentrale Ansprechperson bei der Kreisverwaltung Cochem- Zell ist Ellen Weinem, Tel. (0 26 71) 61 - 3 02, E-Mail: ellen.weinem@cochem-zell.de.
Pressemitteilung
Kreisverwaltung Cochem-Zell
