Allgemeine Berichte | 21.06.2024

Rheinbacher Vorlesewettbewerb für Grundschulkinder „Laut oder deutlich!“

Mit „Opa in der Plastiktüte“ aufs Podest

Die zwölf Lesehelden stellen sich vor der Veranstaltung dem Fotografen. Foto: Gerd Engel

Rheinbach. Beim Rheinbacher Vorlesewettbewerb für Grundschulkinder, „Laut oder deutlich!“, in der Stadthalle lasen zwölf Kinder auf hohem Niveau vor mehr als 120 Besuchern. Am Ende kürte die Jury um WDR-Sprecherin Regina Münch einen Sieger: Kilian Hällmeyer von der Gemeinschaftsgrundschule Sürster Weg. Greta Slania (KGS an der Tomburg) und Henriette Schlenkhoff (KGS St. Martin) belegten die Plätze zwei und drei.

Begleitet von ermutigenden Worten des Schirmherrn, Rheinbachs Bürgermeister Ludger Banken, überbracht durch den 1. Stellvertretenden Bürgermeister Markus Pütz und einem gemeinsamen Aufwärmprogramm mit Schauspielerin Monika Sobetzko stieg Soumiya Habibi von der GGS als erste auf den Stepper hinter dem Lesepult. In „9 Tage mit Okapi“ las die Viertklässlerin mit sichtlicher Freude von einer kuriosen Freundschaft, die in der Umkleidekabine eines Kaufhauses ihren Anfang nimmt. Ihr folgten ihre Mitschülerin Zhinian Xin („Das magische Baumhaus“) sowie Lisa Wolter („Woodwalker“) und Carl Senge („Das Geheimnis der 13. Sprache“), beide von der KGS St. Martin. Laura Beier von der KGS Flerzheim („Die Duftapotheke“) hinterließ mit ihrer eindringlichen Stimme eine besondere „Duftmarke“. Vor der Pause wurde es dann ein weiteres Mal magisch, als Jonathan Fronhoffs von der KGS an der Tomburg gekonnt eine komödiantische Stelle mit einer falschen Gespensterdame vortrug („Die Schule der magischen Tiere - Endlich Ferien!“).

Bevor alle das Pausenbuffet stürmten, sang die 15-Jährige Gesamtschülerin Fiona Müdder sich mit John Lennons „Imagine“ in die Herzen des Publikums. Sie hatte 2018/19 selbst erfolgreich am beliebten Vorlesewettbewerb teilgenommen und wurde zwei Jahre später auch Schulsiegerin an der Gesamtschule Rheinbach. „Das ist Teil unserer Idee“, erläuterte Gerd Engel vom Vorbereitungsteam. „Die Magie des gestalteten Vorlesens schon in die Grundschule zu tragen.“ Zwei Jahre später, in Klasse 6, dürften alle Talente dann beim Bundesweiten Vorlesewettbewerb ihre Entwicklung bestätigen.

Die Halbzeit zwei eröffnete GGS-Schülerin Jin Ibrahim („Die Nussknackerbande“) mit viel Charme, ehe Greta Slania mit einem aus dem Ruder laufenden Kindergeburtstag („Dirk und ich“) für viele Lacher sorgte. Sie ist auch Mitglied der Theater-AG ihrer Schule und fühlte sich am Lesepult pudelwohl. Das galt auch für Henriette Schlenkhoff von der KGS St. Martin. Sie nutzte bei einer atmosphärisch dichten Stelle aus Cornelia Funkes Klassiker „Herr der Diebe“ alle Möglichkeiten des Lesens am Mikrophon. Matilda Münch von der KGS Merzbach bekam ein Sonderlob von Regina Münch, weil sie nicht nur diverse Insekten sondern auch einen Brief in ihrer Buchstelle („School of talents“) lebendig werden ließ. Ihr folgte Kilian Hällmeyer mit der „Mission KoloMoro – Opa in der Plastiktüte“. Mit markant kratziger Stimme, pointensicherer Pausensetzung und einer brillant gewählten skurrilen Lesestelle über einen toten Kanarienvogel sorgte er für einen weiteren Höhepunkt. Das überwiegend junge Publikum war auch nach knapp zwei Stunden noch nicht müde, als die letzte Teilnehmerin, Olivia Ruhland von der KGS Merzbach, Harry Potter beim Quidditch in Hogwarts auf einen schier übermächtigen Herausforderer treffen ließ. Gleich Harrys Zauberbesen glitt ihre Stimme gewand über die Zeilen („H.P. und der Feuerkelch)“.

Das hohe Niveau der zwölf Lesungen in der stimmungsvollen Veranstaltung, locker moderiert von Elke Dietrich-Rein und Gerd Engel, hatte beeindruckt. Die Jury benötigte nun eine längere Beratungszeit. Anne Bennau (Öffentliche Bücherei St. Martin), Leni Beer (Lod-Gewinnerin 21/22), Karl Hempel (Rezitator), Regina Münch (WDR Stimmwerk) sowie Christel Engeland (Buchhandlung Kayser) verpassten so die amüsante Duett-Lesung des aktuellen Bezirkssiegers Julian Unruh (12) und der Vorjahresgewinnerin Zora Streuff (11). Der „Herr der Töne“, Dieter Peters, aktivierte alle vor der Siegerehrung mit einer amüsanten Eigenkomposition rund um den Zungenbecher „Fischer Fritz fischt frische Fische“.

Dass alle Kinder Sieger seien, wie Markus Pütz zu Beginn hervorgehoben hatte, blieb keine Floskel, denn jeder der zwölf wurde zunächst für die Teilnahme geehrt und bekam neben Urkunde und Buchpreis auch einen Eisgutschein aus dem „eiswerk“.

Christel Engeland würdigte die Lesekinder stellvertretend für die ganze Jury. Sie hatten sich mit dem Vorleseteam von Rheinbach Liest über Wochen auf diesen Tag vorbereitet. Es blieb dann Zora und Julian vorbehalten, die drei Kinder für das „Treppchen“ zu verkünden: Platz drei für Henriette, Platz zwei für Greta. Als Zora schließlich Kilian als ihren Nachfolger benannte, war die Freude nicht nur bei dem Zehnjährigen groß. Das ganze „Team Buch“ gönnte dem quirligen jungen Vorlesekünstler den Sieg. Am Ende gab es noch viel Schulterklopfen für das Vorbereitungsteam von Rheinbach Liest, das „Laut oder deutlich!“ gemeinsam mit der Stadt Rheinbach und den Kooperationspartnern von der Öffentlichen Bücherei St. Martin sowie den Buchhandlungen Kayser und „kunterbunt“ auf die Beine gestellt hatte.

Kilian las sich auf Platz 1. Foto: Ursula Peters

Kilian las sich auf Platz 1. Foto: Ursula Peters

Die zwölf Lesehelden stellen sich vor der Veranstaltung dem Fotografen. Foto: Gerd Engel

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