Gesund und genussvoll in den neuen Tag starten - das Frühstück
Morgens ein Kaiser
Berlin. Es ist die erste Mahlzeit am Tag und kann gleichzeitig die schönste sein. Doch allzu oft ist es nur die gehetzt verschlungene Scheibe Brot mit einer zu heißen Tasse Kaffee. Das Frühstück. Dabei kann es so viel mehr bedeuten und sollte es auch - den gesunden wie genussvollen Beginn eines gelungenen Tages zum Beispiel.
Ein liebevoll gedeckter Tisch, Lukullisches in üppiger Vielfalt, edler Tee, frisch gebrühter Kaffee, Säfte und Milchmixgetränke: Das macht fit für das, was am Tage so vor einem liegt. Egal ob mit Klassikern wie Wurst und Käseaufschnitt oder von der süßen Seite mit Marmeladen und Honig - gönnen Sie sich mit einem ausgiebigen Frühstück das (erste) Highlight eines langen Tages.
Und das Beste daran: Neben all dem Genuss ist Frühstücken auch noch sehr gesund! Denn um sich den ganzen Tag über konzentrieren zu können, braucht der Körper einen guten Start. Schon ein altes Sprichwort sagt: Speise morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettler. Ein ausgiebiges Frühstück bewegt sich also ernährungswissenschaftlich zwischen Kaiser und König - das ist doch was!
Für Hirn, Muskeln - und Auge
Trotzdem lassen viele von uns das Frühstück ausfallen. Die einen sind zu müde, die anderen zu spät dran und den Dritten fehlt morgens einfach der Appetit. Unser Körper aber zehrt nachts von der Energie, die er abends zu sich nimmt, und er muss morgens seinen Haushalt wieder auffüllen. Und so wurde bei einer Studie an der Harvard Medical School in Boston festgestellt, dass man eher zu Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Krankheiten neigt, wenn man das Frühstück häufiger ausfallen lässt. Denn oft überfallen denjenigen dann Heißhungerattacken und er isst relativ wahllos und „stopft“ sich rein, was ihm gerade in die Finger kommt - und nimmt so wesentlich mehr Kalorien zu sich, als er tatsächlich braucht und als ihm gut tut.
Egal, ob noch´n Toast, noch´n Ei, noch´n Kaffee, noch’n Brei … Um optimal funktionieren zu können, braucht unser Körper vor allem eines: gesunde Energie für Hirn und Muskeln. Und die bekommt er morgens am besten durch Kohlenhydrate aus Vollkornbrot oder -flocken. Da über Nacht gerade auch unser Flüssigkeitshaushalt absinkt, ist auch ein Glas Mineralwasser empfehlenswert, seine Kohlensäure regt gleichzeitig das Nervensystem an und bringt den Kreislauf in Schwung. Auch Kräuter-Tee oder Obstsäfte sind eine gute Wahl, da von ihnen nicht nur Kreislauf und Stoffwechsel profitieren, sondern auch die Verdauung.
Noch´n Toast, noch´n Ei, …
Proteine aus Schinken, Käse, Eiern und geräuchertem Fisch tun unserer Muskulatur gut, Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe aus Obst und Gemüse stärken das Immunsystem und den Stoffwechsel. Dabei reicht zum Beispiel schon eine Möhre oder ein Apfel. Milch und Milchprodukte liefern Energie, Eiweiße, Fette, Kohlenhydrate und Kalzium. Hier sind Molke, Milch-Shakes oder Müslis mit Milch die idealen Lieferanten.
Nüsse und Samen sollten im Müsli oder Joghurt beigemischt werden. Sie enthalten essenzielle Fettsäuren, Zink, die Vitamine E und B sowie Eisen, das die Konzentration, das Reaktionsvermögen und die Denkfähigkeit erhöht.
Andere Länder, andere Sitten
Findet man bei uns auf der morgendlich gedeckten Tafel Ei - gekocht oder aus der Pfanne -, Butter oder Margarine sowie Marmelade, Honig, Käse und Wurstaufschnitt, so kann das jenseits der Grenzen schon ganz anders aussehen. In Skandinavien beispielsweise frühstückt man meist zweimal am Tag. Als erster Happen reicht vielen bereits ein Knäckebrot mit Käse und schwarzer Kaffee mit einem Krug frischer Milch auf dem Tisch. In der zweiten Runde dann, die so genannte „Frokost“, die auch das Mittagessen ersetzen kann, wird nach Heringshäppchen auf Graubrot üppig belegtes Smørrebrød mit Bier und Aquavit gereicht. Als Abschluss folgt dann noch eine Tasse Kaffee und ein Stück Wienerbrød - dass nebenbei überall in der Welt „Kopenhagener“ heißt, außer in Kopenhagen eben.
Ganz anders dagegen unsere Nachbarn unter der Tricolore. Die französische Küche ist weltberühmt und gilt als feinste von allen. Foie gras, Coq au vin und Mousse au Chocolat hat dieses Feinschmeckerland uns schon beschert. Aber! Beim Frühstück ist der Franzose ein Banause. Oder um es positiv zu formulieren: bescheiden. Frühstück in Frankreich heißt ein „petit noir“, ein kleiner schwarzer Kaffee, der jeden Espresso grün vor Neid werden lässt. Alternativ dazu wird der „café au lait“ angeboten, ein Milchkaffee in riesigen Tassen, in die mühelos das trockene Croissant eingestippt werden kann. Fertig.
Fremd und exotisch wirkt auf uns Europäer sicherlich das japanische Frühstück. Das verwundert wenig, fehlt ihm doch so ziemlich alles, was in unserem Kulturkreis die Morgenmahlzeit ausmacht. Kein Kaffee, kein Brot, keine Butter. Traditionell unterwirft das japanische Frühstück den Menschen zu Beginn seines Tages mit einem ordentlichen Wechselbad von Eindrücken und Empfindungen: Nach einer sauren Pflaume folgt eine milde, warme Suppe, gefolgt von Reis mit würzigem Seetang. Gewöhnungsbedürftig, keine Frage, aber er macht munter, dieser morgendliche Imbiss im Land der aufgehenden Sonne.
Herrlicher Mix
Und am Wochenende? Da ist oft und gerne Brunchen angesagt - eine Kombination aus Frühstück und Mittagessen. Die Wortkreuzung Brunch stammt aus dem Englischen und setzt sich aus breakfast und lunch zusammen. Der Ursprung des Brunchs ist historisch nicht genau geklärt. Im 17. Jahrhundert wurde aber erstmals berichtet, dass man sich bereits am frühen Mittag zu einer kompletten kalt-warmen Hauptmahlzeit traf. Vielleicht liegt dort der Anfang dieser wunderbaren Ess-Kultur?!
Doch wie dem auch sei, heute ist Brunchen ein ausgedehntes, spätes Frühstück, von dem aus man reinen Gewissens und ohne Blick auf die Uhr ins Mittagessen rutschen kann. Lange sitzen, plaudern, hier ein Häppchen, da ein Schluck, eben eine Mischung aus Breakfast und Lunch mit herzhaften Gerichten und süßem Gebäck. Dazu gehören exotischer Obstsalat, beschwipste Marmeladen, Bacon, Bratkartoffeln, Eiergerichte aller Couleur, leckere Getränke, ein Gläschen Prosecco vielleicht und unbedingt warme und kalte Leckereien. Schließlich geht es um die schönste Mahlzeit am Tag!
Proteine aus Eiern tun unserer Muskulatur gut. Foto: Benjamin Matzmorr/pixelio.de
