Mit „Hoschem is bunt“ stellte der HCV wieder alles auf den Kopf
Horchheim. Mit der diesjährigen Mottositzung „Hoschem is bunt“ bewies der Horchheimer Carneval-Verein im Haus Horchheimer Höhe, wieder einmal mehr, dass er in Koblenz zu den ganz großen Vereinen zählt. Horchheim ist die Heimat für viele Zugezogene geworden, die sich mit ihrem Ortsteil identifizieren und sich dort wohlfühlen. Eigentlich sollte die berühmte Olivia Jones eine kleine Führung übernehmen, doch leider kam sie nicht und so musste Hubi Braun selbst durch „Hoschem“ führen. Tosender Applaus brandete auf als Hubi Braun als „Hoschemer Olivia“ in Plateausohlen und Stöckelschuhen (die er den ganzen Abend trug), die Bühne betrat.
Das Motto „Hoschem is bunt“ beschreibt sehr gut die Seele des Koblenzer Karnevals. Denn es ist wichtig, dass wieder gemeinsam gefeiert werden kann. Nachdem wieder etwas Ruhe im Saal eingekehrt war, brachte Georg Sproß, von der GKKG, scharfzüngig und wortgewandt aktuelle und brisante Themen auf den Punkt. In diesem Jahr wurde aus einem Solomariechen ein Doppelsolo geworden. Maria Kesselheim übergab an diesem Abend die Funktion des Solo-Mariechens in einem gemeinsamen Tanz an Chantal Fondel.
Anschließend verzauberten Olav und Max Kullak, von den Heimatfreunden aus Lay, mit einer magischen Zaubershow das Publikum. Seit 2009 ist Simone Krech als Stimmungssängerin auf den HCV-Sitzungen zu Hause. Mit Hits wie „Sweet Caroline“ oder „Trink doch eine mit“ begeistert sie Jahr für Jahr das närrische Publikum.
Welche Geschichten man erleben kann vor allem, wenn man seinem Hund den falschen Namen gibt, davon wusste Wolfgang Mayr von den Funken Rot-Weiß Koblenz, der zum ersten Mal beim HCV auf der Bühne stand, jede Menge zu erzählen. Anschließend musste sich Christoph Poth bei seinem alljährlichen Elternabend absurde Fragen stellen lassen. Großes Problem war für die Klassenfahrt in den Hunsrück die Essensfrage, denn hier sollte genau darauf geachtet werden, wer was essen kann und darf.
Die HCV-Showtanzgruppe der beiden Trainerinnen Karin Klinke und Daniela Fondel setzten mit den Kleinen und Großen farbenfroh und akrobatisch mit toller Stimmungsmusik das bunte Motto um. Als Dauergast zählte wieder einmal Franz-Josef Möhlich von den Gülser Husaren, als Protokoller zu den großen Rednern. Scharfzüngig ging er mit der lokalen, nationalen und internationalen Politik ins Gericht. Von den Erlebnissen eines Landarztes aus seiner ländlichen Praxis konnte Thomas Buchner von den Kessselheimer Kapuzemänner mit viel Witz berichten. Einem Deutschlehrer einen Abschiedsbrief zu schreiben kann manchmal nach hinten losgehen. Christoph Poth korrigierte diesen Brief auf der Bühne und fand, dass sehr viele Kommas fehlten. Drei Zentner geballte Erotik, die auf der Suche nach einem Mann sind, davon konnte an diesem Abend „Et Tusnelda“ (Serap Boos) aus dem Langweiler Land, von den Kesselheimer Kapuzemänner, berichten
Natürlich durfte an diesem Abend seine „Tollität Prinz Sven der Neuendorfer Garant für Frohsinn und Freud“ und „Confluentia Lisa“ von den Rheinfreunden aus Neuendorf nicht fehlen. Ganz nach dem Motto „Hoschem is bunt“ erschien „Prinz Sven“ natürlich mit einer Regenbogenfarbigen Perücke und Umhang.
Erstmals auf einer Koblenzer Bühne stand die Kölsche Band „Kommando 3“ (drei Musiker und eine Musikerin). Wie es sich für eine Kölner Band gehört, brachten sie Kölsche Party-Hits, die den Saal zum Beben brachten. Schwer hatte es nach dieser Band Karl Krämer, bewährter Redner aus Lahnstein, der wieder einiges aus dem Leben seiner Eltern (Inge und Günther) zu erzählen hatte.
Der Showtanz des HCV-Balletts, trainiert von Maria Kesselheim, eroberte mit einem schwungvollen Polka-Tanz die Herzen der Besucher. Nach dieser Tanzdarbietung kündigten Orgelklänge den „Bischof von Kesselheim“, Achim Bertgen, an. Von ihm gab es nicht nur religiösen Beistand, sondern auch viele praktisch-philosophische Tipps für das Leben. Mit dem Gardetanz (trainiert von Karin Klinke und Daniela Fondel) ging wieder einmal eine großartige Sitzung zu Ende.
Ganz am Ende dieser Veranstaltung wurde es noch einmal sehr emotional als Hubi Braun seinen Abschied nach 23 Jahren Präsidentschaft, verkündete: „Vor allem bin ich sehr stolz auf meinen gesamten Verein, eine geile Truppe, ohne die so was gar nicht möglich ist. Vielen, vielen, herzlichen Dank dafür und für die vergangenen 23 Jahre. Es war eine sehr schöne Zeit mit Euch allen!“
Begleitet wurde diese Veranstaltung von Klaus Weber, der an diesem Abend musikalisch alles im Griff hatte.
Hubi Braun als „Hoschemer Olivia“
