Katholische Kirchengemeinde St. Marien Wachtberg
Michael Hoßdorf ist jetzt Chef der Katholiken im Drachenfelser Ländchen
Offizielle Amtseinführung in der randvollen Pfarrkirche Sankt Maria Rosenkranzkönigin in Berkum – Zahl der heiligen Messen wird reduziert
Wachtberg-Berkum. Die Aufgabe, die Michael Hoßdorf als neuer Leitender Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Marien Wachtberg antritt, ist nicht einfach, doch seine Gemeinde machte ihm zumindest den Start sehr leicht. Beim Einführungsgottesdienst quoll die Pfarrkirche St. Maria Rosenkranzkönigin förmlich über vor Gläubigen, die sich auf ihren neuen Hirten freuen. Der war schließlich schon seit 112 Tagen in der Gemeinde und hatte schon so manches Gespräch geführt, viele Gruppierungen und Veranstaltung besucht und dabei schon zahlreiche Freunde gewonnen, wie die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Claudia Langen wusste: „Sie sind ein Kölscher Jung, sie passen hervorragend in die Gemeinde.“
Über Umwege zum Priesterberuf
Dabei stimmt das mit dem „Kölschen Jung“ nicht so ganz, denn schließlich ist der 51-jährige im Bergischen Land geboren und stammt aus Odenthal-Altenberg. Zum Priesterberuf kam er über Umwege. Nach der Schulzeit begann er eine Ausbildung zum Bankkaufmann, anschließend nahm er ein berufsbegleitendes Studium der Theologie in Köln auf. Seine Diakonenweihe feierte er am 4. Mai 1991 im Kölner Dom. Zunächst arbeitete er einige Jahre hauptberuflich als Diakon und schloss ein weiteres Studium der Pädagogik in Köln ab.
Doch dann wechselte er zunächst zurück in den Beruf des Bankkaufmanns und übte das Diakonat lediglich im Nebenberuf aus. Bis er sich 2010 erneut für den theologischen Weg entschied und endgültig ins Priesterseminar eintrat. Seine Priesterweihe nahm er am 15. Juni 2012 im Kölner Dom entgegen. Nach der Ausbildungspfarrei im Seelsorgebereich Zülpich wechselte Hoßdorf 2013 als Kaplan in den Seelsorgebereich der Stadt Bedburg, seit dem 10. August 2016 ist er Pfarrer in Wachtberg, wo er jetzt die Verantwortung übernahm.
Deutliche Veränderungen in der Personalstruktur
Sein Amtsantritt gehe mit deutlichen Veränderungen in der Personalstruktur der Kirchengemeinde einher, führte Hoßdorf aus. Denn erst im August wurden die beiden Kaplane Hector Miranda Uribe und Sven Thomsen verabschiedet, jetzt verließ auch der bisherige Leitende Pfarrer Hermann Josef Zeyen das Drachenfelser Ländchen, um künftig in Troisdorf zu wirken. „Drei Priester gehen und ein neuer kommt, das ist eine deutliche Veränderung“, so Hoßdorf.
Die Gemeinde werde sich an manchen Stellen umstellen und auch einschränken müssen. So werde die Anzahl der Gottesdienste verringert werden, wobei es ihm absolut nicht leicht gefallen sei, heilige Messen zu streichen, „doch ich sehe keinen Ausweg.“ Ihm sei bewusst, dass diese Veränderungen auch wehtäten, er bat die Gemeindemitglieder aber, sich mit offenem Herzen darauf einzulassen. „Lassen Sie uns als Gemeinde zusammenrücken und uns um Christus, den Herrn seiner Kirche, versammeln.“
Alle freuen sich auf gute Zusammenarbeit
Professor Dr. Norbert Neu, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands, wies darauf hin, dass man sich eigentlich glücklich schätzen könne, überhaupt noch einen Seelsorger zu haben, denn vielerorts blieben die Stellen wegen des Priestermangels vakant. „Wir werden Pfarrer Zeyen sehr vermissen, aber heute freuen wir uns auf die Zusammenarbeit mit Ihnen“, machte er dem Neuen Mut. Seine Vorgeschichte als Banker werde ihm sicher die Arbeit im Kirchenvorstand erleichtern, er bringe jedenfalls alle Voraussetzungen mit sich. Auch die evangelischen Pfarrer Günter Schmitz-Valadier und Katrin Mueller boten eine freundschaftliche ökumenische Zusammenarbeit an, und Bürgermeisterin Renate Offergeld versprach offene Türen und offene Ohren im Rathaus.
JOST
Beim Einführungsgottesdienst von Pfarrer Michael Hoßdorf war die Pfarrkirche St. Maria Rosenkranzkönigin in Berkum bis zum letzten Stehplatz gefüllt. Foto: Volker Jost
Michael Hoßdorf wurde am Wochenende als neuer Leitender Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Marien Wachtberg eingeführt. Foto: Volker Jost
