Kreiswaldbauverein Neuwied
Mitglieder auf der Internationalen Forstmesse in München
Kreis Neuwied. Seit über drei Jahrzehnten fährt eine Gruppe des Kreiswaldbauvereins im Vierjahresrhythmus zur Internationalen Forstmesse im Juli nach München; so auch in diesem Jahr. Es ist die größte Forstmesse in Europa. Nach einer chaotischen Anreise mit der Deutschen Bahn am Anfang in Köln und Siegburg stand am anderen Tag ein anstrengender Messebesuch an. Klimaschäden und Zukunftssorgen um den Wald, digitale Arbeitsansätze, Holz als Alternative zu russischem Gas, internationale Forsttechnik und deutsche sowie europäische Waldpolitik waren die Hauptthemen und Anziehungspunkte für die Besucher. Präsentiert wurden Hürden und Chancen und was die Branche bewegt. Die bayerische Landwirtschafts- und Forstministerin Michaela Kaniber bat Landwirtschaftsminister Cem Özdemir, die 2023 auslaufenden Bundesmittel aus dem Waldgipfel 2019 aufzustocken und zu verstetigen, um für die kommenden Jahre die Unterstützung für die Waldbesitzer zu sichern.
Zum Thema „Waldumbau und Wiederbewaldung“ sicherlich eine Kernaufgabe der Forstwirtschaft für die nächsten Jahre konnte auf Sonderschauen interessante Impulse und Handlungsvorschläge gesammelt werden. Dies ging von der Auswahl der Forstpflanzen und neuer Sorten bis hin zu Einsatzmöglichkeiten der Digitalisierung. So stießen dann auch die Informationen des Deutschen Instituts für Geoinformatik bezüglicher „hochgenauer“ Bildflüge für die Forstwirtschaft im Rahmen der Verkehrssicherung, Feinerschließung und Forsteinrichtung auf besonderes Interesse. Ebenfalls in diesem Zusammenhang hat man sich über verschiedene Apps für Waldbesitzer informiert. Die bisher entwickelten Apps, erfordern als Einstieg die Eingabe von Daten zum Besitz und zum eigenen Wald durch die Nutzer. Dies kann besonders für kleine und „waldferne“ Waldbesitzer eine „Hemmschwelle“ für die Nutzung darstellen. Außerdem sind die Apps bisher oft auf die Verhältnisse eines bestimmten Bundeslandes zugeschnitten. Hier informierte man sich über neuere innovative Ansätze; dabei werden allgemein verfügbare Sach- und Geodaten, insbesondere aus dem Bereich der Fernerkundung genutzt, um die für den jeweiligen Waldbesitzer notwendigen und interessanten Angaben quasi automatisch in der App bereitzustellen. Dadurch soll der Zugang und die praktische Nutzung erleichtert und erweitert werden. Natürlich zeigen aktuelle Satellitendaten auch den Zustand des Waldes an.
Es versteht sich von selbst, dass auch die neueste Forsttechnik begutachtet und verglichen wurde. Letztlich fand auch das Projekt „Waldbrand“ die Beachtung der Besuchergruppe. Dieses bringt international vorliegendes Wissen über „Waldbrandmanagement“ in die deutsche Praxis. Dabei werden Erfahrungswerte für den lokalen Kontext angepasst und alle beteiligten Akteure aus Wissenschaft und Praxis berücksichtigt.
Mit all diesen Eindrücken und Informationen ging es dann am dritten Tag wieder zurück mit einem besonderen Dank der Gruppe an Förster Dieter Steinebach für die zusätzlichen Informationen.
Pressemitteilung
Kreiswaldbauverein Neuwied
