Feuerwehr Höhr-Grenzhausen ersetzt den Gerätewagen Atemschutz-Strahlenschutz
Nach 33 Jahren außer Dienst gestellt
Fahrzeug stammt aus der Zeit des Kalten Krieges
Höhr-Grenzhausen. Als der Gerätewagen Atemschutz-Strahlenschutz im September 1985 durch den Westerwaldkreis beschafft und in Höhr-Grenzhausen stationiert wurde, war die Welt noch eine andere. Ausgestattet mit 24 Pressluftatmern, 24 Ersatzflaschen und einer Strahlenschutzkomponente stellte der GWAS eine neue Sorte Fahrzeuge der Gefahrenabwehr dar. Es herrschte noch Kalter Krieg, und vom Atomkraftwerk Mülheim-Kärlich ging noch eine latente Gefahr aus. Man hoffte damals, mit solchen und anderen Fahrzeugen des Katastrophenschutzes gut gerüstet zu sein. Und als es im damals sowjetischen Tschernobyl zum „Größt-Anzunehmenden Unfall“, dem Super-GAU, kam, konnte und musste sich die frisch aufgestellte Gefahren-und Strahlenschutzeinheit prompt mit ihrem neuen GWAS beweisen und überall im Westerwaldkreis eventuelle Kontaminierung nachweisen oder messen.
Strahlenschutzkomponente verlor an Bedeutung
Zum Glück war es der einzige Einsatz dieser Art, denn das AKW Mülheim-Kärlich wurde wenig später vom Netz genommen, sodass die Strahlenschutzkomponente immer mehr an Bedeutung verlor.
Das Aufgabenfeld verlagerte sich, und der GWAS wurde zum GWA. Nicht zuletzt durch den Neubau der ICE-Strecke mit ihren vielen Tunneln im Kreisgebiet wurde der GWA 1995 auf 24 Langzeitatmer umgerüstet und stellte den Atemluft-Vorrat des Kreises bei größeren Einsätzen dar, egal ob für Brandeinsätze oder bei Zugunglücken an der nahe gelegenen ICE-Strecke.
Spitzname „Die Kevag“
Aufgrund seiner Größe und des busähnlichen Aussehens wurde der GWA in Höhr-Grenzhausen liebevoll „Die Kevag“ genannt. Nach nunmehr 33 Jahren und etlichen, auch spektakulären Einsätzen im Kreisgebiet wird das Fahrzeug nun durch einen Abrollcontainer, welcher in Ransbach-Baumbach stationiert ist, ersetzt.
Das Fahrzeug stellte den Atemluft-Vorrat des Kreises bei größeren Einsätzen dar.
