Rahel Otte präsentiert Ergebnisse ihrer Dissertation über Geldumlauf
Münzen und ihre Bedeutung im Rheinland
Swisttal-Odendorf. Die Frage nach dem Zeitpunkt, zu dem die ersten Münzen das Rheinland erreichten, und die Auswirkungen des Geldes auf unsere Region standen im Fokus eines Vortrags im Odendorfer Zehnthaus. Die Archäologin und Numismatikerin Rahel Otte präsentierte am 22. November die zentralen Erkenntnisse ihrer Dissertation über Monetarisierung und Geldumlauf im niederrheinischen Lössgebiet, das sich zwischen Aachen, Bonn und Mönchengladbach erstreckt.
Die Referentin beleuchtete nicht nur die Ankunft und Verbreitung römischer Münzen im Hinterland des Niedergermanischen Limes von der vorchristlichen Zeit bis zum Ende der römischen Herrschaft, sondern analysierte auch die kulturellen und wirtschaftlichen Auswirkungen dieser monetären Integration.
Bisherige Forschungen haben sich hauptsächlich auf Münzserien mit direktem Bezug zum römischen Militär konzentriert. Diese Münzen dienten nicht nur als Zahlungsmittel, sondern enthielten auch Informationen über politische und militärische Ereignisse der damaligen Zeit. Die Untersuchung solcher Münzen ermöglichte Rückschlüsse nicht nur auf wirtschaftliche Aspekte, sondern auch auf die politische Dynamik im Hinterland. Besonders interessant war der Fund einer Prägung aus dem heutigen Cartagena in Spanien, die ihren Weg an den Rhein fand.
Rahel Otte betonte, dass selbst die unscheinbarsten Münzen faszinierende Geschichten erzählen können, auch wenn sie oft abgenutzt und beschädigt sind und daher kaum einen Platz in der Sammlung eines Münzsammlers finden würden.
Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt des Vortrags betraf die spätkeltischen Münzen, die Aufschluss darüber geben können, ob die ländliche Bevölkerung bereits vor der Ankunft der Römer Münzgeld verwendete. Diese Frage wurde bejaht, wobei der keltische Ringwall „Alter Burgberg“ bei Euskirchen eine besondere Rolle spielte. Hier entdeckten Sondengänger sieben keltische Münzen, die auf das erste vorchristliche Jahrhundert datiert werden können und somit auf die Entstehung der Anlage in vorrömischer Zeit hinweisen.
Der Vortrag von Rahel Otte verdeutlichte, dass die Münzfunde im niederrheinischen Lössgebiet nicht nur beeindruckende archäologische Funde sind, sondern auch einen bedeutenden Beitrag zur Erforschung der Geschichte unserer Region leisten. Sie ermöglichen den Forschern die Rekonstruktion von Handelsbeziehungen, kulturellem Austausch und politischer Kontrolle.BA
