Ausstellung in der Kirche Sankt Matthias zu Neuwied
Messgewänder und ihre Bedeutung im Kirchenjahr
Neuwied. Dechant Thomas Darscheid hatte den großartigen Einfall, den ganz normalen Gläubigen anschaulich die Farben der verschiedenen Priester-Gewänder zu erklären. Dank der Firma Schmitt-Paramente aus Köln erfuhr die katholische Hauptkirche St. Matthias in dieser tristen Jahreszeit eine Ausstellung fröhlicher Farben.
Obwohl, Schwarz für Trauer war auch dabei, an dessen Stelle aber auch Violett treten kann. Weiß - eventuell mit Gold - steht für Hochfeste wie bald Weihnachten, Rot für Blut-Märtyrer wie Jesus selbst und Grün ist sozusagen der Alltag. Im Wechsel erklärte er dies zusammen mit David Valles Fernandez. Musikalisch großartig untermalte Andrea Seeberg als Solistin, teils im Wechsel mit der Gemeinde. Feinfühlig begleitete Roland Dinspel aus Bendorf sie auf der romantischen Klais-Orgel. Beim geselligen Zusammensein zum Abschluss dieser Ausstellung äußerte er sich begeistert über dieses Instrument und seine gelungene Abstimmung mit dem Kirchenraum. Passend hatte er denn auch zur Einleitung eine (Neo-)Gotische Suite gewählt, die etwa aus der Bauzeit der Kirche selbst stammt. Wie unerheblich sonst genaue Jahreszahlen innerhalb einer 2.000 Jahre alten Institution wie der Kirche sind, bewies er mit Morse-Zeichen des quicklebendigen Komponisten Dominik Susteck aus Köln.
„Annum per Annum“ oder zu Deutsch „Jahr für Jahr“ des Esten Arvo Pärt von 1980 lässt die katholische Messe erkennen, wie sie seit über 900 Jahren im Dom zu Speyer zelebriert wird. Roland Dinspel kann sich als nebenberuflicher Organist leisten, nur Kompositionen vorzutragen, welche, wie er sagte, „in ihm und dem Kirchenraum Schwingungen erbringen.“ Wie richtig er damit empfindet, zeigt seine Engagement als Chorleiter in Weitersburg oberhalb von Bendorf. Der katholische Kirchenchor Cäcilia dort gehört zu den größten im Umkreis und weist eines der niedrigsten Durchschnittsalter auf.
