- Anzeige - Die Burg Lahneck gilt als Wahrzeichen der Stadt Lahnstein
Mit dem Jahr 1803 begann eine neue Ära
Die Burg Lahneck und BLICK aktuell verlost eine Führung durch die Burg für eine ganze Familie
Lahnstein. Burg Lahneck, 164 Meter über dem Meeresspiegel auf einem steilen Felssporn errichtet, gilt als Wahrzeichen der Stadt Lahnstein. Um so betrüblicher war es, dass die neunköpfige Erbengemeinschaft sie das ganze Jahr lang nicht für Besucher öffnen konnte - zum ersten Mal seit mehr als 80 Jahren. Seit Robert Mischke, Vizeadmiral der kaiserlichen Marine, die Burg im Jahr 1909 erwarb, ist sie im Besitz der Familie. Im September 2015 wurde der Führungsbetrieb erfreulicherweise wieder aufgenommen und wird ab Ostern 2016 seinen gewohnten Gang nehmen.
Mit Rundum-Wissen
Einer der rund zehn Burgführer ist Stefan Nürnberger. Nach einer Einführung durch erfahrene Burgführer-Kollegen und mit viel „learning by doing“ ist er nach neun Jahren in diesem „Job“ mit einem Rundum-Wissen über die Burg und ihre Geschichte ausgestattet. Bevor sich die Burg von November bis März in den Winterschlaf begibt, zeigt er bei einem informativen Rundgang noch einmal Burgküche, Burgkapelle, Rittersaal, Ausstellungsräume und Bergfried. Statt allzu vieler Jahreszahlen lernen die Besucher von ihm mehr über die Besonderheiten der Räume und von manchen der vielen im Mittelalter entstandenen Redensarten.
Doch ganz ohne Jahreszahlen geht es nicht. Wann genau die Burg erbaut wurde, ist nicht erwiesen, aber es gibt Anhaltspunkte, dass es schon um 1226 geschah. Sie diente als Schutzburg für die umliegenden, im Besitz des Mainzer Erzbischofs und Kurfürsten Siegfried von Eppstein befindlichen Gebiete.
Erst mit dem Jahr 1803 begann eine neue Ära. Im Zuge der Säkularisation des Erzbistums Mainz ging die Burg an das Herzogtum Nassau über. Somit wurde aus Kirchenbesitz Privatbesitz. Mitte des 19. Jahrhunderts erwarb der schottische Eisenbahnunternehmer Edward A. Moriarty die Ruine von der Familie Lassaulx und begann, die Burg im Stil der englischen Neugotik wieder aufzubauen. Die Arbeiten wurden von seinem Nachfolger Gustav Göde abgeschlossen.
Dem Geschichts-Exkurs folgt die eigentliche Führung. Nach dem Durchschreiten des Burgtors gelangen die Gäste in den Burghof. Die Tür auf der rechten Seite schließt Nürnberger mit dem imposanten Burgschlüssel auf. Dahinter liegt die mit Natursteinboden ausgestattete Burgküche.
Eines der um den Ofenplatz ausgestellten Kleinteile ist ein hölzernes Joch. Nürnberger demonstriert, was es wörtlich bedeutet, „ein schweres Joch zu tragen“. Noch schnell ein Gruß zum Leuchterweibchen, das nach Nürnberger allerdings ein -männchen ist. Die hölzerne Figur wacht an der Spitze des aus Geweihstangen gefertigten Kronleuchters.
Bleiverglaste Fenster
Vorbei geht es an einigen Folterwerkzeugen, anschließend wird die auf das Jahr 1226 zurückgehende, dem Heiligen Ulrich geweihte gotische Burgkapelle, 15 Meter lang und acht Meter breit, erreicht. Der hohe Raum besticht durch bleiverglaste Fenster mit Glasmalereien und den in Rautenform verlegten, mehrfarbigen Lahnmarmor-Boden. Als Hingucker ist im Chorbereich eine Luther-Bibel aus dem Jahr 1712 ausgestellt. Ebenso beeindruckend ist das Hungertuch aus dem Jahr 1513. Die großformatigen Gemälde an den Wänden hier, wie im übrigen Burgbereich, entstammen der familieneigenen Kunstsammlung, wie Nürnberger ausführt.
Was es mit der in der Kapelle aufgestellten Schatzkiste auf sich hat, will natürlich jeder wissen. Nürnberger öffnet die mit elf Riegeln und einem Geheimschloss gesicherte Truhe, nur noch einige wenige Geldstücke bedecken den Grund. Weiter geht es in den Rittersaal, wo zwei Rüstungen ausgestellt sind. Besonders bei den speziellen Kinderführungen erfreuen sie sich großer Beliebtheit, zumal sie angefasst und die separat ausgelegten Helme sogar aufgezogen werden dürfen. Auch die Waffen, wie zum Beispiel der als Schlagwaffe eingesetzte Morgenstern, faszinieren kleine Ritter.
Nach Verlassen des Saals müssen sich die Besucher zunächst einmal die eigens dafür ausgelegten Filzpantoffeln überziehen, denn der Parkettboden der folgenden Räume verträgt den Tritt von hartem Schuhwerk nicht. Die Ausstellungsräume zeigen eine bunte Sammlung an Mobiliar und Gebrauchsgegenständen, die die Wohnkultur des 17. bis 19. Jahrhunderts widerspiegeln. „Anno 1700“ ist auf der Frontplatte eines aus Grauguss gefertigten Beileger-Ofens eingraviert. Aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammt das mit einem aufwendigen Rahmen bestückte, Königin Victoria darstellende Gemälde. Sehenswert sind zudem z.B. die Sitzecke, auf deren Tisch stets eine Vase mit frischen Blumen steht, die mit Seidentapeten oder in Schablonentechnik verzierten Wände. Ein echtes Schmuckstück ist das 150 Jahre alte Puppenhaus mit einer detailverliebten Ausstattung in allen acht Zimmern.
In einem der Ausstellungsräume befindet sich ein Loch im Boden. Hierdurch flüchtete schon so mancher in den Keller. Doch die Führung geht geradewegs in eine andere Richtung - hoch hinauf. Eine schmale Wendeltreppe führt auf den 30 Meter hohen, fünfeckigen Bergfried. Bei rund 15.000 Besuchern pro Jahr lasse sich auf Burg Lahneck, im Gegensatz zu den meisten anderen Burgen der Region, der Auf- und Abstieg gefahrlos ermöglichen.
Wände sind bekritzelt
Viele, die es im Verlauf der Jahre wenigstens in das erste Zwischengeschoss geschafft haben, hatten offenbar das Bedürfnis, sich hier zu verewigen. Die Wände sind bekritzelt mit Namen und Sprüchen. Die Kletterpartie geht weiter hinauf, bis atemlos die oberste Plattform erreicht ist, auf der die rot-weiße Burgfahne im Wind weht.
Die Aussicht über das Lahntal ist grandios. Für ein längeres Verweilen ist jetzt aber keine Zeit, denn die Führung ist zu Ende. Zum Trost wartet in der vor der Burg gelegenen, frisch renovierten Burgschenke Pächter Ventsislav Pehlivanov mit frisch gebackenem Apfel- und Käsekuchen auf die Besucher. Informationen unter www.burg-lahneck.de. Anfragen für Gruppenführungen außerhalb der Saison (April bis Oktober) unter Tel. (0 26 27) 8419.
Eine Familienkarte zu gewinnen
„BLICK aktuell“ verlost eine Familienkarte (gültig für zwei Erwachsene und bis zu vier Kindern). Gewinnen kann, wer folgende Frage richtig beantwortet:
Wer erwarb 1909 die Burg?
Gewinn-Hotline
0137-8260025
Die Gebühren betragen 0,50 Euro pro Anruf aus dem dt. Festnetz.
Die Gewinn-Hotline ist bis Dienstag, 24. November freigeschaltet.
Die Gewinner werden
umgehend benachrichtigt.
Burgführer Stefan Nürnberger demonstriert, was es wörtlich bedeutet, „ein schweres Joch zu tragen“.
Vor dem großen Wandgobelin im Rittersaal sind diese beiden Rüstungen ausgestellt - Anfassen ist erlaubt.
Der Innenhof der Burg Lahneck ist ein Ort der Ruhe mit einem Hauch von Morbidität.
