Allgemeine Berichte | 11.04.2020

NABU Deutschland bittet um Unterstützung bei rätselhafter Meisenkrankheit

Mysteriöses Meisensterben

Jeder ist aufgerufen, zu helfen

Die niedlichen Blaumeisen sind von einer rätselhaften und tödlichen Krankheit befallen.

Westerwald. Seit März werden aus vielen Gärten Blaumeisen gemeldet, die krank wirken und schnell sterben. Der NABU Deutschland bittet dringend um Mithilfe, um die bislang unbekannte Krankheit möglichst schnell identifizieren zu können.

   

Derzeit grassiert eine bis jetzt unbekannte und scheinbar ansteckende Krankheit in der Vogelwelt, vor allem Blaumeisen scheinen betroffen zu sein. Ab 11. März wurden erste Fälle aus Rheinhessen in Rheinland-Pfalz und den angrenzenden Regionen am Mittelrhein in Hessen bekannt. Bis zum 8. April wurden über 60 Fälle mit über 150 toten Meisen aus einer Region zwischen dem Westerwald in Rheinland-Pfalz über Mittelhessen bis ins westliche Thüringen bekannt. Um die Ausbreitung dieses neuen Phänomens und seine Auswirkungen auf Vögel zu erfassen und zu bewerten, bittet der NABU um die Meldung kranker oder toter Blaumeisen und das Einsenden von Proben zur Untersuchung.

Apathisch und aufgeplustert, die Augen verklebt

Von der jetzt auftretenden Krankheit betroffen sind anscheinend vor allem Blaumeisen, in einzelnen Fällen auch Kohlmeisen oder andere kleine Singvögel. Die erkrankten Vögel werden meist in der Umgebung von Futterstellen in Gärten beobachtet und fallen dadurch auf, dass sie nicht mehr auf ihre Umwelt reagieren. Es wurde beobachtet, dass Blaumeisen, die kurz darauf starben, apathisch und aufgeplustert auf dem Boden saßen und keine Fluchtversuche bei sich nähernden Menschen unternahmen.

Weitere mutmaßliche Symptome der Krankheit sind, dass die Vögel wirken, als hätten sie Atemprobleme, Teile des Kopfgefieders sind ausgefallen, die Augen wirken verklebt. Sie nehmen kein Futter mehr auf oder können anscheinend nicht mehr schlucken. Manche Meisen wirken, als hätten sie unstillbaren Durst.

Passt nicht zu bekannten Vogelkrankheiten

Angesichts der besonderen Betroffenheit von Blaumeisen und der Jahreszeit des Auftretens passt keine der bekannten kursierenden Vogelkrankheiten zum neuen Phänomen. Das von Stechmücken übertragene Usutu-Virus tritt im Sommer auf und befällt vor allem Amseln. Das in Deutschland neue West-Nil-Virus ist ebenfalls auf den Hochsommer beschränkt. Trichomoniasis benötigt ebenfalls sommerliche Temperaturen und äußert sich vor allem in einem Sterben von Grünfinken. An ungepflegten Futterstellen regelmäßig auftretende Salmonellen-Vergiftungen wirken ebenfalls nicht spezifisch auf Blaumeisen und sind bereits bundesweit verbreitet.

Zum Hantieren mit toten Vögeln wird grundsätzlich das Verwenden von Handschuhen oder einer umgestülpten Plastiktüte sowie eine anschließende Händereinigung empfohlen.

Die beobachteten Symptome und die gehäuft gefundenen Blaumeisen – oft werden bis zu fünf tote Meisen aus einem Garten gemeldet – lassen vermuten, dass es sich um eine hochansteckende Infektionskrankheit handelt. Leider ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts über die Krankheit oder den Erreger bekannt. Es liegt nahe, dass die Krankheit besonders dort übertragen wird, wo viele Vögel aufeinandertreffen, worauf der übliche Fundort in der Nähe von Vogelfütterungen hinweist. Daher rät der NABU grundsätzlich dazu, bei Beobachtungen von mehr als einem kranken Vogel an Fütterungen, diese Fütterung und die Bereitstellung von Tränken sofort einzustellen – sozusagen als „Social Distancing“ für Vögel. Der NABU bittet um Meldung jeder Auffälligkeit.

Der NABU bittet dringend um Mithilfe, um die Ausbreitung dieser neuartigen Krankheit bei Blaumeisen nachzuvollziehen. Unter https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/gefaehrdungen/krankheiten/meisensterben.html können Funde und Beobachtungen, gern auch mit Bildmaterial, gemeldet werden.

Pressemitteilung des NABU Deutschland

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Kommentare
14.04.202009:53 Uhr
Samuel Abramowicz

Hallo Petra Stahl, Aluhütte sollen bei Menschen wie ihnen sehr gute Dienste leisten. Zum eigentlichen Problem, es ist bekannt, das Futterplätze sehr für die Verbreitung von Vogelkrankheiten sorgen, denn es kommen ja auch kranke Vögel zum Futterplatz und die Reinigung der Futterplätze wird, wenn vorgenommen, vermutlich nicht Optimal sein. Und auch das Bereitstellen von Trinkwasser richtet eher Schaden an, als dass es einen Nutzen bringt.

14.04.202000:26 Uhr
Holger Dannenberg

Klingt eher nach Covid19 das zum zweiten Mal die Artengrenze übersprungen hat. Atemproblene bei Vögeln? Logik scheint hier beim Nabu nicht Programm zu sein.

12.04.202018:02 Uhr
Petra Stahl

Ich würde mich intensiver mit den seit Wochen verstärkt aufgestellten Sendemasten der Mobilnetzanbieter und dem umstrittenen und gefährlich deklarierten 5G beschäftigen. In der Vergangenheit hat es immer wieder Berichte zu toten Vögel gegeben, die nach Inbetriebnahme von 5G massenweise verstorben ist. Jetzt wird der Mensch zuhause inhaftiert, hat langeweile und keine Beschäftigungsmöglichkeiten und damm wird der Wille nach 5 G lauter und die Gefahr die sich dahinter verbirgt ausser acht gelassen.

Traurig, aber so funktioniert eben die Macht der reichen zu Ungunsten der Natur

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