Jahresempfang der Wirtschaft im Kreis Ahrweiler
Mentalmagier-Duo bleibt in Erinnerung
Landrat Dr. Jürgen Pföhler: Kreis Ahrweiler bleibt ein attraktiver Wirtschaftsstandort
Ringen. Der diesjährige Jahresempfang der Wirtschaft im Kreis Ahrweiler wird wohl allen 300 Besuchern lange in Erinnerung bleiben. Nicht nur, weil er an dem Tag stattfand, an dem die Amerikaner ziemlich überraschend den Republikaner Donald Trump zu ihrem 45. Präsidenten gewählt hatten – obwohl auch das ein beherrschendes Thema des Abends war. Unvergesslich war vielmehr der sensationelle Auftritt der Weltmeister der Mentalmagie, Thommy Ten und Amélie van Tass aus Österreich. In den Räumen der Firma TTW Top Tech Wirtz im Innovationspark Rheinland bei Ringen stellten die beiden sympathischen Jungstars eindrucksvoll unter Beweis, warum sie zu den innovativsten und erfolgreichsten Mitgliedern der weltweiten Zauberszene gehören. Sie boten erstklassige Zauberkunst einer neuen Generation mit modernen Illusionen, mentalmagischen Sensationen und vielen zauberhaften Momenten.
„Das kann nicht mit rechten Dingen zugehen“
Es war einfach schier unglaublich, was die beiden vorhersagten und errieten, „das kann nicht mit rechten Dingen zugehen“, wähnten so manche Zuschauer im Anschluss höhere Mächte im Spiel. Die beiden Mentalmagier hatten nicht nur schon vorab die Lieblingszahlen von sechs per Wasserball-Kick zufällig ausgewählten Zuschauern aufgeschrieben oder die genaue Anzahl der von Peter Berg willkürlich in ein Glas gefüllten Bonbons erraten. Sie nannten trotz verbundener Augen auch die exakte Seriennummer eines 10-Euro-Scheins, den Christian Weidenbach aus seinem Portemonnaie zog, kannten das Ablaufdatum eines Desinfektionssprays aus Ingrid Meumerzheims Handtasche und wussten, dass Bernd Profittlich einst einen Schafsbock besessen hatte. Und wie die beiden die Zigarettenmarke eines Wirtschaftsbosses anhand des Qualms einer Kippe errieten, die Thommy Ten inhalierte und Amélie van Tass ausblies, bleibt für immer ein Geheimnis.
Zuvor hatte Landrat Dr. Jürgen Pföhler im Namen der Veranstalter die Gäste aus Politik und Wirtschaft begrüßt. Für den Kreis als Wirtschaftsstandort sei es wichtig, dass die Unternehmen in möglichst vielen Bereichen zusammenarbeiteten, deshalb hieß er besonders all diejenigen Unternehmen willkommen, die sich neu im Kreis angesiedelt hatten und erstmals am Wirtschaftsempfang teilnahmen. Pföhler freute sich, dass sich beim Kreisjubiläum Ende Mai viele Unternehmen im Rahmen der Erlebnismeile präsentiert und damit tausenden von Besuchern in beeindruckender Weise die Vielfältigkeit und Leistungsfähigkeit der heimischen Wirtschaft gezeigt hätten.
Mehrere Spitzenplätze in Rheinland-Pfalz
Dass der Kreis Ahrweiler ein attraktiver Wirtschaftsstandort sei, ergebe sich auch aus aktuellen Erhebungen wie etwa dem Zukunftsatlas des Prognos-Instituts, in dem der Kreis gute Ergebnisse erreiche. Seit Jahren liege man bei den Gewerbeanmeldungen auf einem Spitzenplatz in Rheinland-Pfalz, die Arbeitslosenquote von aktuell 3,3 Prozent liege deutlich unter dem Landes- und noch mehr unter dem Bundesdurchschnitt. „Auch innerhalb der Region Bonn stehen wir seit Jahren bestens da“, wusste Pföhler: Im Rhein-Sieg-Kreis betrage die Arbeitslosenquote 5,2 und in der Bundesstadt Bonn gar 6,9 Prozent. „Das ist ein weiterer Beleg für eine andauernde positive Entwicklung des Kreises Ahrweiler als dynamischer Wirtschaftsstandort.“ Mit investitionsfreudigen mittelständischen Unternehmen, einem gesunden Branchenmix und guten Strukturen sei der Mittelstand der Jobmotor der Region und das Rückgrat der heimischen Wirtschaft.
Dazu trügen auch die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen im Kreis und seinen Kommunen bei. „Unternehmer finden bei uns günstige Quadratmeterpreise und niedrige Steuersätze, ein hohes Potenzial an qualifizierten Arbeitskräften sowie eine hohe Lebensqualität mit vielfältigen Freizeitmöglichkeiten“, machte der Landrat Werbung für den Kreis. Ein weiterer Standortvorteil sei die Einbettung in die Wissenschaft- und Wirtschaftsregion Bonn, die zu den dichtesten Forschungslandschaften in Europa zähle.
Der Wettbewerb wird auf allen Ebenen härter
Doch Pföhler wusste auch: „Trotz der sehr positiven Zahlen und günstigen Standortkriterien sehen auch unsere Unternehmen große Herausforderungen auf sich zukommen. Der Wettbewerb wird auf allen Ebenen härter.“ So sei noch nicht absehbar, welche Auswirkungen internationale Entwicklungen wie die Wahl von Donald Trump zum US-Präsident oder der Brexit auf die Firmen im Kreis Ahrweiler hätten. Zudem halte die vierte industrielle Revolution mit ihrer intelligenten und flexiblen Produktion sowie einer zunehmenden Digitalisierung bereits seit Jahren Einzug in die Wirtschaftsprozesse. Das bedeute, dass Arbeitsabläufe komplett geändert und die Anforderungen an die Mitarbeiter teils völlig von heutigen Standards abweichen würden. „Daher müssen alle Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft frühzeitig kooperieren, um diese Entwicklung erfolgreich zu gestalten.“
Erfreulicherweise seien im gesamten Kreis auch aktuell hohe Investitionen im gewerblichen Bereich zu verzeichnen. Besonders die Ansiedlung der Firma Haribo habe eine historische Signalwirkung, von der nicht nur die Gemeinde Grafschaft, sondern der gesamte Kreis noch viele Jahre profitieren werden, sagte Pföhler voraus. „Das gilt insbesondere mit Blick auf die Arbeitsplätze, die Gewerbesteuereinnahmen und das Image des Kreises als Wirtschaftsstandort. Ich bin überzeugt, dass sich hier das wirtschaftspolitische Klima auszahlt, das der Kreis und die Kommunen pflegen.“ Alles in allem sah Pföhler den Kreis Ahrweiler als Gewinner im Wettbewerb der Regionen. Der Kreis werde mit seiner Politik auch weiterhin dafür sorgen, dass AW ein attraktiver Wirtschaftsstandort bleibe und hervorragende Perspektiven biete. JOST
Handgymnastik macht locker – beim Jahresempfang der Wirtschaft ging es lustig zu. Foto: Volker Jost
Gastgeber Dr. Rainer Wirtz stellte sein Unternehmen beim Jahresempfang der Wirtschaft vor. Foto: Volker Jost
Christian Weidenbach (links) war ziemlich verblüfft, als Mentalmagier Thommy Ten die Seriennummer seines zehn-Euro-Scheines kannte. Foto: Volker Jost
