Allgemeine Berichte | 15.03.2021

773. Moosemannfest in Alken/Mosel

Moosemannfest ohne große Besucherscharen

Ritter m. Gefolgsmann von der Burg und dem Vorstand der Heimatfreunde Alken e.V. Fotos: privat

Alken. Bei sonnigem Wetter und unter den Klängen eines Musikzuges bewegte sich der historische Lindwurm vom Festplatz am Moselufer durch den festlich herausgeputzten Ort. Ortsansässige und Besucher bevölkerten den Platz mit seinen Ständen und säumten dichtgedrängt die Straßen und Gassen.

So würde es sich vielleicht lesen, wenn sich alles im Normalmodus bewegt hätte.

2020: Nachdem das 772. Fest im letzten Jahr bereits pandemiebedingt ausgefallen war, entschlossen sich die Heimatfreunde Alken e.V. nach langem Abwägen des Für und Wider und Einholung von Genehmigungen, einen Umzug in diesem Jahr stattfinden zu lassen. Ohne Teilnahme von Musikgruppen, einer größeren Horde von Rittern mit Gefolge und Kindern, welche am Ende des Umzuges eine Brezel erhalten. Und wieder kein Moosemann, dargestellt von Paul Harwig, dem Jüngsten und Leichtesten aus dem 1. Schuljahr.

Historie: Begründet ist das „Moosemannfest“ auf einem Ereignis aus dem 13. Jhdt.. Nachdem anno 1246 die Erzbischöfe von Köln und Trier mit ihren Heeren fast zwei Jahre lang Burg Thurant belagerten, meldete sich der Junker von Leiningen freiwillig beim Burggrafen Berlewin von Alzey (Zurno). Er bot sich an, durch die feindlichen Reihen zu schleichen, um für Entsatz bei den Herren bei Rhein in Heidelberg zu bitten.

Im Frühjahr des Jahres 1248 ließ er sich an einem nebligen Morgen in einen Moosballen gewickelt - und von den Feinden unbemerkt - durch deren Reihen des Belagerungsringes rollen. Der Plan gelang, doch wurden die zur Hilfe Eilenden von Söldnern der Erzbischöfe abgefangen und Thurant musste wegen Wasser- und Lebensmittelmangel im September des gleichen Jahres aufgegeben werden.

Geschichte wiederholt sich: Während der Belagerung versuchte man, in der Burg eine Seuche auszulösen, indem man mit Katapulten Aas über die Mauern warf. Die marodierenden Horden der Erzbischöfe verheerten das Land und brachten Tod und Verderben über die Bevölkerung.

Heute versucht COVID der XIX mit seinen Mutanten desgleichen und treibt inzwischen auch schon im zweiten Jahr sein Unwesen.

2021: Am letzten Sonntag, pünktlich um 14 Uhr, verlas ein Ritter die Geschichte des Moosemannes über die Lautsprecheranlage des Ortsrundfunkes. Im Anschluss erklangen darüber mittelalterliche Weisen und der Umzug setzte sich in Bewegung, um den Alkener Erstklässlern ihre Brezel zu bringen. Angeführt von einem Ritter zu Pferd, einem Gefolgsmann mit Edelfrau der Thuranter Ritterschaft, dem traditionellen Baum, unter dem der „Moosemann“ sich üblicherweise versteckt hält, sowie einem (Hand-)Wagen, aus dem die Heimatfreunde ihre süße Fracht austeilten. Vor den mit Fahnen geschmückten Häusern warteten die mit einem Weinbergspfahl ausgerüsteten Kinder mit ihren Familien. Wie sein Vorgänger freute sich der distinguierte Moosemann 2021, Paul Luxen, über die besonders große Brezel.

Da sich der Zug nur innerörtlich bewegte, erregte er auch kein Aufsehen bei Tagestouristen, die die Peripherie am Moselufer bei frühlingshaft anmutendem Sonnenschein bevölkerten.

Auch den Alkener Bürgern sei gedankt. Nicht nur für den Fahnenschmuck, sondern auch für ihr Verhalten während des Umzuges. Weder konnten Gruppenansammlungen nicht zusammengehörender Personenkreise, Verstöße gegen die Maskenpflicht oder Abstandshaltung beobachtet werden.

Letztlich also, die richtige Entscheidung des Veranstalters, das Moosemannfest 2021 in dieser Art zu begehen.

Auch ohne Umzugsteilnahme, der strahlende Moosemann 2021, Paul Luxen.

Auch ohne Umzugsteilnahme, der strahlende Moosemann 2021, Paul Luxen.

Ritter m. Gefolgsmann von der Burg und dem Vorstand der Heimatfreunde Alken e.V. Fotos: privat

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