Förderverein Flüchtlingshilfe Swisttal blickte zurück
Möbel beschafft, Ferienfreizeit ermöglicht, Dokumente übersetzt, Operation finanziert
Das erste Jahr war ebenso arbeitsreich wie erfolgreich – Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner gab einen Überblick über die Flüchtlingssituation
Heimerzheim. Auf ein ebenso arbeits- wie erfolgreiches erstes Jahr blickte der „Förderverein Flüchtlingshilfe Swisttal e.V.“ in seiner ersten Jahreshauptversammlung zurück. Im Beisein von Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner und dem Ersten Beigeordneten Hans Dieter Wirtz gab der Vorsitzende Eberhard Müller von der Bank einen ersten Rechenschaftsbericht: „Sämtliche administrativen Hürden sind überwunden und wir sind gut installiert.“
Zweck des Fördervereins sei die Unterstützung der Flüchtlingshilfe in Swisttal, welche konkret durch den „Arbeitskreis Flüchtlingshilfe“ und die örtlichen Helferkreise geleistet werde.
„Der Verein selbst erbringt also nicht die Flüchtlingshilfe an sich, das machen die Helfer und Paten in den Arbeits- und Helferkreisen in den verschiedenen Ortsteilen von Swisttal“, stellte Müller von der Bank klar. Der Verein leiste vielmehr mittelbare Hilfe, wo diese angefordert werde und möglich sei.
Gezielte Ausleihe von Büchern an Asylbewerber
So habe der Förderverein im vergangenen Jahr bei der Beschaffung von Möbeln helfen und Flüchtlingskindern die Teilnahme an einer Ferienfreizeit ermöglichen können. Außerdem habe man die Übersetzung amtlicher Dokumente ebenso wie die Weiterbildung und den Sprachunterricht mitfinanziert und die Sportausübung in Vereinen ermöglicht. In den Büchereien in Odendorf und Heimerzheim habe man erfolgreich die gezielte Ausleihe von Büchern an Asylbewerber unterstützen und ganz aktuell in einer Gemeinschaftsfinanzierung mit den beiden Kirchen Geld für eine Hautoperation zur Wiederherstellung eines annähernd normalen Aussehens für einen jungen Syrer zur Verfügung stellen können.
„Wir arbeiten nicht mit der Gießkanne und wir helfen nicht blind“, erläuterte der Vorsitzende weiter. Deshalb werde zunächst bei einer angeforderten Unterstützung geprüft, ob es dafür eventuell öffentliche Mittel gibt. Dann werde nach weiteren Sponsoren geschaut. Zudem verlange der Förderverein grundsätzlich einen kleinen Eigenanteil seitens der Unterstützten, erst dann helfe der Verein. Schließlich wolle man mit den Mitgliedsbeiträgen und Spendengeldern verantwortungsbewusst umgehen.
Auch die Helfer werden unterstützt
Ein ganz anderes Thema sei die Verwaltung und Verteilung von Landesmitteln aus dem Programm „KOMM AN NRW“. Hier gehe es auch um die finanzielle Unterstützung der Helfer selbst. Das Land Nordrhein-Westfalen habe dazu verschiedene „Bausteine“ ausgelobt, mit denen die Flüchtlingshilfe gefördert werden sollen. „Als sich Ende letzten Jahres niemand zuständig fühlte, Gelder aus diesem Programm anzufordern, hat der Förderverein Flüchtlingshilfe in Zusammenarbeit mit den Helferkreisen insgesamt gut 32.000 Euro aus diesem Programm beantragt. 5808 Euro sind uns bewilligt worden“, freute er sich.
Diese Summe diene ausschließlich und gezielt der Unterstützung der Helfer in der Form eines pauschalen Auslagenersatzes in Höhe von 44 Euro pro Monat. Aufgeteilt auf die von den Helferkreisen benannten Personen könnten damit 33 Helfer jeweils ein ganzes Jahr lang unterstützt werden.
Zu Beginn der Sitzung der Versammlung hatte Kalkbrenner über die aktuelle Flüchtlingssituation in der Gemeinde Swisttal informiert. Die Zahl der zugewiesenen Flüchtlinge habe sich derzeit auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau eingependelt, doch niemand wisse, was die Zukunft bringen werde. So seien 2014 im ganzen Jahr 34 Flüchtlinge an die Gemeinde überwiesen worden, 2015 habe sich diese Zahl auf 304 Flüchtlinge verneunfacht, um dann 2016 – auch aufgrund von Familienzusammenführungen und Geburten – wieder auf 44 abzusinken. Im Jahr 2017 sei auf Monatssicht eine steigende Tendenz auf niedrigem Niveau erkennbar. Im Januar wurde noch kein Flüchtling zugewiesen, im Februar und März jeweils einer, im April schon drei und für Mai seien vier avisiert. 2017 stünden also bislang lediglich neun Flüchtlinge zu Buche.
273 Flüchtlinge aus 28 Nationen
Von den 273 derzeit in Swisttal untergebrachten Flüchtlingen aus insgesamt 28 Nationen seien 128 Alleinstehende, 81 Kinder und 70 Eheleute. Die Flüchtlinge seien in elf Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, davon befänden sich acht im Eigentum der Gemeinde.
Darüber hinaus seien 26 Mietobjekte belegt, in Spitzenzeiten seien es 44 Objekte gewesen. Insgesamt stünden 459 Plätze für Flüchtlinge in den einzelnen Ortsteilen zur Verfügung, 186 seien derzeit noch frei. Deshalb sei der Gemeinderat auch im vergangenen Dezember von seinem Beschluss aus dem Dezember 2015 abgerückt, die Kapazitäten weiter aufzustocken.
Der geplante Bau der Übergangsheime in Buschhoven an der Gewerbezeile „Am Fienacker“ sowie in Odendorf auf der Bolzplatzfläche gegenüber den bestehenden Übergangsheimen in der Bahnhofstraße werde daher zumindest vorerst nicht realisiert. Der Bau eines dritten Übergangsheims werde ebenfalls nicht weiter verfolgt. Weiterhin werde Kalkbrenner prüfen, ob die Einfachwohnanlage in Straßfeld kurzfristig vermietet werden könne, um hier Einnahmen zu erzielen. Ein Rückkauf durch den Verkäufer sei wohl derzeit nicht sinnvoll. Die Containeranlage auf dem Rathausparkplatz werde vorläufig nicht gekündigt.
JOST
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