Allgemeine Berichte | 23.09.2019

Präventionskurs gegen sexualisierte Gewalt an Mädchen und Frauen

NEIN-Sagen will gelernt sein

WenDo-Kurs von RONJA gab Hilfestellung für Schülerinnen

Der Kurs vermittelte Schülerinnen wie sie sich gegen Übergriffe wehren können. Fotos: : MIH

Höhr-Grenzhausen. WenDo - Weg der Frauen. Der Begriff setzt sich aus dem englischen „Women“ und dem japanischen „Do“ für Weg zusammen. Allerdings ist WenDo keine Kampfsportart, sondern ein Präventionsprogramm für Mädchen und Frauen. Dazu fand auf Initiative von Simone Antweiler, der Gleichstellungsbeauftragten des Gymnasiums im Kannenbäckerland (GiK), sowie einiger Schülerinnen unter der Leitung von Claudia Wienand und Janine Weinbreuner vom „Präventionsbüro RONJA“ des Vereins „Frauen gegen Gewalt e.V.“ aus Westerburg am vergangenen Freitag in den Räumlichkeiten des Gymnasiums ein WenDo-Kurs statt, an dem rund 15 Teilnehmerinnen auf freiwilliger Basis nach Schulschluss teilnahmen.

Nein-Sagen, wenn Grenzen überschritten werden

Zunächst zeigten die beiden Leiterinnen, wie man potenziellen Angreifern gegenüber beispielsweise durch einen festen Stand und einen entschlossenen Gesichtsausdruck Stärke vermittelt. Anschließend wurde das NEIN-Sagen geübt. Mädchen und Frauen würden oft von der Gesellschaft zum „Bravsein“ erzogen, so Claudia Wienand, aber auch sie hätten das Recht, zu sagen, was sie denken oder auch, was sie nicht möchten. Im Anschluss zeigten Wienand und Weinbreuner verschiedene Schläge und Tritte zur Abwehr, die danach in einem Parcours geübt wurden. Die Teilnehmerinnen hatten außerdem die Möglichkeit, ein Holzbrett zu zerschlagen, was vielen zeigte, wie viel Kraft sie wirklich haben. Diese Bretter wurden im Anschluss noch kreativ verziert. Verschiedene Handlungen von Personen wurden an einer Linie von „In Ordnung.“ bis „Das geht gar nicht.“ sortiert. Hier wurde allerdings festgestellt, dass Vieles situations- und personenabhängig ist. Es wurden verschiedene Situationen nachgestellt, bei denen die Teilnehmerinnen auf Ansprachen fremder Leute antworten sollten. Die Reaktionen waren hierbei vielfältig und reichten von Ignorieren über gewolltes auf die Uhr schauen bis zu einem klaren Nein. In der abschließenden Feedbackrunde wurde der Nachmittag reflektiert und fand bei entspannter Musik Ausklang.

Gleiches Recht für alle: Ein Leben frei von Übergriffen

Zu der Frage, warum Claudia Wienand und Janine Weinbreuner solche Kurse anbieten, antworten die beiden: „Wir möchten, dass sich Mädchen und junge Frauen schützen können und ihnen ihre Kraft vor Augen führen. Sie sollen ihre Grenzen erkennen und solche setzen (lernen), damit sie ein selbstbestimmtes Leben führen können, frei von Übergriffen, Belästigung und Gewalt. Grenzüberschreitungen und Anmache gehören leider oft zum Alltag junger Frauen in Schule, Beruf und Freizeit. Mit unseren Kursen möchten wir präventiv wirken und Gleichberechtigung fördern.“

Diese Überzeugung wurde über den gesamten Nachmittag hinweg deutlich, da die beiden den Kurs motiviert und abwechslungsreich leiteten und betonten, wie viel Spaß ihnen ihre Arbeit mache. Auch die Teilnehmerinnen waren allesamt überzeugt, dass der Kurs interessant, förderlich und lehrreich war und sehen seitdem sicherlich einige Verhaltensweisen im Alltag mit anderen Augen und treten diesen mit mehr Selbstsicherheit entgegen.

Der Kurs vermittelte Schülerinnen wie sie sich gegen Übergriffe wehren können. Fotos: : MIH

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