Allgemeine Berichte | 22.10.2019

Verein „Unser Brückrachdorf“ initiierte schönen Theaterabend in der Sängerhalle

Mörder und totes Opfer begegneten sich auf der Bühne

Teil der Einnahmen wird für karitativen Zweck gespendet

Immer mehr gerät die Baronin in die Zange der Ermittler. Selbst Hausdiener Johann (re.) hat einen Verdacht. Fotos: KER

Brückrachdorf. Die Sängerhalle war einmal wieder der kulturelle Mittelpunkt der Stadt Dierdorf. Der Ortsverein „Unser Brückrachdorf“ hatte, wie schon im Vorjahr, die Theatergruppe „ExtrACT“ für ein Schauspiel gewinnen können. Diesmal ging es kriminalistisch spannend, aber gleichzeitig auch lustig zu mit dem als kriminalistisches Lustspiel angekündigten Stück „Mörder mögen’s messerscharf“.

Mit der Aufführung des Stückes wird auch in diesem Jahr wieder ein gemeinnütziger Zweck verfolgt. Diesmal ist es die Unterstützung für eine Frau aus Brückrachdorf, die nach einer plötzlichen schweren Hirnerkrankung als Pflegefall in ihre Familie nach Hause zurückkehrt. Ortsvorsteher Thomas Kreten und Gregor Holschbach, der Vorsitzende des Vereins „Unser Brückrachdorf“, dem Veranstalter des Theaterabends, begrüßten die zahlreich erschienenen Gäste in der Sängerhalle von Brückrachdorf.

Die Theatergruppe „Extract“ war bei ihrer Premiere im Westerwald im vorigen Jahr mit einer Komödie sehr gut angekommen. Diesmal also eine Kriminalkomödie. Viele Firmen aus Dierdorf hatten mit ihrer Unterstützung die Aufführung des Theaterstückes möglich gemacht.

Der erste Akteur auf der Bühne war ein Toter, der einem heimtückischen Mord zum Opfer gefallene Baron Ansgar von Herrschershausen, der nur vom Publikum, nicht von den Mitspielern zu sehen war. Dem folgten mit ihren Auftritten die Gattin, das Hauspersonal und einige Verwandte. Noch weiß kaum jemand vom Ableben des Grafen. Außer der Ehefrau und ihrem Vertrauten, dem Hausverwalter Dietmar. Das erste Missverständnis ist schon die Frage, seit wann der Baron „untergetaucht“ ist. Das Gespräch zweier Schwestern schwankte zwischen „im See“ und „von der Bildfläche“ hin und her. Das Verwirrspiel um das Verschwinden des Barons, die Suche nach ihm und die Ermittlungen zur Aufklärung eines Verbrechens beginnen.

Schnell stellt sich heraus, dass die Baronin weder beim Hauspersonal noch bei den Verwandten des Barons besonders beliebt ist. Der tote Baron tritt auf und erklärt ohne Umschweife, wer hier der Bösewicht ist. Auf seine Witwe und den Hausverwalter zeigend bricht es aus ihm heraus: „Die haben mich umgebracht!“

Hausverwalter Dietmar ist unsicher, ob die Baronin ihn wirklich liebt oder nur ausnutzt. Der erste Akt endet mit der von Diener Johann überbrachten Nachricht: „Man hat soeben die Leiche des Barons im See gefunden!“ Dabei hatte der sich gerade erst mit einem Monolog von der Bühne in die Bibliothek verabschiedet. Die Rätsel werden immer mehr.

Im Gespräch mit der Kommissarin, einer Nichte des Hausdieners, der an der Aufklärung des Verbrechens interessiert ist, zergeht die Baronin regelrecht vor Schmerz über den Verlust ihres so über alle Maßen geliebten Gatten. Eine Schauspielerin im doppelten Wortsinn. Scheinheilig äußert sie großes Interesse daran, dass der Mord an ihrem Mann so schnell wie möglich aufgeklärt wird. Dabei steht zu dem Zeitpunkt für die Ermittler noch gar nicht fest, dass es sich um einen Mord handelte. Auch der Hausverwalter tappt, indem er das Wort „Mord“ in den Mund nimmt, in diese rhetorische Falle.

Aber nicht nur durch seine Rede erweist sich der Hausverwalter als ungeschickter, um nicht zu sagen unbrauchbarer Mörder und Spurenverwischer. Die Probleme von Baronin Lucretia werden nicht kleiner.

Aber auch Kommissarin Nehrlich hat so ihre Probleme. Zum Beispiel mit dem Telefoncomputer der „Kriminalpolizeiinspektion Dierdorf“, der stoisch immer wieder dieselben Ansagen wiederholte.

Das Gespräch endete mit dem Vertrösten: „Versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt wieder!“ Die Zuschauer fanden das herrlich und applaudierten begeistert. Auch sonst hat es die Kommissarin nicht leicht. Immer wieder wird sie mit der detaillierten Beschreibung des Menues konfrontiert, dass der Baron und seine Frau am letzten gemeinsamen Abend zu sich genommen haben. So langsam gerät die Ermittlerin nervlich an ihre Grenzen.

Mit der spannenden Frage, wie sie diesen verzwickten Fall lösen wird, entlassen die Schauspieler ihr Publikum in die Pause. Da werden von Mitgliedern des Vereins leckere Flammkuchen und erfrischende Getränke gereicht. Mittlerweile füllt sich auch die aufgefüllte Spendendose, denn viele wollen den karitativen Zweck des Abends unterstützen.

Das Stück gefiel den Gästen des Abends von der ersten bis zur letzten Minute. Bis zur Aufklärung des Verbrechens passierte noch viel, sogar ein zweiter Mord.

Doch mit vereinten irdischen und außerirdischen Kräften gelingt es schließlich, die Bösewichter ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Die Sängerhalle Brückrachdorf mit ihrer für Theateraufführung ideal geeigneten Bühne war wieder einmal Veranstaltungsort für einen kulturell anspruchsvollen Abend in der Stadt Dierdorf.

Gregor Holschbach (li.) vom Verein „Unser Brückrachdorf“, Ortsvorsteher Thomas Kreten (re.) und ein Mitglied der Theatergruppe begrüßten die Gäste in der Sängerhalle.

Gregor Holschbach (li.) vom Verein „Unser Brückrachdorf“, Ortsvorsteher Thomas Kreten (re.) und ein Mitglied der Theatergruppe begrüßten die Gäste in der Sängerhalle.

Tim und Christopher Gellner verwöhnten die Besucher des Theaterabends mit leckerem Flammkuchen.

Tim und Christopher Gellner verwöhnten die Besucher des Theaterabends mit leckerem Flammkuchen.

Liebt sie ihn wirklich oder benutzt sie ihn nur: Diese Frage stellte sich nicht nur der etwas trottelige Hausverwalter Dietmar, sondern auch das Publikum. Der ermordete Baron (hinten) hat sich sein Urteil schon gebildet.

Liebt sie ihn wirklich oder benutzt sie ihn nur: Diese Frage stellte sich nicht nur der etwas trottelige Hausverwalter Dietmar, sondern auch das Publikum. Der ermordete Baron (hinten) hat sich sein Urteil schon gebildet.

Immer mehr gerät die Baronin in die Zange der Ermittler. Selbst Hausdiener Johann (re.) hat einen Verdacht. Fotos: KER

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