Demokratie-Konferenz in Höhr-Grenzhausen
Menschenrechte in den Fokus gerückt
Höhr-Grenzhausen. Wenn menschenfeindliche Äußerungen und Aktionen in der Gesellschaft zunehmen, gefährdet das die Demokratie und das zivilgesellschaftliche Miteinander. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt daher langfristig und nachhaltig ziviles Engagement von Initiativen und Vereinen, die sich für Demokratie und gegen Menschenfeindlichkeit einsetzen. Im Mittelpunkt steht das Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“, das am 1. Januar 2015 gestartet ist und die bisherigen Bundesprogramme „Toleranz fördern - Kompetenz stärken“ und „Initiative Demokratie stärken“ abgelöst hat.
In Kooperation mit dem Verein „Projekt Arbeit und Lernen“ (P.A.u.L. e.V.) beteiligt sich die Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen – wie in den vergangenen Jahren – am Programm des Bundesministeriums.
Um einen aktuellen Überblick über die im Rahmen des Programms geplanten Projekte in der Verbandsgemeinde zu vermitteln hatte „P.A.u.L. e.V.“ zur 1. Demokratie-Konferenz 2016 ins CeraTechCenter eingeladen.
Zu Beginn der Veranstaltung konnte Bürgermeister Thilo Becker eine Vielzahl von interessierten Bürgern sowie ehrenamtliche Helfer und engagierte Jugendliche begrüßen. Becker führte in seiner Rede: „Es ist mir wichtig, dass die im Grundgesetz verankerten Menschenrechte, die in den letzten Wochen und Monaten arg strapaziert wurden, heute Abend noch einmal in den Fokus gerückt werden. Mit dem Bundesprogramm ‚Demokratie leben‘ haben wir zum Ziel, die Zivilgesellschaft gegen demokratiefeindliche und menschenverachtende Tendenzen zu stärken.“ Zum Schluss wies Becker noch auf das geplante Begegnungsfest mit Flüchtlingen am 22. Mai hin und führte aus: „Ich freue mich schon jetzt darauf, Sie alle in der Aula der Ernst-Barlach-Realschule zu einem großen Fest begrüßen zu können.“
Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen funktionieren
Im Anschluss informierte Anne-Kathrein Bierenfeld vom Sozialamt in einem grafisch unterlegten Überblick anschaulich über die aktuelle Flüchtlingssituation in der Verbandsgemeinde. Danach werden zurzeit 138 Personen betreut, der größte Anteil der Flüchtlinge stammt aus Syrien. Bislang ist es gelungen, die zugeteilten Asylsuchenden dezentral in Wohnungen unterzubringen und Massenunterkünfte zu vermeiden. Bierenfeld: „Bei der Betreuung sind wir nach wie vor auf Ehrenamtler angewiesen, was bislang sehr gut geklappt hat. Hierfür von mir und meinen Kollegen nochmals ein herzliches Dankeschön.“
„Woche der Demokratie“ mit interessantem Programm
Geschäftsführer Stefan Wolfram vom Verein „Projekt Arbeit und Lernen“ stellte die in diesem Jahr in Höhr-Grenzhausen im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ vorbereiteten Projekte im Einzelnen vor. Unter anderem sind in der Woche der Demokratie vom 26. September bis 1. Oktober unter dem Titel „Prävention Rechtsextremismus“ neben einem Filmprojekt der Schiller-Schule Höhr-Grenzhausen mehrere Theateraufführungen, eine Ausstellung von Christoph Gann sowie eine Vortragsreihe mit dem Islamwissenschaftler Dr. Alboga, dem deutschen Journalisten und Buchautor Andreas Speit, dem Historiker Dr. Nils Franke und nicht zuletzt dem ehemaligen NPD-Politiker Stefan Rochow geplant.
Zum Programmpunkt „Flüchtlingsthematik und Willkommenskultur“ stellte Wolfram das im Rahmen von „Demokratie leben“ gegründete „Café Welcome“ im Jugendhaus „Zweite Heimat“ in der Hermann-Geisen-Straße 42 besonders in den Fokus, ein Treffpunkt für und mit Flüchtlingen, ehrenamtlichen Helfern und Bürgern von Höhr-Grenzhausen. Man trifft sich dort zwanglos jeden Donnerstag von 16 bis 18 Uhr. Eltern haben daneben noch die Möglichkeit sich im Begegnungscafé des evangelischen Kindergartens mit Flüchtlingseltern auszutauschen.
Seinen Ausführungen folgte eine kleine Fragerunde, bei der er und Thilo Becker für Auskünfte zur Verfügung standen. Mit einem Dank an die Anwesenden für das rege Interesse beendete Wolfram die Veranstaltung.
Kathrein Bierenfeld vom zuständigen Sozialamt lieferte aktuelle Daten zur Situation von Flüchtlingen in der Verbandsgemeinde.
Stefan Wolfram vom Verein „Projekt Arbeit und Lernen“ stellte die in Höhr-Grenzhausen geplanten Aktionen im Rahmen von „Demokratie leben“ detailliert vor.
