Allgemeine Berichte | 22.02.2016

Überaus interessanter Vortrag für Eltern und Fachkräfte in der Realschule Plus in Mendig

„Mit Speed ins Wochenende“

(Von links) York Schmede und Christoph Eichmann klären die interessierten Eltern über verschiedene Formen des Rauschgiftkonsums und seine lebensbedrohlichen Gefahren für ihre Kinder auf.

Mendig. Zum Vortrag „Mit Speed ins Wochenende“ begrüßte Schulsozialarbeiterin Beate Ternes, Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V., interessierte Eltern und Fachkräfte in der Realschule Plus in Mendig. Beate Ternes, die diesen Abend in Kooperation mit der Realschule plus und dem Polizeipräsidium Koblenz organisiert hatte, stellte die Referenten des Abends vor, Kriminalhauptkommissar York Schmede und Kriminalhauptkommissar Christoph Eichmann vom Polizeipräsidium Koblenz, Zentrale Prävention – Sachbereich 15.

Mit drastischen Geschichten aus dem Berufsalltag bereicherten die Polizeibeamten ihren Vortrag. Im wahrsten Sinne des Wortes greifbar wurde das Thema, als verschiedene Drogen zum Anschauen, Riechen und Befühlen durch die Reihen gingen. Auch wurden diverse Techniken des Rauschgiftkonsums vorgestellt und juristische Aspekte in den Blick genommen. Dabei erfuhren die Zuhörer, dass auch in den Niederlanden der Erwerb und Besitz von Rauschgift verboten ist. York Schmede: „Jeder erwachsene Niederländer darf in einen Coffeeshop, aber kein Student und kein Schüler aus Deutschland. Wenn man als Deutscher in Holland Rauschgift konsumiert, macht man sich strafbar.“ Wird Haschisch festgestellt, kommt es zur Strafanzeige und die Führerscheinstelle wird informiert, sodass ein vierwöchiges Fahrverbot und ein Bußgeld über 600 Euro eingefordert werden. Bei weiterem Konsum droht Führerscheinentzug. Behaupten Jugendliche, „10 Gramm darf ich doch haben“, kennen sie die Gesetzeslage nicht, führte Christoph Eichmann aus: „Vielmehr ist es nur ein Absehen von Bestrafung, also eine Straftat, die nicht verfolgt wird.“ Auch der nur eine Joint am Wochenende ist aufgrund der Depotwirkung nachweisbar und kann zum Problem werden, so Schmede, der seit über 16 Jahre in der Drogenfahndung bei der Kripo Koblenz tätig ist: „Erst nach drei Wochen ist alles abgebaut, wenn kein weiterer Konsum erfolgte.“ Ist jemand bereits im Visier der Polizei, wird der Wiederholungsfall folgenreich. Wurde etwa der Dealer übers Handy kontaktiert, gilt das Handy als Tatmittel und wird eingezogen. Auch das Auto wird beschlagnahmt, diente es zur Drogenfahrt nach Holland.

Warnung vor „Badesalzen“

Im weiteren Verlauf warnte der Polizist vor sogenannten „Badesalzen“. Dahinter verbergen sich mit Kräutern vermischte Chemikalien, die stärker als Marihuana sind. Die Konzentration dieser Mischungen ist oft zu hoch, sodass es in der Region bereits zu Todesfällen kam. Mehrmals fanden Eltern ihr Kind tot im Bett oder Schüler kippten in der Schule um und mussten vom Notarzt ins Krankenhaus gebracht werden. „160 Fälle gab es im vergangenen Jahr“, so York Schmede. Und das sind nur die der Polizei bekannten Fälle.

Was aber sollen Eltern tun, wenn ihr Kind auffällig reagiert? York Schmede: „Haben Sie als Eltern Probleme, gehen Sie zur Suchtberatung der Caritas. Gegenüber Ihrem Kind sollten sie aber nicht gleich in die Luft gehen, sondern das vernünftige Gespräch suchen. Bleiben Sie mit ihrem Kind in Kontakt!“

Für die Eltern und Lehrer war es spannend, mehr über das Thema zu erfahren. Dieses Wissen hilft, Gefahren möglicherweise rechtzeitig zu erkennen und einlenken zu können, sind Jugendliche mit gefährlichen Drogen in Kontakt geraten. Abschließend informierten die Polizeibeamten über die Suchtberatungsstellen der Caritas, die Jugendliche und Eltern vertraulich beraten: Andernach: Ludwig-Hillesheim-Str. 3, 56626 Andernach, Tel.: 02632/ 250 240 und Mayen: St.-Veit-Str. 14, 56727 Mayen, Tel.: 02651/98 69 60.

Pressemitteilung

des Caritasverbandes

Rhein-Mosel-Ahr e.V.

(Von links) York Schmede und Christoph Eichmann klären die interessierten Eltern über verschiedene Formen des Rauschgiftkonsums und seine lebensbedrohlichen Gefahren für ihre Kinder auf.

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