Die Junge Philharmonie Köln bot in der Linzer Stadthalle wieder ein musikalisches Feuerwerk
Musiker boten ein spritziges Programm
Linz. Bis auf den letzten Platz besetzt war die „gute Stube“ von Linz, lange bevor die Musiker der Jungen Philharmonie Köln auf der Bühne der Stadthalle Platz nahmen, um ihre Instrumente für das Neujahrskonzert zu stimmen. Seit zehn Jahren präsentiert das Ensemble unter Leitung von Volker Hartung dort seinen Zuhörern ein besinnliches und zugleich heiteres Programm, das auch dieses Jahr wieder vom Chefdirigenten mit Schalk und Humor moderiert wurde, nachdem der Beigeordnete Karl Heinz Wölbert im Namen des Hausherrn, Stadtbürgermeister Hans-Georg Faust die Besucher begrüßt hatte, darunter neben etlichen Ratsmitglieder auch VG-Chef Hans-Günter Fischer.
„Wir haben uns wieder das ganze Jahr über auf Sie gefreut, wobei ich Ihre charmanten Gesichter die meiste Zeit leider ja gar nicht sehen kann, da ich Ihnen den Rücken zukehren muss“, bedauerte Volker Hartung, um dann auf das „Rondo brillant“ Des-Dur, die „Aufforderung zum Tanz“ von Carl Maria von Weber, näher einzugehen. Anschließend wurden die Zuhörer von den Musikern mit Melodien aus der Oper „Carmen“ von George Bizet nach Spanien entführten.
Den schmissigen Rhythmen von „Auf in den Kampf Torero“ ließ die Jungen Philharmonie Köln mit dem „Clair de Lune“ von Claude Debussy leiser Töne folgen, bevor der Bassist Mark Gertsel seine Kollegen am Flügel zu seiner „G-Fantasy“ nach Motiven von George Gershwin begleitete und mit Anklängen etwa an „Porgy and Bess“ die „Summertime“ aus Charleston in das winterliche Linz holte. Weiter ging es mit der „Lucifer-Polka“ von Johann Strauß (1825-99), bevor Volker Hartung vorzeitig getreu des Untertitels des Schnellpolka „Ein musikalischer Scherz“, noch während seinen Musiker das „Perpetuum Mobile“ des Walzerkönigs spielten, die Bühne mit den Worten verließ „Und so weiter, und so weiter“.
Mit „Wein, Weib und Gesang“ eröffnete das Ensemble dann den zweiten Teil des Neujahrskozertes, um dem Walzer von Johann Strauß das Rondo „Lea Campanaplatte“ aus dem Violineinkonzert Nr. 2, h-Moll, Opus 7 von Nicole Paganini folgen zu lassen. Nach dem „Rondo apriorisch“ von Camilla Saint-Sauens weckten sie dann mit der Komposition von Gustav Peter „Erinnerungen an Zirkus Ren“, um nach der „Thorarolle“ aus dem 4. Akt von „Hoffmanns Erzählungen“ von Venedig aus im „Galopp internal“ aus der Oper „Orpheus in der Unterwelt“ von Jacques Offenbach zum -cancan nach Paris zu entführen. Offizieller Endpunkt der musikalischen Reise, sieht man von einige virtuose Zugaben ab, war aber natürlich „An der schönen blauen Donau“ im K.u.K. Volksgarten in Wien, in dem dieser Walzer als Konzertfassung am 10. März 1867 erstmals aufgeführt worden war und schon bald wenn nicht zur heimlichen Hymne Österreichs so doch zur inoffiziellen Landeshymne des Bundeslandes Wien geworden war.
DL
