Lebenshilfe Kreisvereinigung Ahrweiler feierte 30-jähriges Jubiläum
Musik und Gratulationen im Freilichttheater
Schuld. „Man kennt diesen Verein, weiß aber nicht, was er alles leistet. Wenn man aber ihre Arbeit betrachtet, fällt man in Demut und Anerkennung“, begrüßte Willi Bläser, Vorsitzender der Spielschar, die Lebenshilfe Kreisvereinigung Ahrweiler im Rund der Freilichtbühne. Diesen Ort hatte die Lebenshilfe gewählt, um ihren 30. Geburtstag zu feiern und nach den offiziellen Feierlichkeiten gemeinsam die Generalprobe von Ronja Räubertochter zu erleben. In Anbetracht der vielen Leute sagte Hans Willi Bläser: „Ich freue mich, dass Sie Ihren Geburtstag hier in unserer Mitte feiern, aber so viele Leute waren noch nie bei einer Generalprobe, das ist eine ungewohnte Situation für uns.“
Scheinbar keine ungewohnte Situation war das für die Musiker vom „Klangkreis“. Was diese vier Nichtbehinderten und 14 Mitglieder mit geistiger Behinderung mit Gesang und Instrumenten unter der Leitung von Thomas Grobler boten, war Klasse und ließ den Funken ins Publikum direkt überspringen.
Ulrich van Bebber, neuer erster Vorsitzender, konnte neben viele Gratulanten aus Politik und Verwaltung auch die Gründungsmitglieder Gerd Jung, Dr. Paul Reuther und Ellen Pfeiffer begrüßen. Diese hatten im Februar 1985 die Kreisvereinigung der Lebenshilfe im Kreis Ahrweiler mit 17 Mitgliedern im Ahrweiler Schützenhof gegründet mit dem Ziel, ein Wohnhaus für Menschen mit Behinderung zu bauen. So folgte 1992 der erste Spatenstich und 1994 konnten die ersten Bewohner in das Lebenshilfe-Haus in Sinzig einziehen. Im Jahr 2000 wurde durch die Einrichtung der offenen Hilfen das Angebot auf den Ambulanten Bereich erweitert. Nicht nur das Lebenshilfe-Haus in Sinzig wurde erweitert, sondern zusätzlich am Kaiserplatz ein Beratungs- und Begegnungszentrum eingerichtet. Leider musste das Projekt in Blasweiler nach einiger Zeit Insolvenz anmelden, dabei sollte versucht werden, verstärkt im ländlichen Raum Unterstützung anzubieten.
Für die Zukunft ist schon vorgesorgt: Schwerpunkt der Planung ist ein Sozialraum in Adenau, ein Beratungsbüro ist schon eröffnet, in Antweiler sind ambulant betreute Wohnungen geplant. Für Bad Neuenahr ist ein medizinisches Zentrum für erwachsene Menschen mit Behinderung in Planung und das „Mutterhaus“ in Sinzig soll erweitert werden. „Ich bin ja noch neu im Amt. Was mich aber von Anfang sehr beeindruckt hat, ist das Engagement und die positive Grundhaltung, mit der alle Enormes leisten“, sagte der neue Vorsitzende Ulrich van Bebber. Hier hob er besonders Stefan Möller hervor, der seit zehn Jahren unermüdlich als Geschäftsführer tätig ist.
Horst Gies führte aus, „dass wir bei der Hilfe für behinderte Menschen auch künftig vor großen Herausforderungen stehen. Das gilt besonders für die Verwirklichung der Teilhabe Behinderter am gesellschaftlichen Leben.“ Hierbei dachte Horst Gies besonders an die Möglichkeit für behinderte Kinder, einen klassischen Kindergarten oder eine Regelschule besuchen zu können. „Wir sind auf einem guten Weg, dennoch gibt es weiterhin viel zu tun.“
Bevor die Bühne wieder für Ronja Räubertochter umgebaut wurde, übermittelten die Landtagsabgeordneten Marcel Hürter (SPD) und Guido Ernst für die CDU ebenfalls Grußworte. Guido Ernst und sein Landtags-Kollege Horst Gies (CDU) hatten noch ein besonderes Geschenk mitgebracht. 30 Mitglieder der Landhilfe erhielten einen Gutschein für einen Stadionbesuch beim FSV Mainz, der bei einem Heimspiel in der kommenden Bundesliga-Saison eingelöst wird.
Der neue Vorsitzende Ulrich van Bebber konnte viele Gäste bei der Geburtstagsfeier begrüßen.
