Ukrainische Flüchtlinge besuchen Museum Koenig in Bonn
Mit Löwe, Elefanten & Co gefahrlos auf Augenhöhe
Ehrenamtliche Flüchtlingshilfe aus Wachtberg organisierte Ausflug
Wachtberg/Bonn. Das Museum Koenig Bonn ist ein Naturkundemuseum und Teil des Leibniz-Instituts zur Analyse des Biodiversitätswandels, einer Stiftung des öffentlichen Rechts des Landes Nordrhein-Westfalen. Dem einen oder anderen ist das Gebäude bekannt durch den Parlamentarischen Rat, der darin 1948 das Grundgesetz verfasste, das am 23. Mai 1949 dann verkündet wurde.
Doch dieses Mal ging es nicht um historische Wurzeln der Bundesrepublik, sondern um eine naturkundliche Führung für die Wachtberger Schutzsuchenden aus der Ukraine. So ging es mit Kind und Kegel gleich in die Savanne und dann anschließend in den Regenwald. Natürlich nicht „in echt“, aber in einer sehr echten und realistisch nachgebauten Landschaftsrekonstruktion im Bonner Museum Koenig.
Bei zwei Führungen für die Ukrainer:innen durch die Steppen und Graslandschaften, bestückt mit Löwen, Elefanten, Giraffen, Antilopen, Gnus, Zebras, Nashörnern und einer unendlichen Vielzahl verschiedener Vogelarten in ihrer natürlich nachgestellten Umgebung wurde die Entstehung und die klimatische Entwicklung dieser Landstriche erläutert. Dabei ging die promovierte Biologin Dr. Susanne Adams auf interessante Details der biologischen Vielfalt ein. Anhand von präparierten Fellen der Tiere der Savanne konnten die verschiedenen Haarstrukturen ertastet werden. Ein originaler Stoßzahn eines Elefanten, der von Hand zu Hand ging, flößte nicht nur den Kindern Ehrfurcht ein. Mit einem präparierten Schädel einer Riesenboa wurde der Mechanismus des Beutegreifens erklärt, was besonders die Kinder erstaunen ließ. Beeindruckend war auch die präparierte Schlangenhaut einer Python, die dem Museum als Dauerleihgabe des Zolls, der sie bei einer Einreise beschlagnahmt hatte, zur Verfügung gestellt wurde. Die Schuppenhaut einer echten Schlange anfühlen, das kann man nicht jeden Tag – ohne Gefahr zu laufen, mit dem Gebiss eines solchen Tieres konfrontiert zu werden.
So vergingen die jeweils eineinhalb Stunden der Führungen wie im Flug. Anschließend hatten die Teilnehmer noch die Gelegenheit, auch die lebenden Fische in den großen Aquarien im Untergeschoss zu bestaunen, welche die Situation im Regenwald, in den tropischen Auen, in den Regenwaldtümpeln und an den Wasserfällen darstellten.
