Bendorfer an Klais-Orgel
Messgewänder – Bedeutung im Kirchenjahr
Neuwied/Bendorf. In der katholischen Hauptkirche St. Matthias zu Neuwied endete in der tristen Jahreszeit eine Ausstellung fröhlicher, farbiger Messgewänder. Obwohl, Schwarz für Trauer war auch dabei, an dessen Stelle aber auch Violett treten kann. Weiß - eventuell mit Gold - steht für Hochfeste wie bald Weihnachten, Rot für Blut-Märtyrer wie Jesus selbst und Grün ist sozusagen der Alltag. Musikalisch feinfühlig umrahmte Roland Dinspel aus Bendorf auf der romantischen Klais-Orgel. Heimatverbundene Bendorfer sind stolz auf ein jüngst renoviertes Instrument dieser renommierten Firma in der katholischen Kirche St. Medard zu Bendorf. Die berühmte Stumm-Orgel in der Abteikirche Sayn wurde ebenfalls von ihr rekonstruiert. Beim geselligen Zusammensein zum Abschluss äußerte sich Dinspel begeistert über die besonders gelungene Abstimmung des Instrumentes in Neuwied mit dem Kirchenraum. Dazu trägt bei, dass Orgel und Kirche beide um das Jahr 1900 entstanden. Passend hatte er denn auch zur Einleitung eine (Neo-)Gotische Suite aus der gleichen Zeit gewählt. Wie unerheblich sonst genaue Jahreszahlen innerhalb einer 2.000 Jahre alten Institution wie der Kirche sind, bewies er mit Morse-Zeichen des quicklebendigen Komponisten Dominik Susteck aus Köln. „Annum per Annum“ oder zu Deutsch „Jahr für Jahr“ des Esten Arvo Pärt von 1980 entspricht der katholischen Messe, wie sie seit über 900 Jahren im Dom zu Speyer zelebriert wird. Roland Dinspel trägt als nebenberuflicher Organist möglichst Kompositionen vor, welche, wie er sagte, „in ihm und dem Kirchenraum Schwingungen erbringen.“ Wie richtig er damit empfindet, zeigt sein Erfolg als Chorleiter in Weitersburg. Der katholische Kirchenchor Cäcilia dort gehört zu den größten im Umkreis und weist eines der niedrigsten Durchschnittsalter auf.