Fotoausstellung in der Kreissparkasse Mayen eröffnet
„Mühlsteinrevier RheinEifel – Gestern und heute“
Mayen. Nach Stationen in der Verbandsgemeinde Vordereifel und in Andernach ist die Ausstellung „Mühlsteinrevier RheinEifel – Gestern und heute“ jetzt auch in Mayen zu sehen. Sie stellt historische Aufnahmen aus dem Revier zeitgenössischen Bildern gegenüber. Dabei zeigt sich eine erstaunliche Fülle von Zeugnissen aus dem Basaltlavabetrieb, die bis heute erhalten blieben. Die historischen Stätten sind also noch ganz deutlich erkennbar. Dieser Punkt ist besonders wichtig für das Antragsverfahren bei der UNESCO zur Erlangung des Welterbestatus. „Mit dieser Ausstellung wollen wir die Bewerbung um dem Welterbetitel aktiv unterstützen“, so KSK-Vorstandsvorsitzender Karl-Josef Esch bei seinen begrüßenden und einführenden Worten „und unseren Kundinnen und Kunden zeigen, was hier schon vor Jahrtausenden von unseren Vorfahren geleistet wurde. Auch die Geschicke unserer Kreissparkasse waren von Beginn an eng verknüpft und geprägt von der Steinindustrie, die ein wichtiger Motor für die Entwicklung in unserem Landkreis war und auch noch bis heute ist. Unser Geschäftsgebiet erstreckt sich zudem genau über die Orte, die nun antreten, UNESCO-Welterbe zu werden.“ Und der Verwaltungsratsvorsitzende Landrat Dr. Saftig ergänzte in seinem Grußwort: Es freut mich besonders, dass die Städte Andernach, Mayen und Mendig sowie die Verbandsgemeinden Mendig und Vordereifel, speziell unter Einbeziehung der Ortsgemeinden Ettringen und Kottenheim interkommunal zusammenarbeiten und sich auf den Weg zum UNESCO-Welterbe-Titel gemacht haben. „Das Mühlsteinrevier RheinEifel – an diesem hochinteressanten Thema und seinem regionalen Bezug werden sich nun zahlreiche Besucherinnen und Besucher in Form einer Fotoausstellung erfreuen können“; so Oberbürgermeister Dirk Meid, der sich sehr über das Engagement der Kreissparkasse freute durch von ihr zur Verfügung gestellte Räumlichkeiten.
Vortrag des Projektleiters
Schon seit einigen Jahren unterstützt Nicolas Junglas die Arbeitsgemeinschaft „Mühlsteinrevier RheinEifel“ im Rahmen seiner Studien zur assoziierten Baukultur oder der historischen Raumanalyse. Inzwischen ist Dr. Junglas Projektleiter für den Welterbeantrag „Mühlsteinrevier Rhein-Eifel“. Mit seinen vier Grubenfeldern und dem Andernacher Hafen repräsentiert es eine für die Geschichte der Menschheit entscheidende Kulturtechnik – das Mahlen von Brotgetreide zu Mehl. Erst diese essentielle Kulturtechnik des Aufschließens von Getreide machte die Sesshaftwerdung der Menschen möglich mit Ackerbau und Viehzucht als sogenannte Neolithische Revolution.
Der nahezu wissenschaftlich gehaltene Vortrag von Projektleiter Junglas startete mit der historischen Entwicklung der UNESCO und ihrer Zielsetzung mit der Welterbekonvention und der aus ihr resultierenden Welterbeliste. Sie soll Natur- und Kulturerbestätten von außergewöhnlich universellem Wert für die gesamte Weltgemeinschaft für heutige und zukünftige Generationen bewahren. Bislang beinhaltet diese Liste keine Produktionsstätte von Mühlsteinen. Zudem wäre das Mühlsteinrevier ein „serielles Welterbe“, denn es umfasst fünf Bestandteile in Andernach, Bell, Kottenheim, Mayen und Mendig.
Das Mühlsteinrevier RheinEifel ist weltweit eines der ganz seltenen Beispiele, in der eine vorgeschichtliche Nutzung über eine römische, mittelalterliche und neuzeitliche Produktionsgeschichte (…) in ihren Auswirkungen auf kulturelle und umweltbezogene Faktoren bis heute verfolgt werden kann. So jedenfalls steht es in der Begründung des Fachbeirats des Landes Rheinland-Pfalz bei der Einreichung der Bewerbung an die Kultusministerkonferenz. Sie wird im Oktober entscheiden, welche sieben deutschen Projekte der UNESCO in den kommenden sieben Jahren vorgeschlagen werden und in welcher Reihenfolge. Dass das Mühlsteinrevier einen Platz vorne auf der Liste erhält, hoffen alle Beteiligten.
Scheck übergeben
Für das Mühlsteinrevier setzen sich viele ehrenamtlich ein, so auch Heinz Lempertz in der Mendiger Kulturgemeinschaft Albertinum. Sie bekam 14 historische Mühlsteine von der Firma Fuchs aus Mayen geschenkt, die im Mendiger Hof Michels ausgestellt werden sollen. Der Abbau, der Transport und die Bearbeitung wurden bereits ehrenamtlich von den Museumsfreunden organisiert. Für den nur durch Fachhandwerker zu erfolgenden Einbau fehlte bisher noch Geld in Höhe von 1.500 Euro. Gerne sprang die Sparkasse für diese Ehrensache als Sponsor ein. Vorstandsvorsitzender Karl-Josef Esch und Verwaltungsratsvorsitzender Landrat Dr. Alexander Saftig überreichten im Rahmen der feierlichen Ausstellungseröffnung den freudig ersehnten Scheck.
– Schöner Einstand –
Die Eröffnung der Ausstellung nutzte Vorstandsvorsitzender Esch gleichzeitig, um den zahlreichen dazu im Haus weilenden Gästen einen neuen Mitarbeiter in der großen Sparkassenfamilie vorzustellen. Marc Opper ist der neue Leiter des BeratungsCenters Mayen an der St.-Veit-Straße, also sozusagen der Hausherr. Und dies obwohl hier auch der Sparkassenvorstand residiert und daher das Center von vielen Kundinnen und Kunden immer noch als Hauptstelle bezeichnet wird. Für Herrn Opper waren die vielen Gäste der Ausstellungseröffnung an seinem zweiten Arbeitstag ein schöner Einstand. WE
Bürgermeister Jörg Lempertz (l.) und Landrat Dr. Alexander Saftig „eröffnen“ die Ausstellung begeistert, indem sie den Mühlstein „ins Rollen“ bringen.
Dichtgedrängt folgten die geladenen Gäste dem interessanten wissenschaftlichen Vortrag von Projektleiter Dr. Nicolas Junglas.
Projektleiter Dr. Nicolas Junglas begründete bei seinem Vortrag ausführlich, warum das Mühlsteinrevier unbedingt auf die Liste des Weltkulturerbes der Menschheit gehört.
Landrat Dr. Alexander Saftig (vorne) und KSK-Vorstandsvorsitzender Karl-Josef Esch begrüßten die zahlreichen Gäste bei der Ausstellungseröffnung.
Voller Freunde konnte Heinz Lempertz (2.v.l.) für die Kulturgemeinschaft Albertinum den fehlenden Geldbetrag von der Sparkasse entgegennehmen, um die von Leonhard Fuchs (l.) gespendeten Mühleine im Hof Michels in Mendig aufstellen zu können
