Allgemeine Berichte | 02.05.2017

Eifelverein Koblenz war in der Nordeifel unterwegs

NS-Ordensburg Vogelsang und das Eifelstädtchen Monschau besichtigt

Die Koblenzer Gruppe in der Eingangshalle der Ordensburg.  Jürgen Hartung

Koblenz. Mit 46 Teilnehmern startete die Ortsgruppe des Eifelverein Koblenz zu einer informativen, aber auch nachdenklichen stimmenden Exkursion in die Nordeifel. Wenn auch die nasskalten Frühjahrsschauer die Sicht auf die eindrucksvolle Hocheifellandschaft zunächst etwas beeinträchtigten, zeigte diese sich spätestens bei der Rückfahrt im langsam erwachenden Frühlingsstaat. Bereits während der Fahrt durch den Reiseleiter Manfred Kaiser in Kurzform über Sinn und Aufgabe der Anlage instruiert, erreichte die Gruppe das erste Tagesziel: die ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang, majestätisch protzend und drohend in der Topografie über der Urft-Talsperre sich erhebend. Der Kölner Architekt Clemens Klotz errichtete hier im Stil der Zeit ein für die Ewigkeit geplantes Zeugnis diktatorischer Baugesinnung . Zunächst beeindruckte die neu gestaltete, architektonisch hervorragend gelungene Eingangssituation „Forum Vogelsang“. Nach kurzer Einführung in die Thematik dieser Anstalt erfuhren die Teilnehmer in 90 Minuten während eines Vortrages in einem ehemaligen Kameradschaftshaus mit anschließender Geländebegehung alles Wichtige über die Anstalt, die 1934 bis 1941 als eine von drei „Ordensburgen“ für den Parteinachwuchs der NSDAP durch die Deutsche Arbeitsfront (DAF), der deutschen Einheitsgewerkschaft, unter Reichsleiter Dr. Robert Ley errichtet wurde. Die beiden anderen waren Kössinsee in Pommern und Sonthofen im Allgäu. In dem 1936 begonnenen und bereits 1939 mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges beendeten Lehrbetrieb wurden die Ordensjunker, wie sie sich selbstbewusst nannten, ideologisch und sportlich ausgebildet.

Viele Informationen zu Geschichte und Neuzeit der Burg

Sie sollten schließlich dem Idealbild eines „neuen deutschen Menschen“ nahekommen und als „Herrenmenschen“ auftreten. Mit Beginn des Krieges wurden der Lehrbetrieb eingestellt und die Lehrgangsteilnehmer eingezogen, wobei später Hunderte von ihnen in Polen, den Baltenstaaten, Weissrußland und der Ukraine in der zivilen Verwaltung eingesetzt wurden. Dort beteiligten sich viele als Täter und Mittäter an den deutschen Verbrechen. Von 1942 bis 1944 diente Vogelsang als Adolf-Hitler-Schule. 1945 zunächst von der US-Armee besetzt, errichteten 1946 die Engländer einen Truppenübungsplatz, bis 1950 die Belgier hier unter der Bezeichnung „Camp Vogelsang“ Besitz ergriffen und die Anlage bis 2005 führten. Die Dokumentation im Besucherzentrum will als nachhaltige Mahnung zu Menschlichkeit und Toleranz begriffen werden. Seit 2006 entwickelt sich hier ein vollkommen neuer Ort unter dem Motto „Vogelsang IP“ als „Internationaler Platz“ für Toleranz, Vielfalt und ein friedliches Miteinander. Erfreut nahmen die Koblenzer Ausflügler die aufmerksamen und interessierten Gruppen vieler Jugendlicher und Erwachsener zur Kenntnis. An gleicher Stelle konnten sich die Teilnehmer anschließend im Besucherzentrum hautnah über die Institution „Nationalpark“ informieren. Wissenschaftlich dokumentiert, allgemein verständlich formuliert, erfuhren sie alles über „Natur Natur sein lassen“ und „Wildnis zulassen“.

Die nächsten Etappen: Monschau und Dernau

Nach der Mittagspause wurde die Gruppe bereits von zwei Gästeführerinnen in Monschau erwartet, die in einem einstündigen Rundgang Geschichte und Gegenwart dieser einst durch die Tuchmacher reich gewordenen Stadt kurzweilig und informativ vermittelten. Angefüllt mit Wissen und Erlebnis, erlebten die Ausflügler anschließend einen gebührenden Schlussausklang des Tages in zünftiger Ahr-Atmosphäre in Dernau, bevor die Gruppe dann wieder wohlbehalten ihre Koblenzer Heimat erreichte.

Die Koblenzer Gruppe in der Eingangshalle der Ordensburg. Foto: Jürgen Hartung Foto: Picasa

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