Allgemeine Berichte | 26.09.2022

Faszinierender Vortragsabend in der Mendiger Laacher See-Halle

Mühlsteinrevier RheinEifel auf dem Weg zum UNESCO-Welterbe

(v.l.) Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel, Nico Junglas, VG-Bürgermeister Jörg Lempertz und Sven von Loga gemeinsam mit den in der Ausstellung gezeigten, fast original gekleideten Puppen.  Foto: FRE

Mendig.Viele höchst interessierte Besucher waren in der vergangenen Woche zu einem Vortragsabend der ganz besonderen Art in die Laacher See-Halle gekommen, zu dem die Verbandsgemeinde und die Stadt Mendig gemeinsam mit dem Arbeitskreis Mühlsteinrevier „RheinEifel“ eingeladen hatte. Thema war das Mühlsteinrevier Rhein-Eifel auf dem Weg zum UNESCO Welterbe.

Im Rahmen seiner Begrüßungsrede versprach VG-Bürgermeister Jörg Lempertz zu Recht einen außergewöhnlichen Informationsabend, in dessen Verlauf die beiden fachkundigen und äußerst engagierten Referenten Nico Junglas und Sven von Loga die anwesenden Besucher mit geradezu leidenschaftlich vorgetragenen Beiträgen über die, so Jörg Lempertz wörtlich: „Industriegeschichte made in Mendig“ vertraut machten.

Nico Junglas hat Geschichte und Deutsch studiert und arbeitet bereits seit zwei Jahren als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Projekts Mühlsteinrevier. In seinem von sprühender Begeisterung und fachkundigem Wissen geprägten Vortrag erläuterte der gebürtige Mendiger u.a. die historische Entwicklung der 1945 als Bildungs-, Wissenschafts- und Kulturorganisation der UNO gegründeten UNESCO (United Nations Educational Scientific and Cultural Organization) sowie deren Zielsetzung. Besonders anschaulich machte er deutlich, warum man vom Potenzial des Mühlsteinreviers, Welterbe zu werden, überzeugt sei. Das Mühlsteinrevier RheinEifel bewirbt sich als serielles Kulturgut, das sich aus den fünf Bestandteilen: Grubenfeld Mayen, Lavakeller Mendig, Ettringer Lay, Kottenheimer Winfeld und Andernacher Hafen zusammensetzt, wobei hierbei jeder Bestandteil einen speziellen Aspekt der Mühlsteinproduktion repräsentiert.

„Reib- und Mühlsteine sind eng mit der Neolithischen Revolution verbunden. Schon früh erkannten die Menschen, dass sich die Basaltlava aufgrund ihrer Struktur für deren Verarbeitung besonders gut eignete. So begann man vor etwa 7000 Jahren in der Osteifel mit der Produktion von Mahlsteinen – eine Tradition, die erst im 20. Jahrhundert endete. Das Mühlsteinrevier RheinEifel ist damit ein außergewöhnliches Zeugnis einer kulturellen Tradition. Es steht für Kontinuität und Wandel einer Technik, mit deren Hilfe es möglich war, Getreide zu Mehl zu mahlen. Obwohl Mühlsteine auch andernorts hergestellt wurden, die auf eine ähnlich lange Abbautradition zurückblicken können, finden sich keine vergleichbaren Sachzeugen, welche die Entwicklung der Mühlsteinproduktion über Jahrtausende hinweg so lückenlos veranschaulichen könnten, wie im Mühlsteinrevier RheinEifel – und das ist einzigartig“, so Nico Junglas.

Da die Welterbe-Liste bislang keine Stätte der Mühlsteinproduktion aufführt, würde mit der Aufnahme des Mühlsteinreviers RheinEifel eine Lücke geschlossen. Warum diese nun ausgerechnet mit dem Mühlsteinrevier RheinEifel zu schließen ist, hat die internationale Vergleichsanalyse herausgestellt: „Keine andere Produktionsstätte für Mahlsteine kann auf eine dem Mühlsteinrevier vergleichbare Nutzungskontinuität zurückblicken.“Als „Kulturtechnik von universeller Natur“ hätte das Mühlsteinrevier RheinEifel einen Platz im Kreise der für die Menschheitsgeschichte bedeutsamen Stätten zweifellos verdient.

Den zweiten Teil des Abends bestritt Sven von Loga, der das Mühlsteinrevier in einer faszinierenden und mit humorvollen Pointen gewürzten Multivisionsschau aus einer völlig neuen Perspektive beleuchtete.

Sven von Loga studierte in Köln Geologie und hat sich inzwischen als Exkursionsführer, Reiseleiter, Autor, freier Journalist und Fotograf einen sehr guten Namen erarbeitet. Der zertifizierte Natur- und Landschaftsführer publiziert seine fundierten Kenntnisse von der Landschaft und der Entstehungsgeschichte der Region in Büchern und Zeitungen. Ebenso gefragt sind seine Blogbeiträge und Vorträge. Mit seiner Multivisionsschau machte von Loga auf sein neuestes Werk „Das Mühlsteinrevier Rhein-Eifel – ein uraltes Bergbaugebiet auf dem Weg zum Welterbe“ aufmerksam, das im Oktober erscheinen wird. Zur Dokumentation der Geschichte des Mühlsteinreviers in der Osteifel hat Sven von Loga historische Quellen und Archive nach Dokumenten und Fotos durchforstet und selber auf wochenlangen Fotoexkursionen dieses Gebiet bis in den letzten Winkel durchwandert und fotografiert.

Der ebenso informativ wie unterhaltsam gestaltete Abend wurde von einer Ausstellung gekrönt, die mit großformatigen historischen Bildern und mit Puppen, die als Layer, Grubenbesitzer, Steinhauer, Mannefrau und Soppeträger fast originalgetreu eingekleidet waren, in die „gute alte Zeit“ entführte.

FRE

(v.l.) Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel, Nico Junglas, VG-Bürgermeister Jörg Lempertz und Sven von Loga gemeinsam mit den in der Ausstellung gezeigten, fast original gekleideten Puppen. Foto: FRE

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

Bahnhof Engers wird barrierefrei

  • Gitta Meyer: Und wenn nur 2 ode 3 Menschen leicht an dem Zug ran und reinkommt ist es das wert. Ich habe einen Mann ,der behindert ist,und im Rollstuhl sitzt. Da sind mir die Mäuse egal. Es kann sich keiner vorstellen ,wenn.man nicht selbst betroffen ist.
  • Hildegard DÖTSCH : Wurde im Vorfeld geprüft, wieviel beeinträchtige Menschen täglich den Bahnhof/ die Züge nutzen würden/wollen? Die Rodung bringt eine Vielzahl an Vögel, die in den Birken lebten in Bedrängnis. Auch Kleintiere, Eidechsen, Mäuse etc.

Neuwied: Gesunde Bäume sollen gefällt werden

  • Inge: Unmöglich das so was in der heutigen Zeit in der das Thema Umweltschutz, Kimaschutz, Artenschutz ect. angeblich so groß geschrieben wird .Die Begründungen die Bäume zu fällen sind so was von daneben und anders zu klären.
  • Sandra Schneider: Das sehe ich auch so, das macht den Ychulhof auch nicht größer. Es wäre sehr schade um die alten Bäume.
  • Sven : Typisch Neuwied alte Bäume fällen un kleine neu pflanzen. Lastt die alten großen stehen.

Initiative "Rettet die Alte Post" in Rheinbach

  • Lukas Wegberg: Drin war ich noch nie, aber der Außenbereich dieses Etablissements ist nebst Bahnhof der einzige unästhetische Fleck in der gesamten Stadt, der mir spontan einfällt. Dass die Kneipe nun einer anderen...
Sonderseite Gesundheitsexperten Bad Neuenahr-Ahrweiler
Dauerauftrag Imageanzeige
Innovatives aus der VG Weißenthurm
Titel
Wir helfen im Trauerfall
Titelanzeige
Imageanzeige - Dauerauftrag
Empfohlene Artikel

Sinzig. Sinzig liegt ihnen allen am Herzen. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung machte sich Aufbruchstimmung zur Zukunft der Innenstadt breit. Dabei ging es unter anderem um die Neugestaltung des Marktplatzes, den ÖPNV, ein Parkleitsystem, die Frage nach einer Fußgängerzone, eine entsprechende Bürgerbefragung sowie die Thematik Kirchplatz in Verbindung mit der Problematik Denkmalschutz.

Weiterlesen

Remagen. SOLIdarität mit Straßenkindern in Brasilien: Bäckerei Müller unterstützt Ausbildungsprojekt in Caruaru. Die Bäckerei Müller engagiert sich gemeinsam mit dem Weltladen Remagen-Sinzig für ein besonderes Hilfsprojekt in Brasilien. Ab Aschermittwoch wird jeden Freitag das sogenannte SOLI-Brot angeboten. Mit dem Erlös aus dem Verkauf wird ein Bäckereiprojekt unterstützt, das Straßenkindern eine berufliche Perspektive eröffnet.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Jubiläumssitzung des Damenkomitees der KG Bad Breisig

100 Jahre Frauenpower am Rhein: Viel Spass und ein paar Tränen

Bad Breisig. Wie jedes Jahr sorgte das Damenkomitee für den Höhepunkt der närrischen Session und bot an Weiberdonnerstag Spitzenkarneval vom Feinsten! Dabei feierte die ausverkaufte Jahnhalle 100 Jahre Weiberkarneval in Bad Breisig, denn bereits 1926 gründeten Breisiger Frauen den ersten weiblichen Elferrat.

Weiterlesen

KV Escher Wend brannte ein närrisches Feuerwerk ab

Hervorragende Tänze und viel Kokolores aus der Bütt

Kaisersesch. Auch in der aktuellen Session schwang Narrenzampano Markus Laux den närrischen Taktstock des KV Escher Wend, der zur großen Karnevalssitzung in die Alaaf-Arena der Pommerbachschule eingeladen hatte. Jörg Schick und Nico Lergenmüller intonierten unter dem Motto “Wir heben ab zum Bühnenplatz” den närrischen Aufmarsch der Aktiven zur Bühne, nachdem der Spielmannszug Illerich das Spektakel per Einmarsch eröffnet hatte.

Weiterlesen

Sonderseite Gesundheitsexperten Bad Neuenahr-Ahrweiler
Gesundheitsexperten Bad Neuenahr-Ahrweiler
Dauerauftrag
Pellets
Wir helfen im Trauerfall
Wahlanzeige 1 von 6
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0102#
Eröffnungsanzeige - für WZ, AS
Sachbearbeiter
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, Februar 2026
Stellenanzeige
Eröffnunsganzeige - für MC, RM
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0102#
Stellenanzeige SHK-Anlagenmechaniker u. Kundendienstmonteur
Jörg Schweiss
Wir helfen im Trauerfall
Celtic Rhythmus
Stellenanzeige Klimaschutzmanager