Außergewöhnliches Projekt stieß im Europäischen Kulturzentrum von Galeristin Rosemarie Bassi auf große Begeisterung
Mosaike von 45 Künstlern aus 22 Ländern
Remagen. Es war schon etwas ganz Besonderes, was die zig Gäste am Sonntag im Europäischen Kulturzentrum von Galeristin Rosemarie Bassi erleben durften: die Vernissage zur Ausstellung „Mosaic As Contemporay Art“ mit traumhafter zeitgenössischer Mosaikkunst. Initiatorin und Kuratorin dieser Ausstellung ist Edda Mally MA aus Wien. Die Ausstellung wird von 45 Künstlerinnen und Künstlern aus 22 Ländern bestückt.
Schon seit fünf Jahren ist Edda Mally mit dieser Ausstellung in ganz Europa unterwegs. So galt der Gruß von Galeristin Rosemarie Bassi natürlich besonders Edda Mally und einigen anwesenden Künstlern. Unter ihnen auch Manfred Höhn, ehemaliger Präsident der Gesellschaft für zeitgenössisches Mosaik. „Edda und ich kennen uns, seit ich 17 Jahre alt bin. Es war mir eine Freude, mit ihr zu arbeiten“, betonte Bassi. „Auch wenn es nicht immer ganz einfach war“, ergänzte Edda Mally schmunzelnd. Die einführenden Worte zur traumhaften Ausstellung sprach anschließend Edda Mally. Der ganz besondere Dank galt aber ihrer langjährigen Freundin Rosemarie Bassi, die bereit gewesen sei, diese Ausstellung (zum ersten Mal in Deutschland) zu Beginn des Jahres ihres 40-jährigen Jubiläums als Galeristin zu übernehmen.
„Als ehemalige Präsidentin der XIV International AIMC Conference of Contemporary Mosaic erlaube ich mir, ein für Europa besonderes Kunst-Projekt vorzustellen“, so Edda Mally. In Wien habe im Mai 2014 die XIV. Internationale Konferenz für zeitgenössisches Mosaik im Palais Palffy stattgefunden. Zum ersten Mal seit 28 Jahren habe das Mosaik der Gegenwart mit seinen vielen Facetten und unterschiedlichen Ausdrucksformen im Mittelpunkt der Vorträge gestanden.
Diese künstlerische Technik blicke auf eine Jahrtausende alte Geschichte zurück. Sie sei in Uruk-Wama, Mesopotamien, dem heutigen Irak, 3000 vor Christus entstanden. In Österreich gebe es lediglich einige Funde aus römischer Zeit. Danach seien die Spuren seltener geworden. Das hochwertige zeitgenössische Mosaik sei zwar weltweit verbreitet, aber in vielen Teilen Europas weitestgehend unbekannt.
Das Besondere an dieser Ausstellung sei, dass von den Anfängen bis in die sechziger Jahre Mosaike fast immer von einem Künstler, dem pictor imaginarus, entworfen und von einem Kunsthandwerker, dem pictor musivarius, ausgeführt worden seien. In fast allen Mosaikschulen und Ateliers in Italien sei dies bis heute so geblieben. Das habe zur Folge, dass das Mosaik bis zum heutigen Tag als Kunsthandwerk abgetan werde: „Und das sehr zu Unrecht“, so Edda Mally.
In der vorliegenden Ausstellung würden sich Künstler vorstellen, die ihre Arbeit selbst schaffen. Damit sei das Mosaik keine Interpretation eines Entwurfs, sondern das Original selbst. Das erst erlaube die enorme Bandbreite der Ausdruckskraft, des Einfallsreichtums, die spontane Wahl des Materials und der Formgebung. Die Freiheit des künstlerischen Ausdrucks erlaube auch die Wahl, ob nur eine zweidimensionale Arbeit entstehen soll, ein Relief, ein dreidimensionales Mosaik, also eine Skulptur, ein Video oder eine Installation. Die unterschiedlichsten Materialien wie Glas, Stein, Holz, Metall, Textil, Glimmerschiefer, Muscheln, Papier oder Kunststoff würden eine außerordentliche Bereicherung der Oberflächengestaltung überhaupt erst möglich machen.
Künstler Manfred Höhn hob hervor, dass er seit 63 Jahren dem Mosaik verbunden sei. Im Gegensatz zur klassischen Art seien die Mosaikkünstler nach dem Zweiten Weltkrieg vielfach neue Wege gegangen. Durch die Reliefwirkung sei ein neuer Aspekt der Mosaikkunst entstanden. So habe die Mosaikkunst auch wieder in die Architektur einbezogen werden können. Der Dank von Höhn galt Edda Mally für die riesige Arbeit der vergangenen fünf Jahre. Nach der Einführung lud Rosemarie Bassi zu einem Rundgang durch die fantastische Ausstellung und zu einem Gläschen Schampus ein. AB
